Weilheim und Umgebung

Regenbogen-Einhörner und W-Lan

Zweites Weilheimer Jugendforum: Was muss passieren, damit du sagst „Gefällt mir“?

Mit dem Aufruf „Bring Deine Idee ein!“ lockte Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle Kinder und Jugendliche zum zweiten Jugendforum in die Limburghalle. Kernthema: der neue Kinder- und Jugendtreff. Aber auch allgemeine Wünsche kamen zur Sprache.

Ideensammeln beim Jugendforum: In der Limburghalle formulierte der Nachwuchs seine Wünsche.Foto: Jean-Luc Jacques
Ideensammeln beim Jugendforum: In der Limburghalle formulierte der Nachwuchs seine Wünsche.Foto: Jean-Luc Jacques

Weilheim. An drei Stellwänden hatten die 35 jungen Weilheimer die Möglichkeit, mithilfe der Jugendtreff-Mitarbeiter ihre Ideen, Wünsche und Vorstellungen einzubringen. In seiner Ansprache richtete sich Johannes Züfle explizit an die Kreativität der jüngsten Mitbürger: „Was können wir noch bewegen, damit ihr sagt „Gefällt mir“?“ Lange dauerte es nicht, bis die Kinder und Jugendlichen konkreter wurden.

An Ideen zur Gestaltung des neuen Kinder- und Jugendtreffs Weilheim (KJTW) mangelte es nicht: W-Lan, eine Leinwand mit Beamer, PC-Räume und eine Fritteuse, aber auch Poster von Regenbogen-Einhörnern oder Motorrädern. Von der Wandfarbe über die Einrichtung bis hin zur Ausstattung – ob technisch oder mit Pappmaschee-Pferden, auf denen man reiten kann: Drei von vier Räumen im KJTW stehen dem Nachwuchs zur freien Verfügung. Viele der angesprochenen Dinge hörte der Bürgermeister nicht zum ersten Mal, und einiges davon sei auch bereits angedacht oder in Planung.

Neben der kostspieligen technischen Ausstattung waren die Kinder und Jugendlichen in Sachen Angebote im neuen KJTW bescheidener. An erster Stelle standen gemeinsame Ausflüge, Turniere – ob Fuß- oder Volleyball – und Partys. Auch hier gibt sich Johannes Züfle wenig überrascht und erklärt, dass es solche Veranstaltungen in der Vergangenheit bereits gegeben hätte und dass es sie auch in Zukunft wieder geben wird.

Allerdings gibt er zu bedenken, dass es nicht reicht, Wünsche und Vorstellungen nur zu äußern und darauf zu warten, dass diese umgesetzt werden. Man müsse sich auch dafür einsetzen, andere animieren und selbst etwas dafür tun. Daher der Aufruf, sich in Arbeitsgruppen einzutragen und gemeinsam etwas zu bewegen. Die gewünschte Verlängerung der Öffnungszeiten an den Wochenenden sei von den Verantwortlichen auch schon geplant.

Allgemeine Wünsche und Ideen für Weilheim waren unter anderem ein Dönerladen neben der Schule, eine Filiale einer Fast-Food-Kette oder ein geteerter Modellflugplatz. Woraufhin Bürgermeister Züfle erklärte, dass all das nicht in seiner Verantwortung liege und dass das die Aufgabe der freien Wirtschaft sei, nicht die der Stadt Weilheim. In Sachen Kino allerdings hatte er erfreulichere Nachrichten: Insgesamt 70 Menschen waren zu einer Veranstaltung erschienen, bei der es darum ging, einen Kinoverein zu gründen und das lahmgelegte Kino wieder aufleben zu lassen. „Es kann sein, dass es in Weilheim bald wieder ein Kino gibt“, so Johannes Züfle.

Aber auch das Thema Freibad spielte in der Limburghalle eine große Rolle. Trotz bohrender Fragen nahm sich Johannes Züfle Zeit für die Anliegen der jüngsten Mitbürger. Um ihnen das finanzielle Ausmaß eines Freibads zu verdeutlichen, bezog er sie in Schätzspiele über die Kosten einer Sanierung oder eines Neubaus ein. Voller Verständnis über die Enttäuschung erklärte er, dass nur ein begrenzter Betrag an Geld zur Verfügung stehe. Der Vergleich mit dem Taschengeld leuchtete den Kinder und Jugendlichen ein.

Ein wichtiges Anliegen seitens des Bürgermeisters ist es, die Kinder und Jugendlichen dazu zu ermutigen, auch einfach mal bei ihm im Rathaus vorbeizukommen, wenn man ein Anliegen hat. Die wohl wichtigste Message des Abends: „Wenn man sich einsetzt, dann kann man viel bewegen, auch wenn man noch nicht erwachsen ist.“

Zweites Jugendforum in Weilheim, Limburghalle
Zweites Jugendforum in Weilheim, Limburghalle
Zweites Jugendforum in Weilheim, Limburghalle
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