Weilheim und Umgebung

Kaffeeklatsch mal anders

Seniorennachmittag Im Altersheim hört der Spaß auf? Von wegen! In Neidlingen kamen über 200 Senioren aus Altersheimen in der Umgebung zusammen. Neben Kaffee und Kuchen gab es jede Menge Gelächter dank des Duos „Dui do on de sell“. Von Melissa Seitz

´Heute findet in der Reußensteinhalle in Neidlingen ein riesiger Seniorennachmittag statt mit Theaterprogramm (Dui da ond die sä
´Heute findet in der Reußensteinhalle in Neidlingen ein riesiger Seniorennachmittag statt mit Theaterprogramm (Dui da ond die säll). Es handelt sich um ein Bela-Projekt (landesweit gefördert) verschiedener Einrichtungen, darunter die Häuser Kalixtenberg, Fickerstift, Henriettenstift, die ihren Leuten etwas besonderes bieten wollen, nämlich Unterhaltung und Kultur in großem Stil. ansprechpartner ist Herr Dieterich aus dem Haus Kalixtenberg, Tel. 07023/10918. Schön wäre ein Bericht über den Nachmittag mit Beleuchtung der HIntergründe, entweder in einem extra Text (Nachgefragt auch gut) oder im Text, dazu Bilder der Senioren.

Perlenketten wurden aus den Schmuckkästchen herausgegraben, die Hosenträger aus der untersten Schubladen des Schranks herausgeholt und die Haare schön in Form gelegt. Dass dieser Nachmittag etwas Besonderes ist, das merkt man sofort. Alle haben sich von Fuß bis Kopf herausgeputzt. Man will ja schließlich glänzen. Über 200 Senioren haben sich in der Reußensteinhalle in Neidlingen versammelt und zwar aus einem ganz bestimmten Grund: Der große Seniorennachmittag des Netzwerks BELA 4. BELA steht für bürgerschaftliches Engagement für Lebensqualität im Alter. Aktuell sind 26 Pflegeheime mit über 2 000 Bewohnern Mitglied im Netzwerk.

Rainer Wirth und Rudi Dieterich haben den besonderen Nachmittag ins Leben gerufen. „Schon vor zwei Jahren waren wir mit einigen Senioren in einem Zirkus“, erklärt Rainer Wirth von den Städtischen Pflegeheimen Esslingen. „Das heute ist die zweite Veranstaltung dieser Art.“ Alleine sei das nicht möglich gewesen, aber dank des Netzwerks kann der Seniorennachmittag stattfinden. „Durch das Netzwerk können wir Großes stemmen.“ Rudi Dietrich vom Haus Kalixtenberg in Weilheim weiß: „Wir haben großzügig eingeladen. Wir wollen, dass hier eine Art Austausch unter den Pflegeheimen entsteht.“ Von so einem großen Ansturm sind die beiden begeistert.

Auch wenn manche der Senioren nur dank der Überzeugungskraft der Pflegekräfte hier sind, bereuen sie es auf keinen Fall. „Auch die fitteren Senioren in unseren Heimen kommen nicht mehr so oft raus“, erklärt Rudi Dieterich. Das wollte er ändern und organisierte einige DRK-Busse, die die Senioren zu ihrem besonderen Nachmittags-Highlight bringen. „Natürlich ist es immer eine Aufgabe, die Senioren hierher zu fahren“, sagt Rainer Wirth. Doch schon auf dem Weg nach Neidlingen wurde ihm bewusst, dass sich die Mühe lohnt. „Eine Dame erinnerte sich plötzlich an ein Gartenhäuschen in Neidlingen, in dem sie früher war, und erzählte mir sofort davon.“

Die Rollstühle, Rollatoren und Gehhilfen stehen an der Wand, denn die werden erst mal nicht benötigt. Kaum haben die älteren Damen und Herren Platz genommen, beginnen rege Gespräche. Bei Bienenstich, Donauwelle und einer Tasse Kaffee schwelgen die Senioren in Erinnerungen oder halten ein kleines Pläuschchen mit ihren Sitznachbarn.

