Weilheim und Umgebung

Mokey ordnet das Schlüsselchaos

Made unter der Teck: Der Weilheimer Moritz Mack verbindet Geschäftsidee mit sozialem Engagement

So praktisch wie das Schweizer Taschenmesser präsentiert sich die Geschäftsidee von Moritz Mack: Ein Schlüsselhalter, der Ordnung in das Schlüssel-Wirrwarr bringt und dazu noch 100 Prozent in Deutschland hergestellt und montiert wird.

Erfinder Moritz Mack bei der Qualit?tskontrolle. Foto: Thomas Krytzner

Erfinder Moritz Mack bei der Qualitätskontrolle. Foto: Thomas Krytzner

Weilheim / Kirchheim. Der Weilheimer Moritz Mack hatte genug davon, den Schlüsselbund klimpernd mit sich herumzutragen und ständig den richtigen Schlüssel zu suchen. So setzte er sich eines Abends hin und brütete darüber, wie man dem Chaos in der Hand- und Hosentasche Herr werden könnte. Mit Skizzen auf Papier nahm seine Idee langsam Form an. Dabei kam Mack seine Ausbildung als Werkzeugmechaniker zugute. Schließlich digitalisierte er seine Idee im ComputerAided Design (CAD) und schrieb auch gleich das Programm dazu: Der „Mokey“, wie Moritz Mack den neu entwickelten Schlüsselhalter nennt, bekam seine Form.

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Vor rund einem Jahr lancierte Mack sein Produkt auf dem Markt. Der Mokey fand sofort Anklang und die Nachfrage stieg. Anfänglich montierte Moritz Mack noch selbst, mobilisierte bei hohem Bestelleingang seine Kumpels und bekam vom Freundeskreis den Tipp, die Montagearbeiten doch von den Kirchheimer Behinderten-Werkstätten (WEK) erledigen zu lassen.

Schnell waren sich Arbeitserzieher Marco Schönrock von den WEK und Moritz Mack einig, dass dieses Produkt hervorragend in das Arbeitsumfeld der Menschen mit Behinderung passt. So werden aktuell die Rohteile aus Aluminium in Weilheim lasergeschnitten, die Carbonteile werden gefräst und danach mit den Montageteilen zur WEK nach Kirchheim zur Endmontage geliefert.

Zehn Arbeitsschritte bei der Montage sind nötig und diese können gemäß Marco Schönrock an die Fähigkeiten der einzelnen Mitarbeiter angepasst werden. „Ich kenne meine Leute und deren kognitiven Fähigkeiten“, sagt Schönrock. „Der Mokey ist ein tolles Produkt für die Werkstätte. Die Leute identifizieren sich damit und sind stolz, für den Mokey zu arbeiten.“ Ein weiterer Vorteil sei, dass Moritz Mack häufig da sei und die Menschen mit Behinderung damit wüssten, für wen sie arbeiten. Das motiviere zusätzlich. Stolz berichtet Marco Schönrock, dass die Mitarbeiter das Produkt auch nach außen tragen und in ihrem Bekanntenkreis von der Arbeit erzählen.

Moritz Mack nennt den Mokey auch liebevoll „kleiner Bruder des Schweizer Taschenmessers“ und freut sich über viele Rückmeldungen und Anregungen, die er von Kunden übers Internet erhält. So habe ein Kunde einen Clip gefordert, mit dem der Mokey auch an der Hose befestigt werden kann. Mack brauchte nicht lang, um dieses Gadget ebenfalls anbieten zu können. Weitere Optionen sind der Einkaufschip, ein Flaschenöffner und ein USB-Stick.

„Es gibt unzählige Möglichkeiten“, erklärt Mack strahlend, „die Schwierigkeit dabei ist jedoch, eine Balance zwischen Marketing und Gewinn zu schaffen. Es sei die Idee gewesen, führt Mack aus, ein langzeitiges Produkt zu schaffen. Er investiere im Zweifel lieber in die Haltbarkeit, als in den kurzfristigen Gewinn.

Aktuell unterstütze er diverse Sportprojekte. Bisher funktioniere dies sehr gut. Er habe er diverse Firmenanfragen und einige Musteraufträge seien gerade bei den Kunden zur Prüfung. Ein Jahr nach dem Start mit Mokey blickt Mack zufrieden zurück – und in die Zukunft. Bisher sei noch kein einziger seiner Mokeys auseinandergefallen und es gäbe auch kaum Abnutzungsspuren.

Mit einem Augenzwinkern erzählt Mack, dass er bei den Treffen des Gründer-Netzwerks meist der Einzige sei, der etwas zum Anfassen mitbringt. Also dann: Mal sehen, was Moritz Mack wohl als nächstes erfindet.

 

 

 

 

 

 

 

Informationen gibt es unter www.mokey.de. Wer eigene Ideen hat und sich über Startup-Unternehmen informieren will, wird bei www.startup-stuttgart.de fündig.

Sandra Mayer freut sich, f?r Mokey zu arbeiten und zeigt es auch stolz. Foto: Thomas Krytzner

Sandra Mayer freut sich, für Mokey zu arbeiten und zeigt es auch stolz. Foto: Thomas Krytzner

Marco Sch?nrock erkl?rt Michael Bodentin die n?chsten Montageschritte. Foto: Thomas Krytzner
Marco Sch?nrock erkl?rt Michael Bodentin die n?chsten Montageschritte. Foto: Thomas Krytzner
Die Alurohteile werden in Weilheim lasergeschnitten. Foto: Moritz Mack

Die Alurohteile werden in Weilheim lasergeschnitten. Foto: Moritz Mack

Es braucht nur ein Cent-St?ck um den Mokey individuell einzustellen. Foto: Thomas Krytzner

Es braucht nur ein Cent-St?ck um den Mokey individuell einzustellen. Foto: Thomas Krytzner