Weilheim und Umgebung

Jugendliche fühlen Kandidaten auf den Zahn

Meinungsbildung Beim Bürgermeister-Speed-Dating im Jugendtreff brachten junge Weilheimer ihre Anliegen vor. Von Bianca Lütz-Holoch

Auf Tuchfühlung mit den Kandidaten gingen einige Jugendliche gestern Abend beim Bürgermeister-Speed-Dating.Foto: Carsten Riedl
Auf Tuchfühlung mit den Kandidaten gingen einige Jugendliche gestern Abend beim Bürgermeister-Speed-Dating.Foto: Carsten Riedl

Weilheim. Wer zum Speed-Dating geht, hofft wohl immer, den oder die Richtige zu finden. So ging es gestern Abend auch einem guten Dutzend Jugendlicher in Weilheim. Beim Bürgermeister-Speed-Dating, das der Kinder- und Jugendtreff organisiert hatte, fühlte der Wähler-Nachwuchs den Kandidaten noch einmal richtig auf den Zahn. Dass die originelle Idee des Jugendtreff-Teams nur so wenig junge Leute hinter dem Ofen vorlockte, mag an mangelndem Interesse gelegen haben - oder daran, dass so manchem einfach der Mut zu solch einem Tête-à-tête fehlte.

Die kleine Besetzung tat der Qualität der Veranstaltung jedoch keinen Abbruch. Bei den vier zehnminütigen Gesprächsrunden, die parallel in vier verschiedenen Räumen stattfanden, entwickelten sich zum Teil intensive Gespräche zwischen den Jugendlichen und den Kandidaten. Mit dabei waren Hendrik van Woudenberg, Johannes Züfle, Michael Holz und Sibylle Karle. Jörg Bauer hatte aus terminlichen Gründen abgesagt.

Ein ganz großes Anliegen war vor allem den älteren Jugendlichen ein überdachter Ort, an dem sie sich abends ungestört treffen können. Sibylle Karle brachte die Idee ein, einen Bauwagen im Grünen aufzustellen oder einen Platz in einem künftigen Gewerbegebiet zu reservieren. „Es ist überfällig, in Weilheim so etwas zu schaffen“, sagte sie. Hendrik van Woudenberg plädierte für mehr Personal und längere abendliche Öffnungszeiten im Kinder- und Jugendtreff. Michael Holz schlug vor, mit dem Weilheimer „Kinole“ Kontakt aufzunehmen und Filmabende speziell für Jugendliche anzuregen. „Das Thema ist nicht neu“, betonte Johannes Züfle. Als derjenige, der sich seit langem mit dem Wunsch beschäftige, wisse er auch um Probleme wie Ruhezeiten, Naturschutz und Kosten.

Wichtig war den Jugendlichen zudem, dass bei der Sanierung des Freibads an ihre Bedürfnisse gedacht wird. Eine bessere, schnellere Busverbindung zwischen Weilheim und dem Kreis Göppingen war ebenfalls Thema. Viele wünschen sich auch bezahlbare Wohnungen. „Im Baugebiet Gänsweide II wird es einige Mietwohnungen geben“, sagte Johannes Züfle. Hendrik van Woudenberg war der Ansicht, eine Stadt müsse für günstigen Wohnraum sorgen und dürfe nicht nur maximale Preise anstreben. Michael Holz brachte das Thema Wohngemeinschaften ins Spiel. „Auch wenn das keine städtische Aufgabe ist, kann sich eine Stadt für so etwas einsetzen.“

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