Weilheim und Umgebung

Naturkindi soll im Herbst eröffnen

Ortsentwicklung Bissingen wächst. Deshalb verbessert die Gemeinde die Kinderbetreuung und ändert Bauvorschriften.

Symbolfoto Kind, Kindergarten, Spielen

Bissingen. Der Antrag beim Landratsamt läuft für den Bauwagen, der ab September den ersten Naturkindergarten von Bissingen beherbergen soll. Schon 2016 war mit den Planungen begonnen worden, jetzt soll er Wirklichkeit werden. Rund 20 Plätze soll er haben. Als Standort ist eine Fläche hinter dem Sportplatz geplant, in unmittelbarer Nähe zum Skatepark. Trotz der Nähe zu den Sportlern wird das Naturerlebnis dort garantiert sein. „Gerade in unserer oft naturfremden Umwelt ist das ganzheitliche elementare Lernen, das die Natur ermöglicht, für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung sehr förderlich“, heißt es schon im vergangenen Jahr in einer Vorlage für eine Gemeinderatssitzung. Mit 50 000 Euro Anschaffungskosten für den Bauwagen ist der neue Kindergarten zudem kostengünstig.

Die Gebühren sollen sich an den Tarifen der bisherigen Betreuungsformen in der Gemeinde orientieren, also gestaffelt nach Kinderzahl im Haushalt und Einkommen. Wer ein Kind hat, zahlt zum Beispiel zwischen 83 und 148 Euro monatlich. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen und trägt damit einer im Grunde erfreulichen Entwicklung Rechnung: Die Zahl der Kinder in Bissingen nimmt stetig zu. Allein 2014 sind 40 Kinder unter drei Jahren dazugekommen, durch Geburt oder Zuzug. „Das sind 30 Prozent mehr als der Schnitt in den vergangen zehn Jahren“, erklärt Bürgermeister Marcel Musolf. Der Schultes sieht es als Beweis für die Attraktivität des Ortes und die Notwendigkeit, weitere Betreuungsmöglichkeiten anzubieten. Für die nächsten beiden Jahre reicht das Angebot aus, weil in der Schulstraße eine vierte Gruppe hinzukommt und der Naturkindergarten eröffnet wird.

Dächer dürfen steiler werden

Zuzug bedeutet nicht nur mehr Kinder in der Gemeinde, sondern auch einen höheren Bedarf an Wohnraum. Diesem Ziel will man sich in Bissingen möglichst schonend nähern. So hat der Gemeinderat für das Wohngebiet Deutelbronn eine neue Bauvorschrift verabschiedet. Künftig dürfen dort Dächer der Einfamilienhäuser eine Neigung von 35 Grad haben. Außerdem soll eine Dachbebauung zugelassen werden, zum Beispiel in Form einer Gaube. Ein zwölf Meter breites Haus kann bei einem Umbau von 25 Grad Neigung auf 35 Grad gute 75 Zentimeter an Höhe gewinnen, rechnete Architekt Rainer Metzger vor. Die Veränderung der Dachlandschaft hielte sich somit noch in Grenzen, außerdem gebe es keine Nachverdichtung, da die Gebäude nur leicht in die Höhe wachsen würden. Das sei im „verträglichen Bereich.“ Dem stimmte der Gemeinderat bei einer Gegenstimme zu. Thomas Zapp

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