Weilheim und Umgebung

Mit Pippi und Bollerwagen auf Tour

Ferienprogramm Sechzehn Kinder von vier bis sechs Jahre wurden von Gretel Pfäffle in die Natur und in die Welt des Kinderklassikers „Pippi Langstrumpf“ von Astrid Lindgren geführt. Von Patricia Jeanette Moser

Ein Vesper in der Wiese gehörte zu den vielen vergnüglichen Dingen bei der Vorlese-Wanderung mit Gretel Pfäffle beim Ferienprogr
Ein Vesper in der Wiese gehörte zu den vielen vergnüglichen Dingen bei der Vorlese-Wanderung mit Gretel Pfäffle beim Ferienprogramm. Foto: Patricia Jeanette Moser

Ein fröhlicher Lindwurm zog durch Neidlingen in Richtung Seestraße. Sechzehn Kinder von vier bis sechs Jahren wurden angeführt von der ehemaligen Kindergartenleiterin Gretel Pfäffle und deren Begleitung Anette Zeilfelder, Erzieherin im örtlichen evangelischen Kindergarten Wasserschloss. Viele freudige Begegnungen gab es bereits am Treffpunkt Rathausvorplatz. Die Eltern der teilnehmenden Kinder waren zumeist selbst schon Kindergartenkinder bei Gretel Pfäffle gewesen. Vor acht Monaten hat sie den Neidlinger Kindergarten verlassen. „Ja bist du wieder im Kindergarten“, riefen ihr manche Passanten entgegen. Lachend klärte sie auf, dass heute Ferienprogramm stattfindet.

Gretel Pfäffle begab sich, wie schon Jahre zuvor, auf die sommerliche „Vorlese-Wanderung“. Authentisch ausgestattet trug sie dazu Pippi-Langstrumpf-Ohrhänger. „Wir werden gehen, lesen und spielen“, erläuterte Gretel Pfäffle das morgendliche Programm. Ein großer Bollerwagen enthielt die wichtigen Dinge, die ein Ausflug mit Kindern verlangt. Ein Kanis­ter mit Wasser, ein SOS-Set für den Notfall, Spiel-Utensilien und eine Decke.

Vorbei an der Neidlinger Kugelmühle ging es paarweise, Hand in Hand, in Richtung Seestraße. Erste Station war der dortige Spielplatz. „Wir lassen sie erst mal ein bisschen toben“, entschlossen sich die beiden erfahrenen Pädagoginnen. „Die haben sich jetzt zwei Wochen lang nicht gesehen und sind heute total happy“, erklärte ­Anette ­Zeilfelder. Rutsche, Schaukeln, Wippen und Sandkasten waren von den Kindern im Nu erobert. Im Sandkasten kam es dann zum ersten „Vorlese“-Teil der Wanderung. Pippi Langstrumpf, der Kinderklassiker von Astrid Lindgren, wurde von Gretel Pfäffle als Lese­stoff ausgewählt. Mit Spannung verfolgten die Kinder den Einzug der neunjährigen Pippi in die Villa Kunterbunt. Pippi lässt die Kinder wissen, dass ihre Mama ein Engel und ihr Papa ein Südseekönig sei. Mit der Wahrheit nimmt sie es bekanntlich nicht so genau. Das Thema „Lüge“ wurde hier erörtert und die Kinder lauschten gebannt.

Ein Pippi-Memory-Spiel offenbarte anschließend, wer gut auf­gepasst hat. Gretel Pfäffle hatte dazu sieben Karten mit Pippi-­Illustrationen in die Mitte gelegt. Was sich dabei zeigte: Alle hatten gut aufgepasst und waren richtige Pippi-Insider. Nach kurzer Trinkpause ging es auch schon weiter auf der Seestraße. Die gärtnernden Anwohner freuten sich über den Anblick der vorbeiziehenden Kinder, die abwechselnd den Bollerwagen schoben. ­Anette Zeilfelder errichtete mit ausgestreckten Armen und mithilfe von zwei Kindern so manche Straßensperre. Am Ende der Seestraße, auf einem Feldweg, gab es dann ein neues Kommando. Bis jetzt brav Hand in Hand, durften die folgsamen Kleinen bis zum bereits sichtbaren nächsten Etappenpunkt rennen, was das Zeug hält. „Vespern wir jetzt bald?“, lautete manche ungeduldige Frage.

Auf mitgebrachten Sitzauflagen ließ sich die bunte Schar in der Obstwiese nieder. Das Vesper mundete in der Gemeinschaft besser als am heimischen Esstisch.Noch vier weitere Kapitel aus dem Pippi-Buch wurden vorgelesen, unterbrochen durch Tänzchen und eine kleine Affen-Suche, immer passend zum Buch.

Am frühen Nachmittag bewegte sich dann der bunte Lindwurm wieder zurück in Richtung Rathaus, wo die Abholer stürmisch begrüßt wurden. Gretel Pfäffle bietet dieses Ferienprogramm bereits seit Jahren an. „Es gab immer Ferienprogramm für Schüler. Ich wollte auch mal was für die Kleinen machen“, erklärte sie die Entstehungsgeschichte der Veranstaltung.

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