Weilheim und Umgebung

Motorradfahrer sind wieder unterwegs

Polizei Die vielen Unfälle der letzten Jahre führen zu vermehrten Kontrollen im Landkreis Esslingen.

Zum Saisonstart drängt die Polizei die Biker dazu, ihre Maschinen zu überprüfen und vorsichtig zu fahren.Foto: Daniela Haußmann
Zum Saisonstart drängt die Polizei die Biker dazu, ihre Maschinen zu überprüfen und vorsichtig zu fahren.Foto: Daniela Haußmann

Region. Da nun der Frühling angekommen ist, starten viele Biker in die neue Saison. Doch auch in diesem Fall gilt, dass aller Anfang schwer sein kann, wenn man sich unvorbereitet auf die Maschine setzt. Dies belegen die Unfallzahlen gerade zu Saisonbeginn. Gefordert ist aber nicht nur die Aufmerksamkeit der Motorrad-, sondern auch die der Autofahrer. Sie müssen sich nach der Winterpause erst wieder daran gewöhnen, dass auf den Straßen mit Bikern zu rechnen ist. Jedenfalls sehen die Polizei und das Innenministerium Handlungsbedarf, wenn es um die Sicherheit von Motorrad- und Autofahrern geht, und reagieren aktuell mit einer Überwachungsoffensive, verstärkter Prävention und kostenlosen Technik-Checks.

Im Landkreis Esslingen liegen mit der Schwäbischen Alb und dem Schurwald beliebte Motorradstrecken quasi vor der Haustür. Entgegen dem allgemeinen Trend scheinen die Biker in der Region eher mit Köpfchen denn mit nervöser Gashand zu fahren. So verzeichnet die Unfallstatistik für das vergangene Jahr einen durchweg positiven Trend: Die Zahl der Unfälle mit Beteiligung von Motorrädern, womit Krafträder von 50 Kubikzentimeter an aufwärts gemeint sind, hat sich gegenüber 2016 um 32 auf 215 verringert, was einem Minus von 13 Prozent entspricht. Getötet wurde vergangenes Jahr ein Biker, zwei waren es 2016. Die Zahl der Schwerverletzten sank von 42 auf 35 und die der Leichtverletzten von 140 auf 109. Anders sieht die Situation im Land aus, das zeigt schon die Zahl der tödlich Verletzten: 104 Motorradfahrer waren es im zurückliegenden Jahr - ein Anstieg um mehr als 40 Prozent gegenüber 2016.

Auf solche alarmierenden Zahlen reagieren Politik und Polizei mit konkreten Plänen. So hat Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl ein Fünf-Punkte-Programm vorgestellt. Die Entwicklung bei den Motorradunfällen im vergangenen Jahr beschreibt der Minister als dramatisch. Mit Kontrollen, verstärkter Prävention, kostenlosen Technik-Checks, einer offensiven Öffentlichkeitsarbeit und der Entschärfung gefährlicher Strecken sollen nun die Unfallzahlen gesenkt werden.

Knapp zwei Drittel der getöteten Motorradfahrer haben den Unfall selbst verursacht, lautet das Ergebnis einer laut Strobl „intensiven Unfallanalyse“. Wiederum zwei Drittel der Betroffenen waren zu schnell unterwegs. Also wird sich die angekündigte Überwachungsoffensive noch konsequenter und gezielter gegen Raser richten, wobei die Polizei auch auf technische Manipulationen ein besonderes Augenmerk legen wird.

Ein zentraler Punkt, um die Sicherheit für Zweiradfahrer zu erhöhen, ist die Entschärfung gefährlicher Strecken. In Verkehrsschauen und Unfallkommissionen will sich die Polizei gemeinsam mit den Straßenverkehrs- und Straßenbaubehörden dafür einsetzen, Gefahren einzudämmen. Dazu gehören Unterfahrschutzteile an den Leitplanken und Leittafeln in Kurven.Christian Dörmann

Anzeige