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Print oder E-Book: Zwei Weilheimer „Berufsleserinnen“ berichten von ihren Gewohnheiten

Ob traditionelles Buch oder modernes E-Book – beides hat seine Vorzüge. Das sehen auch Ellen Keller-Bitzer, Leiterin der Weilheimer Stadtbücherei, und Yvonne Peter, Inhaberin von Das Buch in Weilheim, so. Dennoch haben die beiden „Berufsleserinnen“ ganz unterschiedliche Lesegewohnheiten.

Lesen ist für beide Beruf und Hobby zugleich. Ellen Keller-Bitzer nutzt oft die digitale Ausgaben, während Yvonne Peter herkömml
Lesen ist für beide Beruf und Hobby zugleich. Ellen Keller-Bitzer nutzt oft die digitale Ausgaben, während Yvonne Peter herkömmliche Bücher vorzieht.Fotos: Deniz Calagan

Weilheim. „Ich lese elektronische Medien und Printmedien parallel“, sagt Ellen Keller-Bitzer, Leiterin der Weilheimer Stadtbücherei. Wann sie wie liest, macht sie von Ort und Genre abhängig. „Je nachdem, wo ich mich befinde, kommt das eine oder andere Medium zum Einsatz. Mein Smartphone habe ich immer dabei. Darauf lese ich zum Beispiel, wenn ich beim Arzt im Wartezimmer sitze oder Zug fahre.“ Weil ein und dasselbe Buch gleich auf mehreren digitalen Geräten zur Verfügung stehe, könne sie zu Hause auch auf das größere Tablet umsteigen.

Vor allem in Ferienzeiten möchte die Bibliothekarin die E-Books nicht mehr missen: „Im Urlaub lesen wir alle in der Familie lieber elektronisch, weil wir uns dann nicht mit dem Gewicht der Bücher beschweren müssen.“ Und nicht nur das: „Der Lesestoff geht nie aus“, nennt Ellen Keller-Bitzer einen Punkt, der vor allem für ganz eifrige Leseratten entscheidend ist. „Über die Onleihe der Stadtbibliothek bekommen wir jederzeit Nachschub.“

Trotzdem gibt es Situationen, in denen Ellen Keller-Bitzer noch die Papierversion vorzieht: „Ich finde es auch schön, mit einem herkömmlichen Buch im Garten zu liegen, ohne dass die Sonne blendet“, spielt sie auf die Tücken an, die so manches Display mit sich bringt. Auch beim Thema Sachbuch greift die Bibliothekarin lieber zur konventionellen Papierausgabe. Nicht nur wegen der besseren Druckqualität. „Weil Sachbücher zitierbar sein müssen, gibt es sie meist nur als pdf-Dateien“, sagt sie. Das erfordere viel Hin- und Herschieberei und mache das Lesen recht mühsam.

„Ich lese überwiegend richtige Bücher“, sagt Yvonne Peter, Inhaberin von Das Buch in Weilheim. Das Gefühl von Papier unter den Händen und der Geruch der gedruckten ­Exemplare gehören aus ihrer Sicht einfach zur gemütlichen Leseatmosphäre dazu – sogar wenn das mehr Gepäck im Urlaub bedeutet: „Wenn ich verreise, nehme ich meine Bücherstapel mit“, sagt Yvonne Peter. Lediglich einen kleinen Reiseknigge hat sie dieses Jahr als digitale Version im Gepäck gehabt. „Reiseführer nutze ich nach wie vor als Printausgaben.“

Aber auch Yvonne Peter greift gelegentlich zum E-Book: wenn Verlage Exemplare elektronisch schicken und bei Sachbüchern. „Die veralten sehr schnell und stehen dann nicht nutzlos im Regal herum“, begründet die Buchhändlerin. „Ich sehe schon manche Vorzüge des E-Books – aber ein Buch ist für mich einfach ein ganz anderes Medium.“

Yvonne Peter, Buchhandlung Das Buch in Weilheim
Yvonne Peter, Buchhandlung Das Buch in Weilheim
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