Weilheim und Umgebung

Kraftakt

Das Christophsbad lässt den Worten Taten folgen. Ein­drucksvoll packt der Göppinger Klinikträger die Sanierung des Bad Boller Kurhauses an, das er vor zwei Jahren erworben hat. Nahezu elf Millionen will er in die alte und auch neuere Gebäudesubstanz investieren. Allein die Mehrkosten für das denkmalgeschützte Hauptgebäude liegen nach jetzigem Stand bei 1,1 Millionen. Ein gewaltiger Kraftakt.

Das Haus macht dem neuen Besitzer Freude. Die gute Auslastung steigt noch, Bad Boll ist eine gefragte Reha-Adresse. Zu Zertifikaten und guten Behandlungsergebnissen kommt jetzt neuer Glanz der historischen Fassaden. Mehr kann man sich für den Betrieb, der für den Ort und die Region wichtig ist, im Moment nicht wünschen.

Im Moment – denn der große Schritt in die Zukunft steht noch bevor. Die Rehaklinik muss wachsen, sie hat mit 155 Betten in der Orthopädie keine krisenfeste Größe. Woher der Zuwachs kommen soll, ist noch nicht klar. Geschäftsführer Bernhard Wehde denkt an Langzeit-Reha und Prävention, er stützt sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse. Ob die Krankenkassen mitziehen, wird sich weisen. Wehde hat gute Argumente: Wenn der alte Mensch länger zu Hause leben kann, weil er nachhaltig und vorbeugend behandelt wird, ist ihm und seiner Familie ebenso geholfen wie den Kassen.

Ob das künftige Standbein so oder anders aussieht: man darf getrost abwarten. Das Christophsbad hat alle Erfahrung und Gespür für den Bedarf.JÜRGEN SCHÄFER

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