Weilheim und Umgebung

Krankenpflegevereine auf der Suche nach einer neuen Identität

Krise „Es ist eine Zeit, in der viele Krankenpflegevereine dahinwelken“, sagt Matthias Hennig, Vorsitzender des Weilheimer Krankenpflegevereins und evangelischer Pfarrer. Der Grund: Sie sind ihrer ursprünglichen Aufgaben beraubt worden. Ursprung Zur Gründungszeit der Vereine – in Weilheim im Jahr 1911 – war die Versorgung kranker und alter Menschen oft noch unzureichend. Also schloss man sich zusammen, zahlte einen Beitrag und bekam im Fall des Falles Unterstützung von einer Gemeindeschwester. Die wiederum wurde von den Mitgliedsbeiträgen bezahlt. Entwicklung Im Laufe der Jahre veränderten sich die Altersstruktur in der Bevölkerung sowie die Anforderungen in der Kranken- und Altenpflege. Diakoniestationen und Sozialstationen wurden gegründet. 1995 kam die Pflegeversicherung, die von nun an die Pflegekosten der Bürger übernahm. Aufgaben Finanziell haben die Krankenpflegevereine nach wie vor ihre Berechtigung: Sie bezuschussen die Diakoniestationen. „Aber das ist keine sichtbare, erfüllende Aufgabe“, sagt Matthias Hennig. Für viele Vereine stelle sich deshalb die Frage: Auflösen oder eine neue Daseinsberechtigung finden? Neuorientierung Der Krankenpflegeverein in Weilheim ist noch längst nicht an dem Punkt, aufgeben zu wollen. „Wir haben 300 Mitglieder, und der Vorstand ist sehr agil“, freut sich Matthias Hennig. Der offene Mittagstisch ist nun ein Schritt hin zu einem neuen Betätigungsfeld des Vereins. „Man kann kranken, älteren Menschen auch helfen, indem man ihnen eine Essensmöglichkeit gibt und ihnen Begegnung ermöglicht“, so Hennig.bil


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