Weilheim und Umgebung

Mauer muss noch mal durchhalten

Fördermittel Die Lindachmauer in Neidlingen könnte einstürzen. Geld für eine Sanierung erhält die Gemeinde nicht.

Die Förderung für die Sanierung der Lindachmauer wurde abgelehnt, die Gemeinde will 2019 einen neuen Antrag stellen.Archiv-Foto:
Die Förderung für die Sanierung der Lindachmauer wurde abgelehnt, die Gemeinde will 2019 einen neuen Antrag stellen.Archiv-Foto: Peter Dietrich

Neidlingen. Gemeinderäte sollen ja stets, selbst bei manchmal hitzigen Diskussionen, einen kühlen Kopf bewahren. Doch bei solch sommerlichen Temperaturen wie im Moment wäre das im Neidlinger Ratssaal unter dem Dach des Rathauses kaum möglich gewesen. Dort war es einfach zu heiß und stickig. Also hatte Bürgermeister Klaus Däschler die Sitzung kurzerhand ins Erdgeschoss verlegt, in die deutlich kühlere Kelter. „Wir haben die Kulisse nachgebaut“, sagte er zu Beginn.

„Das alles wegen einem Mäuerchen“, klagte Klaus Däschler bei einem ganz speziellen Tagesordnungspunkt. Gemeint war die Bachmauer an der Lindach zwischen den Häusern Kirchstraße 54 und 58. Sie hat Risse, Hohlstellen und Ausbrüche und könnte durch die Fahrzeuge auf der Kirchstraße oder bei Hochwasser einstürzen. Deshalb wurde die Kirchstraße an dieser Stelle auf einer Breite von 1,50 Metern gesperrt.

Die Planung für die Sanierung hat der Gemeinderat schon im November 2017 besprochen. Mit ihrem Antrag auf Fördermittel hat die Gemeinde das nötige Wasserrechtsgesuch eingereicht. Anfang Juli kam nun der Ablehnungsbescheid des Regierungspräsidiums Stuttgart. Die Fördermittel im Land seien sehr knapp und fließen in diesem Jahr vor allem in den Hochwasserschutz. Die Gemeinde stand also vor der Wahl, auf eigene Kosten zu bauen oder im neuen Jahr einen neuen Förderantrag zu stellen.

Mittlerweile kam aber überraschend noch etwas anderes hinzu: Plötzlich teilte das Landratsamt der Gemeinde mit, dass sie eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorlegen muss. Also wird die Gemeinde nun erneut ein Fachbüro beauftragen. Wenn das Ergebnis vorliegt, kann sie dann für das Jahr 2019 einen neuen Förderantrag stellen. Dies beschloss der Gemeinderat ebenfalls ein­stimmig. Peter Dietrich

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