Weilheim und Umgebung

Konzept gleicht der Quadratur des Kreises

Ortsdurchfahrt Die Holzmadener Räte diskutieren über gekennzeichnete Parkflächen.

Eignet sich der Brunnenplatz für einen Minikreisel? Dem Planungsbüro zufolge birgt die Lösung Gefahren, und das Überfahren des i
Eignet sich der Brunnenplatz für einen Minikreisel? Dem Planungsbüro zufolge birgt die Lösung Gefahren, und das Überfahren des inneren Kreises verursacht Lärm. Foto Carsten Riedl

Holzmaden. Engstellen, unübersichtliche Kurven und parkende Autos am Straßenrand - auf der Holzmadener Ortsdurchfahrt kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen. Ein Parkierungskonzept soll Abhilfe schaffen. Andreas Weber, Freier Stadtplaner der Planungsgruppe Kölz, stellte den Entwurf vor. Einen Beschluss dazu fällte der Gemeinderat am Montag noch nicht. Stattdessen wurden die Vorschläge detailliert diskutiert.

Vielen Holzmadenern ist der Verkehr auf der Durchfahrtsstraße, die an Werktagen 4 000 Fahrzeuge passieren, ein Dorn im Auge. Das wurde nicht nur in der Bürgerversammlung vergangene Woche deutlich, sondern auch durch einen von 165 Einwohnern unterzeichneten Bürgerantrag für Tempo 30, den die Gemeinde im Dezember auf den Tisch bekommen hatte.

Erneut machte Bürgermeisterin Susanne Jakob darauf aufmerksam, dass die Kommune auf der Kreis- beziehungsweise Landesstraße weder Parkverbote noch Geschwindigkeitsbegrenzungen anordnen kann, doch soll ein Vorschlag festgezurrt werden, mit dem die Rathauschefin auf die Verkehrsbehörde zugehen möchte. Einfließen sollte in die Überlegungen auch, wie sich Tempo 30 auf den Verkehrsfluss auswirken würde. „Es zeigt sich, dass es nicht gelingt, Anwohner und Autofahrer gleichermaßen zufriedenzustellen“, räumte Susanne Jakob ein.

Grundlage für den Entwurf des Büros Kölz ist ein auch mit Fotos dokumentiertes Protokoll, in dem akribisch erfasst wurde, wann an welchen Stellen Fahrzeuge stehen. „Wichtig ist eine Verstetigung des Verkehrs“, erklärte Andreas Weber. Das bisherige ungeordnete Parken führe zu einer gegenseitigen Behinderung. Stellplätze zu garantieren und gleichzeitig die Sicherheit zu erhöhen, gleiche oft der Quadratur des Kreises. Im Bereich der Hirtenstraße und der Aichelberger Straße kann sich Andreas Weber in größeren Abständen Parkplätze vorstellen, die abwechselnd an den beiden Fahrbahnrändern in Zweier- oder Dreierbündeln angeordnet sind. „Die Gesamtzahl entspricht ungefähr dem bisherigen Bedarf“, erklärte der Planer. „Allerdings kann man dann nicht mehr direkt vor dem Haus parken, sondern muss ein paar Schritte gehen.“ Um keinen Schilderwald zu bekommen, plädiert der Stadtplaner für das Ausweisen einer Zone, in der nur auf den gekennzeichneten Flächen geparkt werden darf.

Kommt ein Blitzer?

Tabu wäre dagegen das Parken im kurvigen Abschnitt Weilheimer Straße/Brunnenplatz. Auf dem ganzen Abschnitt bis nach der Engstelle oberhalb des Brunnenplatzes sollte Andreas Weber zufolge aus Sicherheitsgründen Tempo 30 gelten. „Wenn wir kürzere Abschnitte haben, erhöht das die Akzeptanz“, so seine Erfahrung. Ein Blitzer könne zudem die Einhaltung der Geschwindigkeit gewährleisten. Das Ausweisen von Parkflächen im Bereich der Ortsmitte sei indes nicht sinnvoll, bei künftigen Planungen müsse jedoch auf das Anlegen von Parkplätzen geachtet werden.

Verschiedene Gemeinderäte sprachen sich gegen den Vorschlag aus, vor die gekennzeichneten Parkflächen in der Ortsdurchfahrt Bäume zu pflanzen. Problematisiert wurde unter anderem auch die Idee, gegenüber dem Hotel an der Bahnhofstraße Stellplätze vorzusehen, um die Parksituation in der Marienstraße zu verbessern, und es wurde angeregt, am Brunnenplatz doch einen Minikreisel zu erwägen, obwohl Andreas Weber erklärt hatte, die Einfahrt aus der Rainstraße sei gefährlich, und das Überfahren des inneren Kreises verursache Lärm.

Gestern Abend hatten die Bürger die Gelegenheit, sich im Rahmen der Gemeindeentwicklung Gedanken über das Konzept zu machen.Anke Kirsammer

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