Weilheim und Umgebung

Musikalische Bergwanderung

Sommerserenade mit dem „Trio Nobile“ würdigt Franz Schuberts Lebenswerk

Sie huldigen Franz Schubert mit einer Sommerserenade: Sopranistin Christine Euchenhofer, der Bariton Burkhard Seizer sowie Sabin
Sie huldigen Franz Schubert mit einer Sommerserenade: Sopranistin Christine Euchenhofer, der Bariton Burkhard Seizer sowie Sabine Schubert-Kessler an Klavier und Alphorn. Foto: Sabine Ackermann

Weilheim. „Wie gefällt Ihnen die Bergwanderung?“, möchte Christine Euchenhofer nach den ersten Liedern vom still lauschenden Publikum wissen, worauf eine Dame wie

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aus der Pistole geschossen „bequem“ erwidert. Rappelvoll ist der lichtdurchflutete „Konzertsaal“, es mussten sogar noch Stühle herbeigeschafft werden. Kein Wunder, hatte doch das „Trio Nobile“ seine Bergstiefel geschnürt und den Rucksack mit Liedern von Franz Schubert (1797 – 1828) gepackt. Neben der Sopranistin komplettieren Bariton und Violinist Burkhard Seizer sowie Pianistin und Alphornistin Sabine Schubert-Kessler das hervorragend eingespielte Ensemble. „Alpenglühen“ – die anspruchsvoll-unterhaltsame Reise durch Natur und Jahreszeiten hatte in erster Linie Zuschauer ab 50 plus in das Gemeindezentrum Egelsberg gelockt.

Schon zu Beginn wähnte man sich in den Schweizer Bergen, zog einen aus der Ferne, okay, sie war nur vor dem Eingang, Sabine Schubert-Kessler mit der Urgewalt ihrer archaischen Alphornklänge in den Bann. Viel zu selten in unserer Region zu erleben und zu hören, hatten der weiche Naturton sowie der volle Klang stets etwas Magisches. „Hörnerklänge rufen klagend, aus des Forstes grüner Nacht. In das Land der Liebe tragend, waltet ihre Zaubermacht.“ Ob „Trost“ oder „Der Alpenjäger“, Sabine Schubert-Kesslers imponierende Alphorn-Introduktionen aus Johann Baptist Mayrhofers Gedichten waren geradeso das i-Tüpfelchen wie Goethes „An den Mond“, ein von ihr arrangiertes Duett. Grandios von Christine Euchenhofer und Burkhard Seizer gesungen, ein emotionaler Zweigesang für die Seele, mal sanft, mal aufbrausend.

Ohne Mikro oder Verstärker offenbaren die miteinander harmonierenden Stimmen im Wechsel wandelnde Farbnuancen, wie zum Beispiel bei Goethes herausgearbeiteter Symbolfunktion „Mignon und der Harfner“, begleitet vom einfühlsamen Tastenspiel Sabine Schubert-Kesslers. Reiner Zufall ihre Namensgleichheit mit dem österreichischen Komponisten, der in seinem kurzen Leben in circa 600 Liedern die Gedichte von über 115 Autoren, darunter unter anderem „Im Frühling“ von Ernst Schulze, Ludwig Uhlands „Frühlingsglaube“ oder des „Schäfers Klagelied“ von Johann Wolfgang von Goethe, vertonte. Wie geschaffen die Melodien für die Sopranistin und den Bariton, wobei Letzterer bei Matthäus von Collins Gedicht „Licht und Liebe“ zudem auf der Geige begeisterte.

Erstaunlich, wie Christine Euchenhofer und Burkhard Seizer in ihren Liedern bisweilen zwischen den Emotionen umherswitchten: eben noch tieftraurig, dann wieder richtig fröhlich. Auch Zurückhaltung kann eine Art von Respekt sein. So fassten sich sowohl Kantorin Gabriele Bender bei der Begrüßung als auch Pfarrer Eckhard Schlatter beim blumigen Dankeschön angenehm kurz, beide signalisierten damit: Für uns stehen die Künstler und ihre Darbietung im Vordergrund. Am Ende gab es verdienten Beifall, das „Trio Nobile“ gehört seit vielen Jahren zu der kirchenmusikalischen Konzeption.