Weilheim und Umgebung

Schwabenschau vereint

140 Schäferhunde aus 13 Ländern präsentieren sich an Fronleichnam der Jury

Das kleine Aichelberg wird an Fronleichnam wieder zu einer Bühne für Schäferhunde aus aller Welt. 140 Rasse-Vierbeiner präsentieren sich einer hochkarätigen Jury. Mit dem Wetter sieht‘s gut aus.

Wer ist der Schönste im ganzen Land - und weit darüber hinaus? Bei der Schwabenschau wird der Sieger ermittelt. Foto: Teckboten-
Wer ist der Schönste im ganzen Land - und weit darüber hinaus? Bei der Schwabenschau wird der Sieger ermittelt. Foto: Teckboten-Archiv

Aichelberg. In der Politik haben sich Ost und West derzeit nicht viel zu sagen. Schäferhundezüchter kümmert das nicht. Die Russen kommen – und waren schon beim letzten Mal in Aichelberg gut dabei. „Jetzt sind sie richtig stark“, sagt Organisator und Züchter Hans-Peter Rieker anerkennend. Was ihn nicht wundert. Sie hätten lange schon das Fachwissen gehabt. Er selbst tritt mit einem weißrussischen Hund an, der auf den Namen „Bad Boll Super Agent“ hört, weil er auch zur Blutlinie von Riekers Zwinger gehört. Ein vielversprechender Nachwuchs: Bei der letzten Weltmeisterschaft brachte es der „Super Agent“ mit Bad Boller Wurzeln auf Platz fünf.

Im Osten tut sich was – auch im Balkan-Raum. Dort gebe es zwischenzeitlich auch hohe Qualität, sagt Rieker. So kommen Hunde aus Serbien, Kroatien, Slowenien und erstmals auch Mazedonien. Rieker kennt die Kollegen aus Ex-Jugoslawien. In Kroatien war er schon vor 30 Jahren als Zuchtrichter unterwegs.

Frankreich, Holland, Belgien, die Schweiz, Spanien, Norwegen und Schottland sind vertreten, für weltweites Flair sorgen Schäferhundebesitzer aus China und Japan. Spitzenreiter im europäischen Ausland aber bleibt Italien. Die Züchter aus Bella Italia stellen allein 40 Hunde – so viel wie der gesamte Osten. Sie sind eine feste Größe bei der Schwabenschau. Mit Rieker sind sie herzlich verbunden – er ist in ihrem Verband sogar Ehrenmitglied – und die Umstände passen für sie. Aus Norditalien sei man in vier, fünf Stunden hier, und alle können gleich weiterziehen zur nächsten Schau am Wochenende. Diesen Doppelpack-Effekt an Fronleichnam biete nur die Schwabenschau des Schäferhundevereins Bad Boll. „Das ist schon Tradition.“

Zweiter Trumpf: Die vier Zuchtrichter sind auch Juroren bei der Weltmeisterschaft Anfang September. An ihrem Urteil können sich die Teilnehmer orientieren. „Sie wissen dann, wie ihre Chancen stehen“, sagt Rieker.

Auch deutsche Teilnehmer wollen dies wissen. Sie stellen mit knapp 40 Hunden aber nur noch ein schwaches Drittel. Das sei mittlerweile typisch, sagt Rieker. Denn: „Die Popularität der deutschen Schäferhunde im Ausland nimmt stetig zu.“ Ihm ist das recht. „Das bringt eine breitere Blutbasis.“

Was die Organisatoren noch besonders freut: Es kommen auch Züchter ohne Hund, „weil es bei euch schön ist“. Jetzt sind die Vorbereitungen geschafft. Renate Rieker hat eine gute Woche am Katalog der Hundeschau gesessen, für alle Gäste gibt es Hotelzimmer. „Wir haben vorgebucht wegen des Kirchentags in Stuttgart.“ An Fronleichnam treten zwei Dutzend Helfer des Vereins in Aktion. Für alle schon Routine. „Jeder weiß, was er zu tun hat.“

Die Internationale Zucht- und Nachwuchsschau für Schäferhunde findet am Donnerstag ab 9 Uhr am Sportplatz Aichelberg statt, des Ende ist gegen 16 Uhr. Zuvor gibt‘s am heutigen Mittwoch einen Flutlicht-Pokalkampf von 16 bis gegen 22.30 Uhr.

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