Weilheim und Umgebung

Männerstimmen stimmen an

Herbstkonzert in der Zipfelbachhalle mit Liedern und Solisten

In der voll besetzten Zipfelbachhalle wurde jüngst unter dem Motto „Männerstimmen stimmen an“ ein ansprechendes Programm geboten. Der Männerchor Hepsisau unter der Leitung von Theresia ­Müller präsentierte einen bunten ­Melodienreigen.

Weilheim. Mit dem Trinklied „La Traviata“ von Giuseppe Verdi wiesen die 24 Sänger sogleich den musikalischen Weg bei den ersten fünf Stücken. Einer sängerischen Hommage an den Wein und dessen Genießer gleich, wurden die Lieder „Aus der Traube in die Tonne“, „Das Trinkglas“, „Drum freudige Zecher“ und „Württemberger Wein“ mit Inbrunst intoniert. Tenor Steffen Schaff philosophierte hierbei auf sängerische Weise mit teils gewollt schrägen Tönen über das Trinkglas. Alle im Saal spürten es: Die weinseligen Lieder waren wohl nach dem Geschmack der Sänger, die hier ihr Stammliedgut präsentierten.

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Nicht minder gut waren die folgenden Stücke. Bei „Agnes“ handelte es sich um ein Kinderlied von Eduard Mörike. Nur für Erwachsene hingegen war der Klassiker „Erlaube mir, feins Mädchen“, der auf romantisch-verklärte Weise eindeutiges Handeln zwischen Mann und Frau thematisierte. Jung-Dirigentin Regina Schöffler führte hierbei den Taktstock und löste mit ihrem frischen Auftritt Beifallsstürme beim Publikum aus.

Renate Leinbach und ihrem Enkel Jonathan oblag es, Namen und Inhalt der Lieder anzusagen. Eine anspruchsvolle Aufgabe, die sie erfolgreich und mit Humor meisterten. Der bestens aufgelegte Tenor Steffen Schaff sang dann „Auf Flügeln des Gesangs“ von Felix Mendelssohn Bartholdy so gekonnt, dass das feinfühlige Publikum mit einem hörbaren Mehr an Applaus die Leistung würdigte. Stets sehr sensibel wurde der Gesang von Professor Harald Lierhammer am Klavier begleitet.

Als immer gern gehörtes Lied durfte die „Biene Maja“ natürlich nicht fehlen, die Titelmelodie der gleichnamigen Trickfilmserie. Marcus Bodenseh am Bass und Peter Kumpf am Schlagzeug waren hauptverantwortlich für das mit viel „Drive“ daherkommende Arrangement, das an den Interpreten Karel Gott erinnerte. Etwas gewagt schien es, dass ein Männerchor die 1954 publizierte Melodie „Mr. Sandman“ mit ihren swingenden und teils disharmonischen Tönen in Angriff nimmt. Die Hepsisauer meisterten die Aufgabe bravourös, was auch von der hohen Flexibilität des Chors zeugt.

Beim Schlager „Zuckerpuppe“ (aus der Bauchtanzgruppe) kam vielen der unvergessene Sänger Bill Ramsey in den Sinn, der die wohl populärste Version des Evergreens in den frühen 60er-Jahren gesungen hatte. Zum Ende des ersten Konzertteils wurde der Gassenhauer „Ich war noch niemals in New York“ intoniert. Was lag näher, als mit diesem bekannten Song das Publikum mal aktiv ins Geschehen einzubinden? Tenor Schaff fungierte hierbei als Vorsänger, während die Gäste beim Refrain aus vollem Herzen mitsangen.

Nach der Pause startete der Chor mit „Va, pensiero“ – besser bekannt als Gefangenenchor – aus Verdis Nabucco. Die Melodie gefiel dermaßen, dass sich Ergriffenheit im Raum einzustellen schien. Einen Ausflug aufs Meer und in die Romantik wagten die Männer dann mit den Weisen „Santiano“, „Schifferlied“ – sehr ans Herz gehend und a cappella vorgetragen – sowie „Steuermann, lass die Wacht!“. Letzteres Stück aus dem fliegenden Holländer wurde vierhändig am Klavier von Harald Lierhammer und Theresia Müller begleitet. Derweilen nahm Hans Schumann in Stellvertretung das Dirigat wahr.

„Es war, als hätt der Himmel die Erde still geküsst“, lautete der Eingangstext zu Eichendorffs Weise „Die Mondnacht“, die von leisen Tönen und einfühlsamem Klavierspiel geprägt war. Auch bei den Melodien „Ich ging mal bei der Nacht“, „Spanische Nächte“ sowie „Arie des Max“ und „Jägerchor“ – beide aus dem „Freischütz“ – fand der Chor stets die richtige Tonlage und bescherte beste Klangfülle im Raum. Er legte hierdurch auch Zeugnis für die gute Akustik in der Zipfelbachhalle ab.

Das Konzert schloss mit Melodien aus der Operette „Maske in Blau“, bei der Steffen Schaff abermals sein brillantes Können zeigte. Wegen des stürmischen Applauses folgte noch die Zugabe „Im weißen Rössl“. Vorsitzender Roland Braun dankte allen Akteuren für die guten Leistungen, ehe dann der gesellige Teil begann.