Weilheim und Umgebung

Offene Gartentüren verraten grüne Daumen

In Bissingen fachsimpelten Hobbygärtner von nah und fern besonders intensiv

Zum „Tag der offenen Gartentür“ öffneten in Bissingen sechs Gartenbesitzer im Obst- und Gartenbauverein Bissingen ihre Tore. Sie teilten ihre Erfahrungen beim Gärtnern mit zahlreichen Gartenfans.

Der „Tag der offenen Gartentür“ lud zum Erfahrungsaustausch nach Bissingen ein.Foto: Cornelia Wahl
Der „Tag der offenen Gartentür“ lud zum Erfahrungsaustausch nach Bissingen ein.Foto: Cornelia Wahl

Bissingen. Neben unzähligen Gartenfreunden, die teils weite Anfahrtswege auf sich nahmen, spickte auch die Sonne zwischen den Wolken hervor in die Gartenanlagen. Wohl voller Freude und Neugier da­rüber, mit welch prächtigen Gärten die Menschen ihre Liebe zur Natur zeigen und ihre Erfahrungen weitergeben.

Andrea und Günther Blocher beispielsweise haben nicht nur einen grünen Daumen. Sie haben sich in der Limburgstraße auf annähernd 180 Quadratmetern einen Nutzgarten geschaffen, der mit gepflegter Vielfalt glänzt. Neben Blumen und Orchideen, Palmen und Oleander, die sie teils von Reisen mitbrachten, gedeihen Kartoffeln, Tomaten, Bohnen, Kohlrabi und Möhren, Zwiebeln, Erdbeeren, grüner Spargel, Zucchini und Weintrauben. Doch wer geradewegs durch das Gartentor tritt, dem fallen als Allererstes die „Treibles“-Sträucher mit ihren sattgrünen Blättern und den gerade reifenden prallen Früchten ins Auge. Neben den fünf Sorten rote „Treibla“ haben die Blochers auch Himbeeren und Stachelbeeren angepflanzt. Letztere zeigen sich gut behütet: Mit Sonnenschirmen schützen sie die Beeren vor Sonnenbrand.

„Für das prächtige Wachstum der roten Johannisbeeren arbeite ich Rindenmulch in den Boden ein. Der baut sich mit der Zeit ab und lockert den Boden“, teilt Günther Blocher sein Wissen mit. Wichtig dabei ist, dass es sich um gelagerten Rindenmulch handelt: „Frischer Rindenmulch enthält zu viel Gerbsäure, was den Pflanzen schadet“, weiß der Hobbygärtner. Auch entferne er im Frühjahr gleich die jungen Triebe, die sonst dem Johannisbeerstrauch die Kraft rauben würden, gibt er einen weiteren Tipp.

Neugierig blickten die Gäste auf die Kartoffeln in Blochers Nutzgarten. Die „Grombiera“ stehen da wie eine Eins. Grüne Blätter, keine Spur von Krautfäule – ein Thema, das viele Gartenliebhaber bewegt. Was Blocher gegen die Pilzinfektion macht, wollten sie wissen. „Die Kartoffeln dünge ich mich Blaukorn. Vor dem Anhäufeln spritze ich sie einmal gegen Krautfäule“, erzählt er. Wieder andere wollten wissen, warum neben den Tomaten kleine Pflanztöpfe mit Löchern im Boden im Erdreich eingegraben sind. „Die dienen zur Bewässerung der Tomate. Das Wasser gelangt so direkt an die Wurzel“, erklärt Günther Blocher.

Etwas unscheinbar im Gewächshaus der Blochers gedeihen Erdnüsse. Die Erdnuss, die zur Gattung der Hülsenfrüchte gehört, wächst, wie ihr Name vermuten lässt, unter der Erde. Ihre Besonderheit: Aus ihren gelben Blüten kommen eine Art Stängel, die Richtung Boden wachsen, sich eingraben und dort Samen bilden.

Mit Freude führte Blocher seine Besucher weiter zu den Orchideen, die in seinem Garten „von alleine aufgegangen sind“. Die Bienen-Ragwurz, die zwischen 20 und 50 Zentimeter hoch wächst, ist überwiegend ein Selbstbestäuber, dem der Winter nichts anhaben kann.

Zum Lustwandeln zog es die Ausflügler in Scharen am „Tag der offenen Gartentür“ außerdem zum Vorgarten von Petra und Wilhelm Lohrmann, wo es Kräuter inmitten von Rosen und Stauden zu sehen gab, und zu Herbert Müller, einem ausgewiesenen Experten in Sachen exotischer Pflanzen. Ebenso konnten die Besucher bei Annette und Josef Kapp Beeren mausen sowie auf der Viehweide bei Ursula Oelkrug im Bauerngarten die Vielfalt bewundern. Und last but not least verzauberten ein paar Kilometer weiter in Ochsenwang die prächtigen Rosen und Stauden im Garten von Brigitte Niemela.

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