Weilheim und Umgebung

Neues Gewerbegebiet geplant

In Bissingen sollen zusätzliche Bauplätze für ortsansässige Betriebe geschaffen werden

Es gibt Bedarf an Gewerbeflächen. Das hat eine Umfrage unter Bissinger Betrieben ergeben. Erste Schritte hin zum neuen Gewerbegebiet sind getan.

Wo noch grüne Wiese ist, soll ein neues Gewerbegebiet entstehen. Unter anderem möchte der Einkaufsmarkt auf die andere Straßense
Wo noch grüne Wiese ist, soll ein neues Gewerbegebiet entstehen. Unter anderem möchte der Einkaufsmarkt auf die andere Straßenseite ziehen.Foto: Carsten Riedl

Bissingen. „Wir sind noch in einem sehr frühen Stadium“, gibt Bissingens Bürgermeister Marcel Musolf zu bedenken. Bis Bissingen ein neues Gewerbegebiet bekommt, gibt es noch eine Menge zu tun. Wann gebaut werden kann, steht noch nicht fest. Marcel Musolf kann nur so viel sagen: „Verfahrensfristen von fünf Jahren sind keine Seltenheit.“

Entstehen soll das neue Gewerbegebiet auf der Grün- und Ackerfläche, die am Ortseingang Bissingens – von Nabern her kommend – gleich rechts gelegen ist. Erschlossen werden sollen rund 4,5 Hektar.

Der Bedarf in Bissingen ist da: „Seit etwas mehr als zehn Jahren gab es immer wieder Anfragen“, berichtet Marcel Musolf. Die Gemeinde prüfte zunächst einmal, ob es innerhalb der bestehenden Gebiete potenzielle Bauflächen gibt. Das Ergebnis: „Die Nachverdichtungsmöglichkeiten sind nahezu ausgeschöpft.“ Es folgte eine Umfrage unter den ortsansässigen Betrieben. Sie ergab, dass rund vier Hektar neue gewerbliche Bauflächen benötigt werden. Diesen Bedarf hat auch der Verband Region Stuttgart anerkannt – ein wichtiger Schritt.

Interesse an Gewerbeflächen in Bissingen melden übrigens immer wieder auch Unternehmen von außerhalb an. Bürgermeister Marcel Musolf winkt jedoch ab: „Das zukünftige Gebiet ist rein für ortsansässige Entwicklung gedacht.“

Zu denjenigen, die neu bauen wollen, gehört auch der Nahversorger Netto. Er betreibt derzeit eine kleinere Filiale im Bissinger Stahlackerweg, genau gegenüber des geplanten neuen Gewerbegebiets.

Bis es endgültig grünes Licht gibt, gilt es noch einige Bedenken auszuräumen. Die kommen vor allem vonseiten der Landwirtschaft und des Naturschutzes. „Generell muss der Eingriff natürlich ausgeglichen werden“, sagt Marcel Musolf. Was genau passieren soll, wird erst zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt. „Um den Eingriff für die Landwirtschaft zu minimieren, werden wir frühzeitig prüfen, ob ein Bodentausch oder eine Bodenaufwertung mit den ,guten Böden‘ erfolgen kann“, gibt der Bissinger Rathauschef Einblicke in die Überlegungen. Auch was den Naturschutz angeht, gibt es Ideen. Vor allem sollen die dort vorkommenden Feldlerchen geschützt werden. Zum Einsatz könnten beispielsweise sogenannte „Lerchenfenster“ kommen. Das sind rund 20 Quadratmeter große Lücken in Getreidefeldern, die den Lerchen das Brüten erleichtern.

Landwirtschaft, Arten- und Naturschutz sind aber nicht die einzigen Dinge auf der To-do-Liste. Es gilt zudem, Erschließung, Entwässerung und Eigentumsverhältnisse zu klären. Außerdem muss der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet werden.

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