Weilheim und Umgebung

„Jeder Tag ist ereignisreich“

Katja Lube aus Weilheim erlebt viel in ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr im Jugendtreff

Was mache ich, wenn ich mit der Schule fertig bin? Diese Frage quält viele Jugendlichen heute, nachdem sie ihren ­Abschluss in der Tasche haben. Katja Lube hat eine gute ­Möglichkeit für sich entdeckt, eigene Stärken sowie das ­Berufsleben kennenzulernen und auch noch etwas Gutes zu tun. Sie macht ein Freiwilliges Soziales Jahr. Kurz: FSJ.

Über gemeinsame Spiele kommt Katja Lube mit den Jungs und Mädels im Jugendtreff ins Gespräch.Foto: Carsten Riedl
Über gemeinsame Spiele kommt Katja Lube mit den Jungs und Mädels im Jugendtreff ins Gespräch.Foto: Carsten Riedl

Weilheim. „Ich würde es als ein Selbstfindungsjahr bezeichnen“, erklärt Katja Lube, die ein Freiwilliges Soziales Jahr im Jugendtreff Weilheim macht. Nach der mittleren Reife und einer hauswirtschaftlichen Ausbildung wusste sie: beruflich muss sich etwas ändern. Sie fasste den Entschluss, ein FSJ zu machen. Da sie in Weilheim wohnt und ihr der Jugendtreff noch aus Realschulzeiten bekannt war, beschloss sie, sich dort für ein Freiwilliges Soziales Jahr zu bewerben. Das FSJ im Jugendtreff Weilheim geht vom Kreisjugendring (KJR) Esslingen aus. Das ist eine Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände sowie Träger der Jugendarbeit.

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Seit Anfang September ist Katja Lube aktiv im Jugendtreff dabei und dort etwa acht Stunden täglich anzutreffen. Beim Kreisjugendring ist für die FSJ-ler einiges geboten. Übers Jahr verteilt gibt es vier Seminarwochen und zusätzlich noch einige Seminartage, bei denen wichtige Themen behandelt werden. Bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen spielen Konflikte öfters mal eine Rolle. Daher sind Probleme und ihre Lösungen ein wichtiger Teil der Seminare.

Aber auch die Kompetenzen und Ziele der Teilnehmer selbst spielen eine wichtige Rolle. Eigene Stärken werden herausgearbeitet, und das jeweilige Können wird gefördert. „In meiner Gruppe haben alle ein gutes Verhältnis zueinander. Die Seminarwochen schweißen uns alle richtig zusammen. Ich habe sogar neue, gute Freunde gefunden“, freut sich Katja Lube.

Ihr Alltag im Jugendtreff ist eine abwechslungsreiche Mischung. Dreimal die Woche besorgt Katja Lube Leckereien wie Baguettes oder Pizza für die Jugendlichen, die sie dann beim offenen Treff am Tresen kaufen können. Die junge Frau kümmert sich nicht nur um die Jugendlichen, sie organisiert auch Partys oder veranstaltet Turniere mit ihnen. Am eindrucksvollsten waren das Tischtennisturnier oder die Halloween-Party, über die heute noch alle gerne sprechen.

Nicht nur für die Großen, auch für die ganz Kleinen ist etwas geboten. Sie dürfen jeden Mittwoch, am Kindertag, mit Katja Lube basteln. Doch nicht nur der Umgang mit Kindern und Jugendlichen steht auf ihrem Plan, auch handwerklich muss sie mit anpacken. Besonders stolz ist sie auf das selbst gestrichene und dekorierte Regal am Eingang. „Jeder Tag ist ereignisreich“, erzählt sie lächelnd.

Das Freiwillige Soziale Jahr verschafft Katja Lubes Meinung nach gute Einblicke in die Berufswelt und hilft vor allem reifer zu werden. Nicht nur die Arbeit im Jugendtreff, sondern auch die Seminare hätten dazu beigetragen, dass sie sich positiv verändert habe. Angenehm aufgefallen ist ihr, dass man zu seinen Arbeitgebern ein freundschaftliches Verhältnis hat. Außerdem werde man für die eigene Zukunft sehr unterstützt. Stehe beispielsweise ein Bewerbungsgespräch an, so werde man problemlos an diesem Tag freigestellt.

Katja Lube weiß nun genau, wie ihr weiteres Berufsleben aussehen soll. Aufgrund der Erfahrungen und Erkenntnisse während des FSJ hat sie sich entschieden, Industriekauffrau zu werden. „Man sollte sich einen Platz aussuchen, mit dem man sich dann auch identifizieren kann. Man muss zum Beispiel wissen, ob man mit Kindern oder Jugendlichen arbeiten will, denn bei Letzteren braucht man sehr viel Durchsetzungsvermögen und muss auch mal konsequent sein“, rät sie.

Katja Lube selbst kennt das sehr gut, denn im Jugendtreff halten sich meistens Jungs im Teenie-Alter auf. Da muss man sich schon mal durchsetzen können.