Weilheim und Umgebung

„Reaktivierung der Boller Bahn birgt Chance“

Verkehr Freie Wähler beantragen eine Voruntersuchung zur Schienenverbindung von Kirchheim nach Göppingen.

Auf Abschnitten wie am Weilheimer Gewerbegebiet Au liegen noch Gleise der ehemaligen Bahnstrecke, die zwischen Kirchheim und Wei
Auf Abschnitten wie am Weilheimer Gewerbegebiet Au liegen noch Gleise der ehemaligen Bahnstrecke, die zwischen Kirchheim und Weilheim verlief. Sie könnte reaktiviert werden.Foto: Jean-Luc Jacques

Region. Die Fraktionen der Freien Wähler in den Landkreisen Göppingen und Esslingen haben es sich zum Ziel gesetzt, der Debatte über Fahrverbote Alternativen gegenüberzustellen. Dazu wollen sie nicht nur die Leistungen des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) innerhalb der Landkreise auf den Prüfstand stellen, sondern auch den Verkehr näher untersuchen, der über die Kreisgrenzen hinweggeht.

„Der öffentliche Personennahverkehr ist die einzige Möglichkeit, den Individualverkehr im Verdichtungsraum zu reduzieren“, erklärt Werner Stöckle, der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Kreistag Göppingen in einer Pressemitteilung. „Dazu ist es notwendig, auch Tangentialverbindungen zu prüfen“, ergänzt sein Esslinger Kollege Bernhard Richter. Das sei auch der Grund, von beiden Landkreisen die Schienenverbindung von Kirchheim nach Göppingen untersuchen zu lassen. Wenn sich die Machbarkeit und die Wirtschaftlichkeit nachweisen ließen, wäre die Strecke eine wichtige Ergänzung zu den bestehenden Angeboten.

Eine Reaktivierung der Boller Bahn halten die Freien Wähler für einen möglichen Anhaltspunkt. Dort ist auf Teilstrecken die Schieneninfrastruktur noch vorhanden. Die Freien Wähler setzen darauf, dass auch die anderen Kreistagsfraktionen und der Esslinger Landrat Heinz Eininger sowie sein Göppinger Kollege Edgar Wolff die Chancen sehen und zumindest eine Voruntersuchung in Angriff nehmen. Einen entsprechenden Antrag haben die Freien Wähler bei den Kreisverwaltungen eingereicht. Ziel des Vorstoßes ist, dass die Kreistage im Schulterschluss mit den Standortkommunen aktiv Verbesserungen angehen.

Den jetzigen Zeitpunkt halten die Fraktionen der Freien Wähler für besonders günstig, da sich der Landkreis Göppingen derzeit mit der vollen Integration in den Verkehrsverbund Stuttgart befasst. Dessen Tarifstruktur soll neu aufgestellt werden. Die Feinstaubdebatte und mögliche Fahrverbote zeigten, dass kein Weg daran vorbeiführe, die ÖPNV-Angebote weiter auszubauen, so die Argumentation der Freien Wähler. pm

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