Weilheim und Umgebung

Jule und Jule greifen zur Schere

Macher Die Grundschule Ohmden gewinnt eine Aktion mit dem Macher-Bus der EnBW und ist jetzt mit einem Bauwagen um ein grünes Klassenzimmer reicher. Von Thomas Krytzner

Die Grundschüler wünschten sich den Anstrich in Blau und Grün für den Bauwagen. Foto: Thomas Krytzner
Die Grundschüler wünschten sich den Anstrich in Blau und Grün für den Bauwagen. Foto: Thomas Krytzner

Ein aufregender Tag für die Schüler in Ohmden. Kurz nach neun Uhr wird es richtig laut. Grund sind Mitarbeiter der Energie Baden-Württemberg. Sie sind mit dem Macher-Bus nach Ohmden gekommen, um einen alten Bauwagen aufzumöbeln.

Die Handwerker sind aber nicht einfach so für einen Tag in Ohmden. Vielmehr sind sie der Preis eines Wettbewerbes, bei dem die Grundschule Ohmden auf Initiative der Elternvertreterinnen Kerstin Kasper und Christina Bakker mitgemacht hat. Mit einem Video der Schule haben sich Lehrer und Schüler bei der Aktion Macher-Bus beworben und gewonnen. Das Team des Busses besteht aus Mitarbeitern der EnBW. „Einige arbeiten im Netz-Bau und andere sind aus dem Marketing“, erklärt Francis Frietsch vom Macher-Team. Für sie ist das eine willkommene Abwechslung: „Die Organisatoren haben die Grobplanung erledigt, hier vor Ort bekommen wir vom örtlichen Schreiner die detaillierten Anweisungen.“

Und es gibt einiges zu tun. Der Bauwagen auf dem Schulgelände hat seine besten Tage längst hinter sich. Da gilt es, dem Vehikel mit verschiedenem Werkzeug zu Leibe zu rücken. Mit Schleifmaschinen und Drahtbürsten machen sich einige vom Team da­ran, die Außenwände vom alten Lack zu befreien. Ziel ist schließlich, den Bauwagen in neuem Glanz dastehen zu lassen.

Auch innen wird das geplante Klassenzimmer komplett saniert. Die Kinder der Grundschule durften die Farben für den Außenanstrich wählen, wie Christina Bakker berichtet: „Unten grün und oben blau lautete die Wahl.“ An Unterricht ist an diesem Tag kaum zu denken. Weil die Arbeiten am Bauwagen nicht ganz ungefährlich sind, haben die Macher den Bereich großzügig abgesperrt, und eigentlich sollten die Schüler in den Klassen sitzen. Eigentlich. Viel lieber spicken sie immer wieder aus dem Fenster, um zu sehen, wie weit die Handwerker schon sind.

In der Pause gibt es dann kein Halten mehr. Das Macher-Team ist umringt von den Schülern und beantwortet geduldig alle Fragen der Kids. Ein Fernsehteam der EnBW ist ebenfalls auf dem Gelände unterwegs und hält die Arbeiten der Handwerker und die Eindrücke des Tages fest. Und davon gibt es viele, wie Francis Frietsch bestätigt: „Der Teamleiter hat alles bestens organisiert, und die Aufgaben sind verteilt.“ Der Macher-Bus rückt einmal pro Jahr aus und führt vier verschiedene Projekte durch. „Da werden soziale Ideen umgesetzt, wir sind für Kinder und Jugendliche unterwegs oder für Senioren. Wir haben aber auch Projekte im Tier- und Umweltbereich“, erklärt Francis Frietsch.

Sie ist froh, dass sie nicht bei den großen Holzteilen mitarbeiten muss. „Da müsste ich ständig auf eine Leiter klettern“, erzählt sie, während sie mit der blauen Farbe verschiedene Holzlatten anstreicht. „Die Mitarbeit im Macher-Team macht Spaß, und ich lerne handwerklich sehr viel.“ Pünktlich um 18 Uhr gibt es die letzten Handgriffe am Bauwagen. Da wird noch schnell das Geländer an der Treppe befestigt, und das Schild der „Macher“ muss am Bauwagen befestigt werden. Die Schüler werden langsam zappelig. Einige sind noch damit beschäftigt, dem Fernsehteam ein Interview zu geben.

Schließlich ist es so weit: Bürgermeisterin Barbara Born zieht aus einem Hut mit lauter Namenszetteln die Glücklichen, die das Einweihungsband zerschneiden dürfen. Jule und Jule dürfen mit der großen Schere ans Band. Das Macher-Team steht Spalier, und wie man es in der Schule lernt, kommen die Kinder in Zweierreihen. Gemeinsam zücken Jule und Jule die Schere, und nach mehreren Versuchen ist das Absperrband zerschnitten und der Bauwagen wird erobert. Die Schüler lassen ihre Luftballons fliegen und wollen nun sehen, wie ihr neues grünes Klassenzimmer aussieht. Sie freuen sich alle schon darauf, wenn es im tristen Klassenzimmer dann heißt: „Kommt, wir ziehen in den Bauwagen um.“

Ganz fertig ist der Bauwagen allerdings noch nicht, wie Christina Bakker verrät: „Wir wollen an einer Außenseite noch einen Baum aufmalen, und die Kinder können dann entweder ihren Hand- oder Fingerabdruck hinterlassen.“

Großer Auftritt - Schülerinnen beim Fernseh-Interview zum neuen Bauwagen. Foto: Thomas Krytzner
Großer Auftritt - Schülerinnen beim Fernseh-Interview zum neuen Bauwagen. Foto: Thomas Krytzner
Letzter Handgriff: Die Plakette vom Macherteam soll am Bauwagen an den spannenden Tag erinnern. Foto: Thomas Krytzner
Letzter Handgriff: Die Plakette vom Macherteam soll am Bauwagen an den spannenden Tag erinnern. Foto: Thomas Krytzner
Jule und Jule dürfen das Band des restaurierten Bauwagens durchschneiden. Foto: Thomas Krytzner
Jule und Jule dürfen das Band des restaurierten Bauwagens durchschneiden. Foto: Thomas Krytzner
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