Weilheim und Umgebung

Noch sind Pendler unbekannte Wesen

Zukunft Der Verband Raum Bad Boll will Modellregion für Nachhaltigkeit werden. Eine Studie befasst sich mit den Autofahrern, die den Park and Ride-Platz an der Autobahn bei Aichelberg nutzen. Von Jürgen Schäfer

Der Park and Ride-Platz an der A8 bei Aichelberg ist beliebt. Wer parkt hier, und wie könnte Elektromobilität hier an Bedeutung
Der Park and Ride-Platz an der A8 bei Aichelberg ist beliebt. Wer parkt hier, und wie könnte Elektromobilität hier an Bedeutung gewinnen? Derlei Fragen soll eine Studie beantworten.Foto: Markus Brändli

Grundlagenarbeit leisten für das Land - so nennt der Verbandsvorsitzende des Raums Bad Boll, Hattenhofens Bürgermeister Jochen Reutter, was sich die sechs Gemeinden von Gammelshausen bis Aichelberg gemeinsam vorgenommen haben. Der Verband gilt als „leuchtendes Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit“, wie es der Projektbetreuer für die Nachhaltigkeit, Jörg Hiller, nennt. Und hat den Anspruch, innovativ zu sein.

Jetzt will der Verband wegweisend für nachhaltige Politik in Kommunen werden. Es soll ein Beirat für Nachhaltigkeit gegründet werden, der an den Themen dranbleibt. Am Ende soll ein Masterplan für Nachhaltigkeit stehen, in dem alle Ziele und Maßnahmen mit Zuständigkeiten, Laufzeit und Status aufgeführt sind. Einsteigen will man mit einer Bestandsaufnahme: Wo steht der Verband ökologisch, wirtschaftlich und sozial?

Der Raum Bad Boll ist der erste Verband, der eine Nachhaltigkeitsregion formen will. Im Raum Rottweil wollen das Kommunen auch, haben es aber schwerer, weil sie nicht verbunden waren. Was den Voralbverband leitet: „Aus jeder Idee entwickelt sich etwas“, sagt der Vorsitzende Reutter zuversichtlich.

Die Elektromobilität ist ein Lieblingskind des Verbands. Was hat man sich schon den Kopf zerbrochen über einen E-Bürgerbus für das Verbandsgebiet. Jetzt setzt der Verband neu an - mit weitem Blickwinkel. Um die Elektromobilität für Firmen soll es gehen, um das Umsteigen von Privatleuten und von Pendlern. Es sei wenig bekannt, wie Firmen Elektrofahrzeuge nutzten und was das Potenzial sei, sagt Planer Thomas Sippel. Den Handwerker wolle man fragen, was er braucht und wie er umrüsten müsste. Ein Umrüstungs- und Beratungskonzept soll erstellt und praktiziert werden. In Zell gibt es bereits einen Umrüster für Transportfahrzeuge. Sippel sieht ihn als technologischen Ankerbetrieb für die Studie. Ein lokaler Akteur sei auch die Evangelische Akademie Bad Boll, Wiege der ökumenischen Energiegenossenschaft und möglicher Partner für den wissenschaftlichen Diskurs.

Sodann will man auf den Park and Ride-Platz an der Autobahn in Aichelberg schauen, dort bilden sich tagtäglich Fahrgemeinschaften nach Stuttgart oder Ulm. Auch über sie wisse man nichts, sagt Sippel. Wie passt für Pendler die Elektromobilität? Der Zeller Gemeinderat Kurt Ulmer könnte sich den Park and Ride-Platz in Aichelberg überdacht mit Fotovoltaik vorstellen, da hätte man Kapazität.

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