Weilheim und Umgebung

Keine reine „Männersache“

Der Ohmdener Männerchor feiert sein sechsjähriges Bestehen

Bewiesen ihr gesangliches Können beim Konzert zum sechsjährigen Bestehen: Mitglieder der „Männersache“.Foto: Thomas Krytzner
Bewiesen ihr gesangliches Können beim Konzert zum sechsjährigen Bestehen: Mitglieder der „Männersache“.Foto: Thomas Krytzner

Mit einem Heimspiel der musikalischen Art feierte der Männerchor „Männersache“ in der Gemeindehalle Ohmden seinen sechsten Geburtstag. Als „Special Guests“ sangen die Jungs vom Jugendchor des Ludwig-Uhland-Gymnasiums.

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THOMAS KRYTZNER

Ohmden. Nach der gesungenen Ouvertüre wies Edgar Maier darauf hin, dass der Chor dieses Jahr bereits das sechsjährige Bestehen feire. Man wollte zwar bereits im Vorjahr ein Jubiläumskonzert geben, der Brand der Gemeindehalle hatte aber einen Strich durch die Rechnung gemacht. So, erklärte Maier, hätte man ein Jahr mehr Zeit gehabt. Oft sei es nach den Gesangsproben etwas später geworden, meint er, „aber das war gegenseitige Therapie“. Mit dem erlangten Selbstbewusstsein fühlten sich die 22 Mannen im ersten Stück als „King of the Road“. Die Bierkästen fürs Heimspiel hatten sich die Mitglieder des Männerchors beim Einmarsch direkt mitgebracht.

Paul Theis, als Dirigent und musikalischer Leiter zugleich „Käpt‘n“, eröffnete dem zahlreich erschienenen Publikum, dass der Chorgesang „unplugged“ sei und nicht durch Technik verstärkt werden könne. Man habe sich das Geld für die Tonanlage gespart und dafür Noten gekauft.

Kein Geld mussten die Sänger für „Griechischer Wein“ ausgeben; Gründer Bertram Schattel hatte den bekannten Song von Udo Jürgens arrangiert. Viel Applaus bekamen die vielstimmigen Chormitglieder für „Hit the Road Jack“ und die Volksweise „Lebe wohl du schöner Wald“. In der Folge waren Zuhörer aus der ersten Reihe als menschliche Teleprompter gefragt und durften Edgar Maier beim Studentenlied die Texte auf Plakaten hochhalten. Bevor die verschiedenen Stimmlagen das „Horrido“ als Jagdruf präsentierten, ertönten aus den Kehlen der Sänger noch die ehegefährdenden Worte „Gott schuf das Weib, weils ihm an Stoff gebrach.“

Der Knabenchor des Ludwig-Uhland-Gymnasiums gratulierte auf seine Weise: Mit glockenhellen Stimmen präsentierten sie „Sing a Song with me“ genauso perfekt wie „Pa­pierflieger“. Bevor sich die jungen Gäste mit „Distance“ verabschiedeten, versprachen sie dem Ohmdener Männerchor, nach ihrem Stimmbruch zur Verfügung zu stehen.

Im Anschluss wurde es auf der Bühne voll; der gemischte Chor Liederlust gratulierte mit „The lion sleeps tonight“ und einem Medley bekannter Opernmusik. Kurz vor der Halbzeit des Heimspiels gedachten beide Chöre, Liederlust und Männersache gemeinsam mit „Sag beim Abschied leise Servus“ Peter Alexanders.

Die zweite Halbzeit moderierte Steffen Bühler. Bertram Schattel, Komponist und Musikpädagoge, setzte sich ans Piano – und bereits bei den ersten Tönen konnte das Publikum „Angels“ von Robbie Williams erkennen. Gefühlvoll zeigten die „Männersachenmänner“ ihr Können und ernteten tosenden Applaus. Eine Überraschung für die Zuhörer war der Schlagabtausch zwischen Männer- und Frauenchor. „Nur für Dich“, einmal in der männlichen und einmal in der weiblichen Version gesungen, sorgte für etliche Lachsalven.

Dirigent Paul Theis verwies mit dem Blick auf die Uhr auf den baldigen Schlusspfiff und freute sich, dass Bertram Schattel noch ein Lied arrangiert hatte. Es sei, so Theis, ein recht schweres Stück, und er hoffe, dass es diesmal mit dem Schlussakkord klappe und stimme. „Aber bitte mit Sahne“, auch von Udo Jürgens, war ein voller Erfolg und, ja, der Schlussakkord stimmte. Der Männerchor bedankte sich für den rauschenden Applaus mit „Die schöne Nacht“ von Wilhelm Nagel. Direkt danach stieg die After-Show-Party, und so fand das Jubiläum des Männerchors „Männersache“ einen fröhlichen Abschluss.