Weilheim und Umgebung

Stadt Weilheim verzichtet auf Tests bei Kindern

Corona In Kitas sind freiwillige Schnelltests mittlerweile die Regel. Eine Ausnahme bildet Weilheim. 

Schnelltests gehören für die meisten Kitas dazu. Symbolbild

Weilheim. Die einen geben regelmäßig Nasen-Abstrich-Sets oder Spucktests mit nach Hause, andere machen vor Ort den Lollitest: In Kindertageseinrichtungen sind Corona-Schnelltests mittlerweile die Regel. Aber es gibt auch Ausnahmen: Die Stadt Weilheim verzichtet generell auf Schnelltests für Kinder in ihren Kindertageseinrichtungen. Das sorgt bei manchen Eltern für Irritationen. „Es gibt in den Weilheimer Kitas leider nicht mal das Angebot, die Kinder freiwillig testen zu lassen“, meldet sich eine Mutter zu Wort.

„In unseren Einrichtungen bieten wir keine freiwilligen Corona-Schnelltests für Kinder an“, bestätigt Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle. „Die Corona-Verordnung schreibt das nicht vor“, argumentiert er. Über die Pflicht hinaus unternehme die Stadt nichts. „Man kann ja ohnehin unterschiedlicher Auffassung darüber sein, wie sinnvoll die Tests überhaupt sind“, so Züfle.

Die meisten anderen kommunalen und kirchlichen Träger rund um die Teck sind da anderer Meinung. Sie stellen freiwillige Tests zur Verfügung. In Kirchheim etwa wird seit Mitte April in den Kitas getestet. „Ziel der Stadtverwaltung ist es, die Teststrategie des Landes zu unterstützen und ihre eigenen pädagogischen Fachkräfte zu schützen“, erläutert Pressesprecherin Jana Reichle. Es gehe auch darum, das Betreuungs- und Bildungsangebot aufrecht zu erhalten, indem möglichst keine Einrichtungen oder Gruppen aufgrund von Corona-Ausbrüchen geschlossen werden müssen.

Dieses Vorgehen entspricht den Empfehlungen des Gemeindetags und des Landes Baden-Württemberg, auch wenn es – anders als in den Schulen – in Kitas keine generelle Testpflicht gibt. „Wir halten Schnelltests für Kinder in Kitas für sinnvoll“, sagt Christopher Heck, Sprecher des Gemeindetags. „Sie helfen, Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen.“ Das Land hatte im April dazu aufgerufen, Kinder in Kindertageseinrichtungen regelmäßig zu testen. An den Kosten dafür beteiligt es sich. Der Kreis Böblingen hat sogar per Allgemeinverfügung eine Testpflicht in Kitas eingeführt. Sie wird angesichts sinkender Inzidenzen Ende Juni gelockert. Bianca Lütz-Holoch

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