Weilheim und Umgebung

Mehr bezahlt – und mehr bekommen

Schlussabrechnung für die Sanierung der Ohmdener Gemeindehalle liegt vor

Ursprünglich war eine reine Brandsanierung der Ohmdener Gemeindehalle geplant. Daraus ist wesentlich mehr geworden – aus den Kosten auch.

Bei der Sanierung der Gemeindehalle sind einige Schwachstellen zutage getreten. Deren Beseitigung hat die Kosten in die Höhe get
Bei der Sanierung der Gemeindehalle sind einige Schwachstellen zutage getreten. Deren Beseitigung hat die Kosten in die Höhe getrieben.Foto: Carsten Riedl

Ohmden. 880 000 Euro hat die Sanierung der Ohmdener Gemeindehalle unterm Strich gekostet. Diese Zahl hat Architekt Andreas Kommritz im Rahmen der Schlussabrechnung vorgelegt. „Man sieht daran wieder einmal, dass Sanierungen im Bestand meist teurer werden als gedacht – während Neubauten eher günstiger rauskommen“, sagt Ohmdens Bürgermeister Martin Funk.

Anzeige

Dass die Maßnahme teurer geworden ist als noch beim Start der Sanierung gedacht, hat seine Gründe. „Wir haben noch ein paar zusätzliche Dinge gemacht“, erläutert Architekt ­An­dreas Kommritz und fügt hinzu: „Man darf nicht vergessen, das wir für mehr Geld auch mehr Leistungen bekommen haben.“ Ein Beispiel dafür ist der Parkettboden auf der Bühne. Er war derart mitgenommen, dass er abgeschliffen werden musste. Auch statische Probleme kamen während der Bauarbeiten zutage: „Es gab einen Riss in der Außenwand des Anbaus“, so Kommritz. „Deshalb haben wir den Statiker eingeschaltet und das Problem behoben.“

Handlungsbedarf gab es auch an anderer Stelle: „Es ist ein starker Gestank aufgetreten“, schildert der Architekt: „Darum haben wir eine Kanaluntersuchung angeordnet.“ Das Ergebnis: Im Untergrund steckten etliche defekte Rohre und Leitungen, die ausgebessert werden mussten. Auch Probleme mit der Schließanlage, lose Fliesen in der Küche und marode Rohre an der Heizungsanlage machten zusätzliche Arbeiten notwendig.

Dreieinhalb Jahre ist es her, dass es in der Ohmdener Gemeindehalle gebrannt hat. Kurz vorm Weihnachtsfest 2012 war im Mehrzweckraum im Untergeschoss ein Feuer ausgebrochen. Anfangs hieß es, die Halle sei ein halbes bis dreiviertel Jahr später wieder nutzbar, 200 000 Euro wurden für die Brandsanierung veranschlagt. Dann ist mehr daraus geworden. Das Landratsamt forderte ein neues Brandschutzkonzept, weil in der Halle auch Großveranstaltungen stattfinden. Angesichts dessen schwollen die geschätzten Kosten aufs Doppelte an, und der angesetzte Zeitrahmen wurde immer größer. Drei Jahre dauerte es schließlich, bis die Sanierung komplett abgeschlossen war. Im Herbst vergangenen Jahres ging mit dem Erntedankfest wieder die erste große Veranstaltung nach dem Brand über die Bühne.

Vom Gesamtbetrag für die Sanierung der Halle hat die Gebäudeversicherung 323 000 Euro übernommen. Die Hausratsversicherung ist mit rund 28 000 Euro für Möbel und anderes Inventar aufgekommen. Der Gemeindeanteil Ohmdens beläuft sich auf 528 000 Euro. Allerdings hat die Kommune auch eine Finanzspritze vom Land in Höhe von 236 000 Euro erhalten.

Noch 2014 war die Kommune von einem Eigenanteil von nur 475 000 Euro ausgegangen. „Jetzt sind es zwar gut 50 000 Euro mehr geworden als geplant, aber angesichts des Volumens ist das trotzdem ein akzeptables Ergebnis“, versichert Michael Nagel, stellvertretender Stadtkämmerer Weilheims.

In der Küche wird nachgebessert

Mit der Zubereitungsküche in der Ohmdener Gemeindehalle hatten sich mehrere Vereine und andere Nutzer unzufrieden gezeigt. Jetzt wurden bei einem Vor-Ort-Termin Verbesserungsvorschläge aufgelistet. Einige Beispiele. Spülmaschine: Vor allem die Vereine wünschen sich, dass die Spülmaschine auf einen Sockel gestellt wird, damit sie sich besser einräumen lässt. Außerdem soll es künftig eine benutzerfreundlichere Bedienungsanleitung geben. Geschirr und Besteck: Geplant ist, in der Küche einen separaten Lagerraum für Geschirr und Besteck einzurichten. Zudem sollen die Bestände aufgefüllt und ergänzt werden. Fraglich ist noch, ob Neuanschaffungen wie Tortenheber oder Brotmesser notwendig sind. Kühlschränke: Es sollen zwei neue Kühlschränke mit Glastüren gekauft werden, einer für Getränke und einer für Speisen. Tische: Ältere Tische sollen durch Exemplare aus Edelstahl ersetzt werden, deren Oberfläche leichter zu reinigen ist.bil