Weilheim und Umgebung

Noch steht die Kunst,bald kommt sie weg

Ziegelhütte Zum „Endspurt“ des Kunst- und Aktionspfads am Randecker Maar hat Christian Siller – einer der beteiligten Künstler – eine Broschüre über die einzelnen Ausstellungsobjekte zusammengestellt. Von Andreas Volz

Hier steht das übliche BU-Rabarber, keine Ahnung, aber davon entsprechend viel. natürlich darf der kleine esy auch nicht vergess
Hier steht das übliche BU-Rabarber, keine Ahnung, aber davon entsprechend viel. natürlich darf der kleine esy auch nicht vergessen, den oder die Fotografen zu erwähnen.Fotos: Jean-Luc Jacques und Carsten Riedl

Noch gut zwei Wochen, dann werden die Skulpturen und Installationen des Kunst- und Aktionspfads am Randecker Maar wieder abgebaut. Zum „Endspurt“ dürften - wenn die Wettervorhersagen tatsächlich halten, was sie derzeit versprechen - noch einmal Hunderte, wenn nicht gar Tausende zur Ziegelhütte pilgern, um sich von dort aus auf den Pfad in Richtung Ochsenwang zu begeben.

Was viele Besucher als wünschenswert bezeichnet oder vielleicht sogar als Manko betrachtet haben, liegt nunmehr vor: eine Broschüre als Begleiter auf dem Skulpturenpfad. Mit dem 28 Seiten starken Heftchen kann man mehr mit nach Hause nehmen als die eigenen Eindrücke oder Handyfotos.

Die Broschüre ist kein „offizielles“ Druckwerk des Veranstalters Ziegelhütte. Trotzdem steckt einiges an „Innensicht“ darin. Verfasser Christian Siller ist - in seinen eigenen Worten - „an zweieinhalb Projekten beteiligt“: Der überdimensionale Stuhl mit Staufenblick und dem Titel „Mit den Augen eines Kindes wahrnehmen“ ist ebenso sein Werk wie die Installation „Holzweg?“, die sich für das Heizen mit Holz stark macht. Das zusätzliche halbe Projekt, das er mitverantwortet, sind die „Steingesichter“ - die „Trolle und Wichtel“ von Elke Hummel, die auch schon den Weg von Hepsisau hi­nauf zum Randecker Maar säumen.

Beim „Holzweg“ hat Christian Siller einen erhöhten Gesprächsbedarf ausgemacht - weil der Titel häufig missverstanden wird, als der falsche Weg oder als Irrweg. Das liegt daran, dass der „Holzweg“ als solcher kein rechtes Ziel hat. Dieser Weg diente im Wald lediglich dazu, am Endpunkt Holz zu schlagen oder die Stämme von dort aus abzutransportieren. Der „Holzweg“ ist also ein Synonym für „Sackgasse“. Von dort aus geht es nicht weiter, man muss wieder umkehren auf den rechten Pfad.

Beim Kunst- und Aktionspfad ist das alles ganz anders. Selbst der „Holzweg“ Christian Sillers ist keine Sackgasse. Trotzdem steht der Schöpfer dieses „Holzwegs“ bevorzugt vor seiner gemütlichen „Ofenbank“, um Passanten über den richtigen Weg des Holzes vom zarten Pflänzling bis zum Brennholz aufzuklären. Genau an dieser Stelle ist auch seine Broschüre erhältlich - für alle, die sie nicht schon vorher am Maarstüble erwerben konnten.

Das Heft besticht vor allem durch viele bunte Fotos, die nahezu alle Kunstwerke auf dem Pfad zeigen. Es gibt aber auch viele Bilder, die außer den Skulpturen noch die Künstler in Szene setzen. Das wiederum kann die „normale“ Besichtigung des Kunst- und Aktionspfads nicht bieten. Die Texte in der Broschüre geben für gewöhnlich die Gedanken Christian Sillers zu den einzelnen Werken wider. Sie können Leser und Betrachter dazu anregen, sich eigene Gedanken über die Objekte am Albtrauf zu machen.

Wer Christian Siller persönlich treffen möchte, hat dazu am morgigen Donnerstag Gelegenheit. Ab 18 Uhr ist er „auf dem Holzweg“. Auch am Samstag und am Sonntag ist er von 12 bis 17 Uhr auf dem Kunst- und Aktionspfad unterwegs - überwiegend auf dem Abschnitt zwischen dem „Holzweg“ und den „Steingesichtern“.

Die Bilder zeigen unterschiedliche Exponate des Kunst- und Aktionspfads - entweder im Entstehen oder am Eröffnungswochenende. Ga
Die Bilder zeigen unterschiedliche Exponate des Kunst- und Aktionspfads - entweder im Entstehen oder am Eröffnungswochenende. Ganz oben schaut „Mutter Erde“ von Winfried Tränkner ins weite Feld. Oben nimmt die „Holzkuh“ Form und Gestalt an, die Winfried Tränkner mit Jugendlichen der Ziegelhütte geschaffen hat. Unten wird der Einbaum auf dem Trockenen getestet, den Noah und Herakles tragen - ebenfalls von Jugendlichen erarbeitet, unter Anleitung von Gerd Kälberer und Johannes Breckel. Rechts steht Christian Sillers überdimensionaler Stuhl in der Landschaft.Fotos: Jean-Luc Jacques/Carsten Riedl
Kunst und Aktionspfad am Randeckermaar - ZiegelhütteRund um die JugendhilfeSkulpturenpfad
Kunst und Aktionspfad am Randeckermaar - ZiegelhütteRund um die JugendhilfeSkulpturenpfad
Kunst- und Aktionspfad am Randecker Maar ZiegelhütteSkulpturenpfad
Kunst- und Aktionspfad am Randecker Maar ZiegelhütteSkulpturenpfad
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