Weilheim und Umgebung

Neidlingen zeigt MutKommentar

Die Gemeinde Neidlingen liegt umgeben von den Anhöhen der Schwäbischen Alb und ist jetzt schon beliebtes Wanderziel für viele Touristen aus nah und fern. Nicht umsonst. Denn: Neidlingen bietet bereits zahlreiche Routen an. Beim Wanderparkplatz zum Beispiel können Erholungssuchende in viele Richtungen marschieren. Genießer finden sich in Streuobstwiesen wieder und stehen mitten in der Natur. Wer Neidlingen in der Höhe umkreist, findet nebst flachen und steileren Wanderwegen auch viele Aussichtspunkte. Ebenso entdecken Freizeitaktivisten zum Beispiel Insekten- und Bienenhotels im XXL-Format und einen naturbelassenen Garten mit seltenen Pflanzen.

Da stellt sich in der Tat die Frage, warum Neidlingen einen Prädikatswanderweg mit eigener Vermarktung braucht. Bringt diese Neuerung tatsächlich mehr Tourismus nach Neidlingen? Würden die Direktvermarkter der Streuobstwiesen profitieren? Ortschef Klaus Däschler hat recht, wenn er „seine“ Gemeinde nicht unter Druck setzen lässt. Da ist das Geld besser angelegt, wenn die eigenen Wanderwege gepflegt und sogar beschildert werden. Insbesondere, wenn Neidlingen am Schluss als eine der kleinsten Gemeinden im Landkreis die ganzen Kosten alleine tragen soll.

Außerdem bedeuten selbst die zehn Kilometer Strecke um Neidlingen rum eine enorme Zusatzbelastung für den Bauhof. Denn bisher haben die anderen Gemeinden entlang dem geplanten Prädikatswanderweg, Lenningen, Bissingen und Weilheim, keine Bereitschaft zur Teilnahme am Tourismusprojekt gezeigt. Jetzt gehen die Entwickler mit allen Gemeinden in eine neue Diskussionsrunde, die dann Ende des Jahres Gewissheit bringen soll, ob Neidlingen weitere Unterstützung bekommt. Bis jetzt haben die Neidlinger Räte Mut bewiesen und schließen die alleinige Übernahme der Kosten und Verantwortung aus. Das Vorhaben kann nur mit den Nachbargemeinden gelingen. Fraglich ist nun, ob bis zum Ende dieses Jahres der Weg frei wird für den Weg.

THOMAS KRYTZNER

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