Weilheim und Umgebung

Mehr musizieren und weniger perfektionieren

Musik Der Blasmusikverband Esslingen hält seine Jahreshauptversammlung in der Limburghalle in Weilheim ab.

Foto: Thomas Krytzner
Foto: Thomas Krytzner

Weilheim. Derzeit spielen in 51 Mitgliedsvereinen des Blasmusikverbandes Esslingen rund 3 900 Aktive. Davon sind 2 100 unter 18 Jahre alt. Der Anteil an Musikerinnen stieg auf knapp 50 Prozent. Geschäftsführer Ralf Krasselt freut sich über mehr als 8 000 fördernde Mitglieder im Verband und blickte auf ein ereignisreiches Jahr zurück.

Das Thema Versicherungen im Verein soll demnächst erörtert werden. Delegierte der einzelnen Musikvereine äußerten den Wunsch nach einer Schulung beim Einsatz neuer Medien. Präsident Markus Grübel freut sich in seiner Ansprache über Freigabe der Gelder für den Bau des Musikzentrums in Plochingen. Der Erste Vorsitzende des Musikvereins Weilheim, Thomas Schediwy, mahnte: „Wir sollten unsere Feste manchmal weniger perfektionieren, dafür mehr musizieren und miteinander reden.“

Sinja Wernz von der Bläserjugend zeigte sich nach einem Jahr Vereinsarbeit zufrieden. „Wir haben ein gutes Team und Kontinuität.“ Die Chefin der Jungbläser verkündete, dass Michael Fischer neuer musikalischer Leiter ist. 56 Musiker im Alter von 14 bis 26 Jahren spielen im Jugendblasorchester.

Verbandsdirigent Thorsten Feisthammel berichtete von einem vielschichtigen Jahr und stellte in Aussicht, dass es weitere Ausbildungen für Schlagzeuger und Posaunenbläser gibt. Für das Jahr 2018 ist zudem ein neuer Einsteigerkurs für Dirigenten geplant. Für das bevorstehende Wertungsspiel gelten neue Wertungsrichtlinien. Es gibt eine offene, direkte und verdeckte Wertung. Außerdem soll die traditionelle Blasmusik mehr gefördert werden.

Bei den Wahlen wurden Markus Niebauer als Vizepräsident Esslingen und Thomas Krytzner als Pressereferent ins Präsidium des Kreisverbandes gewählt. Herbert Schrag verließ das Vorstandsgremium nach 17 Jahren. Für seine Tätigkeit erhielt er von Ralf Krasselt die „Ehrenmedaille in Silber“ vom Landesverband Baden-Württemberg. Markus Grübel erhielt für zehn Jahre Vorsitz im Kreisverband die Ehrenmedaille in Bronze. Erfreuliches konnte Ralf Krasselt von der finanziellen Seite des Verbandes berichten. Knapp 10 000 Euro Überschuss können als Rücklagen verbucht werden. Diese werden aber im neuen Geschäftsjahr wieder ausgegeben, wie Krasselt verkündete. Um viel Geld ging es im anschließenden Vortrag von Karl Glöckler. Der Vizepräsident und Gema-Beauftragte des Blasmusikverbandes Baden-Württemberg erklärte den anwesenden Musikern in der Limburghalle, dass der Verband im Jahr 2015 rund 450 000 Euro an die Gema bezahlt hat. Glöckler hatte auch unerfreuliche Neuigkeiten dabei: „Ständchen, bei denen die Öffentlichkeit Zugang hat, müssen künftig der GEMA gemeldet werden.“ Er beschwichtigte allerdings, dass durch den Pauschalvertrag des Landesverbands die meisten Kosten abgedeckt seien. Dennoch sorgte diese neue Regelung für einige Diskussion und Kopfschütteln. Glöckler mahnte aber, Sensibilität zu wahren, „ohne Übereifer bei Meldungen und den Ball flach zu halten.“ kry

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