Weilheim und Umgebung

Sammelunterkunft abgelehnt

Holzmaden stimmt der Umnutzung eines Hotels nicht zu

Bedenken hat der Holzmadener Gemeinderat angemeldet, das „Hotel Maxi“ an der Bahnhofstraße in eine Sammelunterkunft umzufunktionieren.

60 Plätze für Flüchtlinge sollen in den oberen Stockwerken des Hotelgebäudes an der Holzmadener Bahnhofstraße entstehen. Die Gem
60 Plätze für Flüchtlinge sollen in den oberen Stockwerken des Hotelgebäudes an der Holzmadener Bahnhofstraße entstehen. Die Gemeinde meldet jedoch Zweifel an, ob Ehrenamtliche die notwendige Betreuung leisten können.Foto: Carsten Riedl

Holzmaden. 60 Plätze würde der Besitzer des Gebäudes an der Bahnhofstraße in Holzmaden dem Landkreis zur Unterbringung von Asylbewerbern gerne zur Verfügung stellen. Doch der Gemeinderat hat dem Ansinnen das kommunale Einvernehmen versagt.

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Wie Holzmadens Bürgermeisterin Susanne Jakob erklärt, ist die Sammelunterkunft in dem Mischgebiet rechtlich zulässig. Dennoch findet sie die Unterbringung „hoch problematisch“. Als Gründe führt die Rathauschefin unter anderem an, dass in Holzmaden bereits 40 Flüchtlinge wohnen, die durch Ehrenamtliche gut integriert und betreut werden. Eine derart intensive Arbeit hält sie für weitere 60 Asylsuchende jedoch für nicht leistbar. Auch seien Kindergarten, Schule und der Bürgerservice mit der hohen Zahl überfordert. Zudem treibt die Bürgermeisterin die Sorge um etwaige Kinder um, die in der Sammelunterkunft wohnen könnten. Da keine Spielflächen vorgesehen seien, müssten sie zwangsläufig an der stark befahrenen Straße spielen. Würde Holzmaden die 60 Flüchtlinge aufnehmen, hätte die Urweltgemeinde darüber hinaus eine deutlich höhere Quote als andere Kommunen im Landkreis Esslingen.

Keinen Hehl macht Susanne Jakob aus ihrem Ärger darüber, dass die Gemeinde nicht wirklich entscheiden kann. Gibt es planungsrechtlich nichts gegen das Vorhaben einzuwenden, kann das Landratsamt das gemeindliche Einvernehmen ersetzen. Trotz aller Einwände: Aus rechtlichen Gründen empfahl die Bürgermeisterin, dem Vorhaben grünes Licht zu erteilen. Dem folgte das Gros des Gremiums jedoch nicht. Sieben Gemeinderäte stimmten gegen die Erteilung des Einvernehmens, zwei enthielten sich, zwei stimmten zu.

Bedenken waren im Ratsrund auch deshalb laut geworden, weil die neuen Pächter hinter dem Gebäude einen Biergarten eröffnet haben. Geplant ist in diesem Bereich der Bau einer Außentreppe, die als Zugang für die Sammelunterkunft dienen soll.

Die Wirte selbst sähen den Bezug der oberen Stockwerke durch Flüchtlinge nicht als problematisch an. „Ich habe keine Schwierigkeiten damit“, sagt Roland Braun, der seit Oktober vergangenen Jahres zusammen mit seiner Frau im Erdgeschoss das thailändische Restaurant Na Mey betreibt. „Die Asylbewerber müssen ja nicht den Eingang zur Gaststätte nutzen.“ Bei dem Berührungspunkt im Biergarten setzt Roland Braun auf die Toleranz seiner Gäste.