Weilheim und Umgebung

Stadt kümmert sich künftig um Events

Veranstaltungen Der Weilheimer Verein Stadtmarketing löst sich nach 17 Jahren auf. Den Kirschblütentag und den Künstlermarkt wird es aber weiterhin geben. Von Bianca Lütz-Holoch

Der Kirschblütentag ist ein Publikumsmagnet. Nun wird er von der Stadt organisiert.Foto: Jörg Bächle
Der Kirschblütentag ist ein Publikumsmagnet. Nun wird er von der Stadt organisiert.Foto: Jörg Bächle

Weilheim. Er hat echte Publikumsmagneten hervorgebracht. Trotzdem hat sich der Verein Stadtmarketing Weilheim nun nach 17 Jahren aufgelöst. Zu hoch waren die Belastungen für die wenigen aktiven Ehrenamtlichen. Die gute Nachricht: Die drei Top-Veranstaltungen des Stadtmarketing-Vereins - Kirschblütentag, Künstlermarkt und Einschalten der Weihnachtsbeleuchtung - wird es auch in Zukunft geben. Die Stadt Weilheim übernimmt die Organisation.

„Es gab wahnsinnig viele Aufgaben, die von wenigen Schultern getragen wurden“, geht Sandra Schöne, Erste Vorsitzende des Vereins Stadtmarketing, auf die Hintergründe der Vereinsauflösung ein. Die 47-jährige Weilheimerin weiß, wovon sie spricht. Über fünf Jahre lang ist sie dem Verein vorgestanden. Kandidiert hatte sie damals, weil sich zwei Jahre lang kein neuer Vorsitzender gefunden hatte. Interimsmäßig war Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle in der Zeit eingesprungen.

Ihn hatte Sandra Schöne auch in den vergangenen Jahren als Stellvertreter an ihrer Seite, außerdem eine Handvoll hoch engagierter Ehrenamtlicher - von denen kaum einer aus der Zielgruppe Einzelhandel und Gastronomie stammte. „Nicht gelungen ist es uns, die Arbeit auf viele Schultern und Projektgruppen zu verteilen, wie es eigentlich vom Verein vorgesehen ist“, bedauert Johannes Züfle.

Erfreulich, aber für die Ehrenamtlichen umso belastender ist der große Erfolg des Stadtmarketing-Vereins: Mit jedem Jahr locken Kirschblütentag und Künstlermarkt mehr Besucher und Aussteller aus nah und fern an. Das bedeutete für die wenigen Ehrenamtlichen nicht nur ein wachsendes Arbeitspensum. Der Verein begann auch, Gewinne zu erwirtschaften. „Das dürfen wir aber laut Satzung nicht“, betont Sandra Schöne. „2017 mussten wir deshalb die Mitgliederbeiträge versteuern und sogar Umsatzsteuervorauszahlungen leisten“, berichtet sie: „Das hat unsere Kassiererin stark belastet.“

Die Probleme waren den Vereinsmitgliedern schon länger bekannt. „Die Auflösung haben wir schon 2016 und 2017 diskutiert“, sagt Sandra Schöne. Nun ist sie vollzogen - im Guten, wie die Vereinsvorsitzende betont. Vorwürfe habe es weder von der einen noch von der anderen Seite gegeben. Das Ergebnis bei der Mitgliederversammlung war eindeutig. „52 Mitglieder hat der Verein, 49 haben für die Auflösung gestimmt“, so Schöne. Dabei geholfen, die notwendige Dreiviertelmehrheit zu erreichen, hat das Instrument der Stimmrechtsübertragung.

Nun ist die Stadt selbst für ihre großen Publikumsmagneten verantwortlich. „Sie kann die Aufgaben gut übernehmen - sogar erfolgreicher als der Verein“, ist Sandra Schöne überzeugt. De facto sind die personellen Änderungen auch überschaubar. Denn an der Organisation mitarbeiten wird Sandra Schöne auch künftig, nun aber in ihrer Funktion als für die Innenstadtentwicklung zuständige Mitarbeiterin. Zudem ist Ilse Burk, die bei der Stadt für die Veranstaltungen zuständig ist und seither schon im Vorstand des Stadtmarketing-Vereins saß, weiter mit im Boot. Unterstützung bekommen die Frauen wie gehabt von Johannes Züfle. „Wir sind schon ein eingespieltes Team“, sagt der Bürgermeister. Wichtig ist es den Verantwortlichen, die ehemaligen Mitglieder auch weiterhin einzubinden. „Da überlegen wir noch, wie das gut gelingen kann“, so Züfle. Er kann sich gut vorstellen, den Veranstaltungsreigen noch zu erweitern und ein neues Format einzuführen - allerdings erst nach dem großen Stadtjubiläumsjahr 2019.

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