Weilheim und Umgebung

Sorgfältig prüfen

Ein KOmmentar von Bianca Lütz-Holoch

Kosten
Symbolbild

Kommentar Es ist eine der großen aktuellen Fragen in Weilheim: Braucht die Stadt neue Stellen im Bereich Wirtschaftsförderung und Tourismus? Und wenn ja, wie viele?

Eine 60-Prozent-Kraft fürs Veranstaltungsmanagement und Stadtmarketing gibt es bereits. Nun hat eine Studie der Imakomm-Akademie ergeben, dass eine Stadt in Weilheims Größenordnung mindestens 1,5 zusätzliche Stellen im Bereich Wirtschaftsförderung und Tourismus braucht, um gut aufgestellt zu sein. Während Bürgermeister Johannes Züfle ebenfalls für eine solche Aufstockung geworben hatte, kamen während der Haushaltsreden im Gemeinderat Zweifel auf, ob Weilheim wirklich so viel Wirtschaftsförderung braucht.

Die Frage ist berechtigt. Denn geht die Maximalforderung durch, verfügt Weilheim über mehr als zwei Stellen nur für Stadtmarketing, Tourismus und Wirtschaftsförderung. Ein Blick auf andere Kommunen mit ähnlichen Einwohnerzahlen verrät: Das ist viel. Dazu kommt, dass in Weilheim nach dem Bau der neuen Kita und einigen Umstrukturierungen ohnehin die Personalkosten in die Höhe schnellen.

Trotzdem sollte das Thema Wirtschaftsförderer nicht einfach vom Tisch gewischt werden. Gerade erst hat Weilheim 50 000 Euro in die Studie „Wirtschaftsstandort 2.0“ und die Digitalisierungsstrategie gesteckt - beides Konzepte, die attraktive und sinnvolle Ansätze enthalten. Werden sie nicht umgesetzt, wäre das verschenktes Geld. Dass die Stadt sie aber ohne zusätzliches Personal kaum verwirklichen kann, ist nachvollziehbar. Erschwerend kommt hinzu, dass sich der Stadtmarketing-Verein 2018 aufgelöst hat.

Dennoch sollte die Aufstockung angesichts dessen, dass Weilheim noch immense Investitionen bevorstehen, sorgfältig geprüft werden. Zum einen kann sicher mit einer zusätzlichen 100-Prozent-Stelle schon viel bewegt werden. Zum anderen sollten die Weilheimer Händler mehr in die Pflicht genommen werden. Schließlich profitieren auch sie von einer attraktiveren Stadt und mehr Tourismus. Ein weiterer Blick über die Stadtgrenzen hinaus zeigt: Anderswo funktioniert es ja auch.

Anzeige