Weilheim und Umgebung

Schöne Landschaft nicht zum Nulltarif

Der städtische Schafstall lockt potenzielle Pächter an und wird zum Schauplatz eines Hüte-Events

Zum kommenden Jahr verpachtet die Stadt Weilheim ihre Schafweiden samt Landschaftspflegestall neu. Schon jetzt klopfen Interessenten an.

Der große Schafstall der Stadt Weilheim ist nicht zu übersehen - auch von der Limburg aus.Foto: Jean-Luc Jacques
Der große Schafstall der Stadt Weilheim ist nicht zu übersehen - auch von der Limburg aus.Foto: Jean-Luc Jacques

Weilheim. Magerrasen und Streuobstwiesen in steilen Lagen, kleine Parzellen und viele Bäume: Eine rein maschinelle Bewirtschaftung der Wiesen rund um Weilheim wäre schwer und teuer. Deshalb setzt die Stadt bei ihren Flächen schon lange auf tierische Rasenmäher. „Die Landschaftspflege funktioniert bei uns nur über Beweidung“, weiß Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle. „Das ist auch der Grund, warum wir den alten Schafstall durch einen Neubau ersetzt haben.“ Vor zwei Jahren war der so genannte „Landschaftspflegestall“ eingeweiht worden. Die Hälfte des gut eine Million Euro teuren Projekts finanzierte die Stadt aus eigener Tasche. Den Rest zahlte das Land. „Schöne Landschaft gibt es nicht zum Nulltarif“, so Züfle.

Nun kann die Stadt die ersten Früchte der Investition ernten. So sieht es zumindest der Weilheimer Rathauschef: „Ohne dass wir etwas dazu getan hätten, haben sich schon jetzt mehrere Schäfer um die Pacht der Schafweiden beworben“, freut er sich. „Wir haben begründete Hoffnung, dass wir einen Pächter finden, das das Ganze ordentlich pflegt und bewirtschaftet.“ Weil es immer weniger Wanderschäfer gibt, wird es für die Kommunen immer schwieriger, zuverlässige Pächter zu finden. Ohne den Neubau, davon ist Züfle überzeugt, wäre es ungleich schwerer gewesen, Interesse für Weilheim zu wecken. „Der Stall wertet das zerstückelte Gebiet unglaublich auf.“

Ende dieses Jahres läuft der Pachtvertrag mit Stadtschäfer Frank Rehm aus. Außer ihm haben drei weitere Schäfer Interesse bekundet, die 112 Hektar Sommerweide sowie Winterweide und Schafstall zu pachten. „Über das Blättle versuchen wir nun, weitere Interessenten zu finden“, so Züfle.

Ein Ausschuss aus Verwaltungs- und Gemeinderatsmitgliedern wird schließlich den geeignetsten der Bewerber aussuchen. Beurteilt werden die Betriebe unter anderem nach ihrer Ausstattung, also ihrem Tierbestand, den Mitarbeitern, ihrer Erfahrung und Zertifizierungen. Außerdem müssen sie ein konkretes Beweidungskonzept darlegen. Verpachtet werden die Weiden für vier Jahre, mit der Option, den Vertrag um ein Jahr zu verlängern.

Übrigens: Nicht nur für potenzielle Pächter scheint der Stall attraktiv zu sein. Er beschert der Stadt nun auch ein besonderes Event: Am Samstag, 6. August, und am Sonntag, 7. August, findet dort das Landesleistungshüten der Landesgruppe Württemberg des Vereins für Deutsche Schäferhunde statt. Es soll Hüte-Vorführungen, Jury-Prämierungen und eine Reihe von Marktständen geben.

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