Weilheim und Umgebung

Nach viel Arbeit ist Genießen angesagt

Garten Eigentlich lässt im August das Wachstum der Pflanzen langsam nach. Nicht so im Garten der Bauers.

Mit Gartenfan durchs Jahr
Mit Gartenfan durchs Jahr

Holzmaden. Still ruht der Garten der Bauers an diesem Nachmittag in Holzmaden. Lediglich das Plätschern des Bachlaufs, das Rauschen des Windes, der Blätter und Blüten zum Tänzeln bringt, und die feinen Töne der Klangspiele sind zu hören. Dazwischen erklingt das muntere Zwitschern der Vögel, die sich vor dem nahenden Regenschauer auf Futtersuche befinden, um dann eilig in ihre Nester zu fliegen. Der Garten hat sich herrlich entwickelt. Immer wieder stechen rosafarbene, weiße, gelbe, blaue oder lila Blüten ins Auge.

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An einer anderen Ecke ist eine Gartenschere, umgeben von abgeschnittenem Blattwerk, die stumme Zeugin des Treibens im Garten. Der Regen der vergangenen Tage hat für ein üppiges Wachsen von Efeu, Farn, Gräsern und Stauden gesorgt, was den häufigen Einsatz der Schneidwerkzeuge unterschiedlicher Art erfordert. Heide-Marie Bauer stutzt Efeu und Farn, bindet Gräser und Stauden zusammen. Letzteres war auch bei der Goldrute der Fall. Heinz Bauer verhilft derweil mit einer Hand-Heckenschere und einer englischen Buchsschere einer Thuja wieder zu ihrer ursprünglichen Form. Auch das Rasenmähen gehört zu seinen Aufgaben, was im August wegen des Regens „bisher schwierig war“, erzählt er.

Wohin kommen die Rosen?

„Damit der Lavendel buschig bleibt, habe ich ihn in eine runde Form geschnitten“, sagt die Hausherrin. Auch die Spindelsträucher verlangen nach einem Rückschnitt. Geteilt hat Heide-Marie Bauer die Pfingstrosen. Damit das farbenfrohe Blütenbild erhalten bleibt, putzt sie die Sommerblumen aus und befreit sie von ihren verwelkten Blüten. Frisch gesetzt sind die Madonnen-Lilien. Für frische Farbe sorgt die Gartenliebhaberin mit den Ablegern der Ringelblume, die entlang der Hecke einen Platz bekommen haben. Farbigkeit bringen auch die vorhandenen Rosen, die nach und nach mit ihrer zweiten Blüte erfreuen. Und dann sind da noch die neu gekauften Rosen mit ihren himmlischen Duftnoten, die Heide-Marie Bauer zusammen mit ihrem Mann in den Boden bringen will. „Ich hoffe, ich finde das richtige Plätzchen dafür“, sagt sie, während ihr Blick über den Garten schweift.

Damit die drei großen Rhododendren neue Blüten bilden können, entfernt Heide-Marie Bauer das Verwelkte. Das Verblühte an den Hortensien fällt der Schere zum Opfer, damit neue Blüten nachwachsen können. Das Wachstum unterstützt sie mit einem speziellen Hortensiendünger. Schließlich hat der Hausherr immer wieder mal damit zu tun, aus dem Bachlauf Fadenalgen zu fischen. Auch hat er den Pflaumenbäumchen einen Sommerschnitt angedeihen lassen.

So zeigt sich der 1 000 Quadratmeter große Garten nach fleißiger Arbeit fein herausgeputzt. Nicht nur Freunde folgen der Einladung von Heide-Marie und Heinz Bauer gerne dorthin, um das Ambiente zu genießen: Schon vor einigen Monaten hat sich für August ein Brautpaar angekündigt. Tage vor dem Termin inspizierte der Fotograf die Lokalität, um für den großen Tag das geeignete Plätzchen für Hochzeitsfotos bei guten Lichtverhältnissen zu finden - rund um die Trauerweide mit ihrer blau bemalten Holzbank. Text und Foto: Cornelia Wahl

Info Am 25. August berichtet der SWR in der Sendung „Privatgärten im Südwesten“ von 21.00 bis 21.45 Uhr unter anderem über den Garten von Heide-Marie und Heinz Bauer.

Gartentipps für den August

Mit Gartenfan durchs Jahr
Mit Gartenfan durchs Jahr

1. Hortensien brauchen einen leicht sauren Boden mit einem pH-Wert zwischen 5 und 6. Dann bleibt das satte Grün erhalten. Zeigt die Hortensie gelbliches Laub, deutet dies auf eine Mangelerscheinung hin.

2. In der Regel ist die beste Zeit im Sommer, um den Lavendel zurückzuschneiden, zwischen Ende Juli bis Anfang August. Dann sollte ein Rückschnitt bis in den grünen, nicht verholzten Sommeraustrieb erfolgen.

 

3. Der August eignet sich dazu, Schwertlilien zu verjüngen und neue Lilien zu pflanzen.

 

4. Teichbesitzer sollten in ihrem Gewässer auf Fadenalgen achten. Sie lassen sich abfischen und können im Garten kompostiert werden.

 

5. Für den groben Formschnitt der Thuja empfehlen Bauers eine Hand-Heckenschere. Für den Feinschliff: eine englische Buchsschere. cw