Weilheim und Umgebung

Pflegekonzept für viele Jahre erstellt

Bachelorarbeit für die Gemeinde Neidlingen

Wie sie ihre Streuobstwiesen, Hecken und Bachläufe pflegen kann, weiß die Gemeinde Neidlingen nun ganz genau. Das verdankt sie Elisabeth Maria Hernández-Rojas, Studentin an der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg. Sie hat auch bei widrigem Wetter insgesamt 89 Flurstücke erfasst.

Neidlingen. Vom Förster und Gemeinderat Thomas Maier betreut, hat sich Elisabeth Maria Hernández-Rojas an die Kartierung gemacht und für ihre Bachelorarbeit Bürger und Experten befragt. Sie stellte dabei fest, dass die Neidlinger Streuobstwiesen zum großen Teil nicht mehr gepflegt werden und dass es auf den untersuchten 89 Flurstücken rund 41 Hecken gibt, denen es meistens ebenfalls an Pflege mangelt. Eine Hecke solle wirklich eine Hecke sein, höchstens drei Meter hoch, betonte die Studentin. Werde sie nicht gepflegt, entwickle sie sich zur Baumhecke. Auch die Ufergehölze an den Bächen seien zu hoch und dicht gewachsen. Viele Streuobstbäume seien von der Kirschessigfliege befallen.

Elisabeth Maria Hernández-Rojas interessierte sich auch für die Wünsche der Bürger. Solle ein Wacholder freigeschnitten und gefördert werden, oder solle der Wacholder nicht freigeschnitten werden und die Förderung stattdessen der Hecke gelten? 65 Prozent sprachen sich für Ersteres aus, gaben dem Wacholder den Vorzug. Repräsentativ ist diese Befragung allerdings nicht, es wurden lediglich 20 Bögen ausgewertet.

Für jedes einzelne Flurstück hat Hernández-Rojas auf einer digitalen Karte die notwendigen Pflegemaßnahmen hinterlegt. Um den verschiedenen Tierarten einen Rückzug zu ermöglichen, hat sie in ihrem Pflegekonzept die Hecken für den Rückschnitt in mehrere Abschnitte eingeteilt. Alle zehn Jahre, so die studentische Empfehlung, sollten sie in den Monaten Oktober bis Februar auf den Stock zurückgeschnitten werden. Die Hecken sollten manuell gepflegt werden, nicht mit der Maschine. Die Streuobstwiesen sollten zwei- bis dreimal im Jahr gemäht werden, große Flächen analog zu den Hecken in drei bis vier Mosaikteile aufgeteilt werden. Das Mähgut sollte abgefahren werden. Hernández-Rojas schlug auch Themen für weitere Untersuchungen vor. Es könne in weiteren Arbeiten nach Flächen für ökologische Ausgleichsmaßnahmen gesucht, die naturnahe Bachgestaltung untersucht und ein Pflegeplan für die Waldränder entwickelt werden. Auch sei Infomaterial zu erstellen und könnten Veranstaltungen zur Landschaftspflege organisiert werden.

„Es ist ein Mehrwert für uns“, sagte Bürgermeister Klaus Däschler über die Bachelorarbeit. Die Gemeinde werde sich in Ruhe damit beschäftigen. Maier sagte, der Plan biete Arbeit für zehn Jahre, „gefühlt eher für 15 bis 20 Jahre“. Das gelte aber nur, „wenn wir uns akribisch an diesen Plan halten“.

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