Weilheim und Umgebung

Politiker und Naturfreund mit Rückgrat

Nachruf Der langjährige Fraktionsvorsitzende der Kreistags-CDU, Heinz Dangel, ist im Alter von 94 Jahren gestorben.

Heinz Dangel -  stiftet für Mörikekirche Zifferblatt
Heinz Dangel - stiftet für Mörikekirche Zifferblatt

Bissingen. „Mann des Ausgleichs“, „engagierter Baumeister der Kreispolitik“, „Galionsfigur der CDU-Kreistagsriege“, „Mann mit Rückgrat“ - die Liste der Prädikate, die Heinz Dangel verliehen wurden, ließe sich mühelos fortsetzen. 1946 brachten ihn seine sportlichen Ambitionen an die Spitze des Bissinger Turnvereins, dem er viele Jahre vorstand. 18 Jahre lang vertrat er die Bürger der Seegemeinde im Gemeinderat. Als begeisterter Naturfreund ergriff er gerne den Wanderstock im Schwäbischen Albverein und führte 15 Jahre lang als Vorsitzender den Teck-Neuffen-Gau.

Beidem blieb er treu: der Kommunalpolitik und der Natur. Fast 30 Jahre lang hatte sich Heinz Dangel als Vorstandsvorsitzender der Torfmoor-Schopfloch-Stiftung für den Erhalt des Naturjuwels eingesetzt - nicht selten kämpferisch und als unbequemer Mahner. So kennen ihn auch seine Weggefährten aus dem Kreistag. Nach der Kreisreform vertrat er von 1974 bis 1989 die Bürger im damals noch jungen Esslinger Kreisparlament. 13 Jahre lang stand er an der Spitze der CDU-Riege und hatte in seiner letzten Legislaturperiode als Frontmann der mitgliederstärksten Fraktion das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisparlaments inne.

Wo es galt, nahm er im Kreistag kein Blatt vor den Mund, glättete aber auch die Wogen, wenn der Fraktionsdampfer ins Schlingern zu geraten drohte. Als integrierende Persönlichkeit genoss Heinz Dangel nicht nur bei den Christdemokraten großes Ansehen. 1990 würdigte der damalige Landrat Dr. Hans Peter Braun das reiche Lebenswerk des Kommunalpolitikers mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse.

Freilich lag es nicht in der Natur Heinz Dangels, nach seiner Verabschiedung aus dem Ehrenamt die Hände in den Schoß zu legen und sich nach Ochsenwang zurückzuziehen. Als nämlich der damalige CDU-Fraktionschef im Landtag, Erwin Teufel, bei Heinz Dangel anklopfte und ihn bat, Aufbauhilfe im Osten zu leisten, verschwand der Schwabe in Richtung Sachsen und stand dort im Kreis Rochlitz Landrat Andreas Schramm zur Seite.

Vergangene Woche ist Heinz Dangels Lebensweg zu Ende gegangen. Die Familie hat in aller Stille von ihm Abschied genommen.Richard Umstadt

Anzeige