Das Geschirr klappert und ein Stück Kuchen scheint nicht genug zu sein. In der hell erleuchteten Reußensteinhalle scheint der Hunger an diesem Tag ausgesprochen groß zu sein. Hier treffen verschiedene Generationen aufeinander, denn die Senioren sind schließlich nicht alleine hergekommen. Rainer Wirth erklärt: „Viele Ehrenamtliche und Pflegerinnen sind heute mit von der Partie. Wir haben hier eine gute Mischung.“

Als die letzte Gabel Kuchen im Mund verschwindet, beginnt schon der nächste, aber auch letzte Programmpunkt des Mittags: der Auftritt des Kabarett-Duos „Dui do on de Sell“. Um ihr Stück zu verstehen, sind gute Schwäbischkenntnisse ein Muss, deswegen fragt Doris Reichenauer: „Schwätzed‘r schwäbisch?“ Aus dem Publikum gibt es laute Ja-Rufe, die Verständigung scheint also kein Problem zu sein. „Wisst ihr“, klärt ihre Partnerin Petra Binder auf: „Schwaben wachsen zweisprachig auf. Sie sagen Gaul, aber schreiben Pferd.“

Mit schwäbischem Humor geht es weiter. „Je älter ich werde, desto tiefer werden die Rillen unter meinen Augen“, stellt Doris Reichenauer fest. „Ich hab solche Rillen, in denen könnte man Geranien einpflanzen.“ Die älteren Damen wissen wohl, wovon die schwäbische Komödiantin spricht, denn der Raum wird durch herzhaftes Lachen gefüllt. Auch der Hexenschuss ist nur allzu bekannt. „Ich habe meinem Mann erzählt, dass ich einen Hexenschuss habe und es höllisch weh tut“, erzählt Petra Binder. Doch ihr Mann war davon unbeeindruckt. „Da antwortet er mir, dass Hexen nicht auf ihre eigene Schwester zielen würden.“

Egal ob die kleinen Wehwehchen im Alter, lustlose und nervige Männer auf der Couch oder die alternde Haut – die beiden machen klar, dass Altern einfach total normal ist.

´Heute findet in der Reußensteinhalle in Neidlingen ein riesiger Seniorennachmittag statt mit Theaterprogramm (Dui da ond die sä
´Heute findet in der Reußensteinhalle in Neidlingen ein riesiger Seniorennachmittag statt mit Theaterprogramm (Dui da ond die säll). Es handelt sich um ein Bela-Projekt (landesweit gefördert) verschiedener Einrichtungen, darunter die Häuser Kalixtenberg, Fickerstift, Henriettenstift, die ihren Leuten etwas besonderes bieten wollen, nämlich Unterhaltung und Kultur in großem Stil. ansprechpartner ist Herr Dieterich aus dem Haus Kalixtenberg, Tel. 07023/10918. Schön wäre ein Bericht über den Nachmittag mit Beleuchtung der HIntergründe, entweder in einem extra Text (Nachgefragt auch gut) oder im Text, dazu Bilder der Senioren.
´Heute findet in der Reußensteinhalle in Neidlingen ein riesiger Seniorennachmittag statt mit Theaterprogramm (Dui da ond die sä
´Heute findet in der Reußensteinhalle in Neidlingen ein riesiger Seniorennachmittag statt mit Theaterprogramm (Dui da ond die säll). Es handelt sich um ein Bela-Projekt (landesweit gefördert) verschiedener Einrichtungen, darunter die Häuser Kalixtenberg, Fickerstift, Henriettenstift, die ihren Leuten etwas besonderes bieten wollen, nämlich Unterhaltung und Kultur in großem Stil. ansprechpartner ist Herr Dieterich aus dem Haus Kalixtenberg, Tel. 07023/10918. Schön wäre ein Bericht über den Nachmittag mit Beleuchtung der HIntergründe, entweder in einem extra Text (Nachgefragt auch gut) oder im Text, dazu Bilder der Senioren.
Der Seniorennachmittag war für viele ein Highlight. Nicht nur Kaffee und Kuchen schmeckten gut, für Lacher bei den Senioren sorg
Der Seniorennachmittag war für viele ein Highlight. Nicht nur Kaffee und Kuchen schmeckten gut, für Lacher bei den Senioren sorgte das Kulturprogramm.Fotos: Carsten Riedel
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