Weilheim und Umgebung

Schweizer Group sucht Investor

Krise Der Automobilzulieferer kommt wegen Turbulenzen in der Autobranche ins Schleudern. Nächstes Jahr droht erneut ein Personalabbau – vor allem im Werk in Hattenhofen. Nun muss ein Investor her. Von Jürgen Schäfer

Die Probleme der Schweizer Group türmen sich. Hier das Werk in Hattenhofen mit der Zentrale.Foto: Staufenpress
Die Probleme der Schweizer Group türmen sich. Hier das Werk in Hattenhofen mit der Zentrale. Foto: Staufenpress

Die Schweizer Group mit Sitz in Hattenhofen kommt nicht zur Ruhe. Letztes Jahr gab’s einen Abbau von etwa 100 Beschäftigten, weil sich der Automobilzulieferer neu ausrichtete. Jetzt ist die Firma wieder in schwerem Fahrwasser: Der Absatz ist eingebrochen. „Seit Sommer hatte das Unternehmen einen drastischen Absatzrückgang von über 25 Prozent zu verzeichnen“, teilt Geschäftsführer Dr. Roger Breu mit.

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Aufgrund des Abgasskandals steht die Autoindustrie auf dem Prüfstand. Die Hersteller mussten ihre Produktion zurückfahren. Für die Schweizer Group heißt das: „Eine Unterauslastung, die entsprechend negative Ergebnisse zur Folge hat“, sagt der Geschäftsführer. Reagieren wollte die Firma mit einem Sanierungsplan, der einen drastischen Personalabbau bedeutet hätte. „Wir haben ihn mit Kunden und Banken besprochen. Aber das hat sich zerschlagen.“ Breu sah darin den Weg, das Problem für Hattenhofen zu lösen. „Wir wollten die Gruppe heraushalten.“

Das ist nun gescheitert. Die gesamte Schweizer Group meldet Insolvenz an. Und Personalabbau steht weiterhin drohend im Raum. Was die Firma braucht, ist ein Investor. Breu glaubt, dass man ihn findet. Denn: „Die Probleme sind nicht bei uns im Haus. Es ist nicht die Produktqualität und die Produktivität.“ In Hattenhofen geht der Hersteller von Aluminiumdruckgusskomponenten neue Wege: Er rüstet vom Druckguss kleinerer Teile auf große um, er geht auf ganze Komponenten im Automobilbau, für die man größere und stärkere Pressen braucht.

Mit dieser Umstellung wurde im vorigen Jahr der Abbau von etwa 100 Beschäftigten begründet. Und mit dem Umstand, dass das Werk rote Zahlen schrieb. Die Schweizer Group machte kein Geheimnis daraus, dass man es mit Gewinnen an anderen Standorten über Wasser halten musste. Aber noch ist die Umstellung im Gang, es seien auch weitere interessante Projekte in Planung, sagt Geschäftsführer Breu. Dafür brauche man Geld, im nächsten Jahr und darüber hinaus. Das fehle jetzt, und es fehle auch Geld für den Personalabbau in Form von Abfindungen. „Beides“, sagt Breu, „können wir nicht bezahlen.“ Deswegen habe man den Insolvenzantrag gestellt. Wie viel Arbeitsplätze wegfallen sollen - Breu will nichts beziffern. Er spricht von einem größeren Einschnitt im Werk Hattenhofen, wo 220 Leute arbeiten, und weitere 100 in der Zentrale der Schweizer Group.

Primär ändere sich nichts, sagt Breu, die Produktion in allen Werken laufe weiter. Die Finanzierungslücke tue sich erst nächstes Jahr auf. An einer Lösung für die Sanierung der Gruppe werde gearbeitet. Maßgeblich sei, dass man einen Investor finde.