Weilheim und Umgebung

Schadstoffe an Schule entdeckt

Raumluft Messungen haben in Weilheim erhöhte PCB-Werte zutage gebracht.

Symbolbild Luftverschmutzung, Umwelt
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Weilheim. In Esslingen hat das Baugift PCB dieses Jahr schon für jede Menge Schlagzeilen und die Räumung einer Schule gesorgt. Eben diese „Polychlorierten Biphenyle“ sind nun auch am Weilheimer Bildungszentrum Wühle (BZW) aufgetaucht. Das hat Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle Eltern und Schülern in einem Brief mitgeteilt. Darin gibt der Rathauschef aber auch gleich Entwarnung: Die gemessenen Werte befänden sich lediglich „im unteren Bereich der Überschreitungen“. Betroffen ist etwa die Hälfte der 32 überprüften Räume an der Realschule und der Werkrealschule.

In dem am höchsten belasteten Klassenzimmer wurden Raumluftkonzentrationen von 541 Nanogramm PCB pro Kubikmeter gemessen. Als unbedenklich werden Werte bis 300 Nanogramm bezeichnet, ab dem Grenzwert von 3000 Nanogramm muss unverzüglich gehandelt werden. Zum Vergleich: An der mittlerweile geräumten Zollberg-Realschule in Esslingen herrschten Konzentrationen von bis zu 3600 Nanogramm pro Kubikmeter.

Trotz der eher moderaten Überschreitungen in Weilheim kündigt Johannes Züfle Maßnahmen an, um die PCB-Konzentration zu senken: Es würden ab sofort „alle Räume in den Pausen gründlich gelüftet“. Bei Bedarf würden auch die Reinigungspläne angepasst. „Mittelfristig werden wir eine PCB-Sanierung durchführen und die Raumluftqualität durch Nachmessungen prüfen.“ Das sei so auch mit dem Gutachter und dem Gesundheitsamt abgestimmt.

Ein Fachbüro hatte das BZW während der Pfingstferien auf Schadstoffe hin untersucht. Neben PCB wurden im Kunstraum erhöhte Werte bei flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) gemessen, denen die Stadt durch Lüften begegnen will. Asbest- oder Mineralfasern wurden keine gefunden.Bianca Lütz-Holoch

Das Gutachten ist auf der Homepage der Stadt einsehbar: www.weilheim-teck.de

Als Weichmacher in Fugen verwendet

Polychlorierte Biphenyle (PCB) sind Kohlenwasserstoffe, die in der Natur nicht vorkommen. Gut 200 Verbindungen verbergen sich hinter dem Begriff. In Deutschland gilt seit 1989 ein Produktions- und Anwendungsverbot.

Verwendet wurde PCB als Weichmacher in Kunststoffen und Dichtungsmaterialien für Fugen - so auch in dem 1972 aus Betonfertigteilen gebauten Bildungszentrum Wühle. PCB dünstet aus und geht in die Raumluft über.

Als giftig gilt PCB schon in geringen Mengen. Über Nahrung, Haut oder Atmen aufgenommen, kann es Haarausfall verursachen, Haut, Leber und Immunsystem schädigen. Auch mit Krebs wird es in Verbindung gebracht.bil

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