Weilheim und Umgebung

Schule ist nicht nur ein Lernort

Neue Mensa und Aufenthaltsräume verbessern die Qualität der Ganztagesbetreuung in Weilheim

Robin Fehmer, Andreas Züfle, Ulrike Ulmer-Herbrik und Elke Amend-Gebühr freuen sich über die neuen, freundlichen Räume am Bildun
Robin Fehmer, Andreas Züfle, Ulrike Ulmer-Herbrik und Elke Amend-Gebühr freuen sich über die neuen, freundlichen Räume am Bildungszentrum Wühle in Weilheim.Foto: Daniela Haußmann

Am gestrigen Sonntag wurde im Weilheimer Bildungszentrum Wühle die Fertigstellung der neuen Mensa und der Aufenthaltsräume zelebriert.

Daniela Haussmann

Weilheim. Schüler, Eltern, Lehrer, Vertreter der Stadtverwaltung, des Gemeinderates, der ausführenden Bauunternehmen und Ingenieurbüros weihten am Sonntag die neue Mensa und die Aufenthaltsräume am Bildungszentrum Wühle (BZW) in Weilheim ein. Die Räume bilden den Grundstein für die Einführung einer schulübergreifenden Ganztagesbetreuung in den Klassen 5 und 6 von Realschule und Werkrealschule, die laut Bürgermeister Johannes Züfle im nächsten Schuljahr auf die Siebtklässler der beiden BZW-Bildungseinrichtungen ausgedehnt werden soll.

Das rund 1,9 Millionen Euro teure Projekt, das vom Landesprogramm „Chancen durch Bildung, Investitionsoffensive Ganztagesschulen“ mit 534 000 Euro und vom Ausgleichsstock des Landes mit 100 000 Euro bezuschusst wurde, schließt für Züfle damit eine bislang vorhandene Lücke im lokalen Betreuungsangebot. „Das reicht nun vom einjährigen bis zum zwölfjährigen Kind.“ Stolz betonte der Rathauschef bei der Einweihungsfeier, dass mit der Ganztagesbetreuung in den neuen Räumlichkeiten gleich mehrere Zeichen auf einmal gesetzt werden: „Wir unterstützen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wir stärken den lokalen Bildungsstandort, und wir bauen unsere Förder- und Unterstützungsangebote für junge Menschen aus.“

Dass Mensa und Aufenthaltsräume in den bestehenden Gebäudekomplex integriert und ein Neubau ausgeschlossen werden konnten, biete weitere Vorteile. „Die mit den Baumaßnahmen einhergegangene Komplettsanierung eines größeren Gebäudeteils führte zu einer Reduzierung der Sanierungslast in der Zukunft“, betonte Johannes Züfle. „Mehrere Fachräume mussten verlegt und neu gebaut werden. Das bedeutet, dass auch diese Unterrichtszimmer zukunftsfest sind.“ Ulrike Ulmer-Herbrik erklärte, dass sich die 400 Quadratmeter große Mensa dank mobiler Trennwände flexibel an individuelle Schülerzahlen anpassen und zudem als Versammlungsort für Veranstaltungen nutzen lasse. „Im Mensabetrieb stehen 162 Sitzplätze zur Verfügung, und nach dem Öffnen aller Trennwände sind es 222 Sitzplätze in Reihenbestuhlung“, so die Architektin. „Zudem sind alle Räume barrierefrei erreichbar.“

Im Verlauf der Planung hat sich Ulrike Ulmer-Herbrik ganz bewusst für die Verwendung heller, freundlicher Farben, kombiniert mit warmem Holz, entschieden. „Gerade im Bereich von Schule beziehungsweise Ganztagesbetreuung ist der Aspekt des Wohlfühlens wichtig“, berichtete die Architektin. „Schließlich verbringen die Schüler einen Großteil des Tages in der Schule, die damit nicht nur ein Lernort ist, sondern auch ein Lebensraum.“ Die beiden Fensterfronten des Speisesaals sorgen laut Ulrike Ulmer-Herbrik auch in der Herbst- und Winterzeit für eine optimale Tageslichtausnutzung. „Außerdem sind die Fenster besonders robust und halten Vandalismus stand“, sagte Ulmer-Herbrik und betonte: „Darüber hinaus wurde die Gebäudehülle energetisch komplett saniert, und der Brandschutz entspricht dem aktuellen Stand.“

Die kommissarische Schulleiterin der Werkrealschule, Elke Amend-Gebühr, betonte, dass mit dem Bau von Mensa und Aufenthaltsräumen ein neues Kapitel in der Ganztagesbetreuung in Weilheim aufgeschlagen werde. „Das Lernen lässt sich gut verteilen und den Tag an der Schule abwechslungsreich gestalten“, sagte Amend-Gebühr. „Gleichzeitig steht das Betreuungsangebot mehr Schülern offen.“

Die 10-jährige Amelie ist eine von den über 200 Schülern, an die sich das Angebot richtet. Sie besucht die schul-, klassen- und altersübergreifende Ganztagesbetreuung und fühlt sich in den neuen Räumen wohl. „Mir haben auch schon Sechstklässler bei den Hausaufgaben geholfen“, erzählt sie. „Normal habe ich zu denen gar keinen Kontakt, aber hier in der Mensa haben wir uns kennengelernt.“ Das findet sie gut. Im Anschluss an den Festakt, den das symphonische Schulblasorchester von Kathrin Schmollinger und die Trommelgruppe von Josef Pscheidt musikalisch umrahmten, konnten interessierte Eltern und Bürger die neuen Räume besuchen.

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