Weilheim und Umgebung

Stilvolles Speisen ganz in weiß

Gemeinschaft Der Weilheimer Verein Kino Kunst Kultur veranstaltete das vierte „Dîner en Blanc“ unter den Kastanien vor der Peterskirche. Von Sabrina Kreuzer

Weiß dominiert die Szenerie. Auch die Vierbeiner wie die zweijährige Lucie sind willkommen - erst recht, wenn der Dresscode eing
Weiß dominiert die Szenerie. Auch die Vierbeiner wie die zweijährige Lucie sind willkommen - erst recht, wenn der Dresscode eingehalten wird. Fotos: Sabrina Kreuzer

Gläser klirren, der Geruch feinster Speisen liegt in der Luft und die gute Laune ist schon von Weitem zu spüren. Wer am Samstagnachmittag im Weilheimer Städtle unterwegs war, wurde Zeuge einer ganz besonderen Veranstaltung: dem „Dîner en Blanc“.

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Über 50 Menschen trafen sich unter den Kastanien vor der Peterskirche und aßen zusammen zu Abend. Das Besondere daran? Sie waren alle in weiß gekleidet. „Dîner en Blanc“ bedeutet nämlich so viel wie „weißes Dinner“. Das Phänomen stammt aus Paris der späten Achtzigerjahre, als ein gewisser François Pasquier seine überfüllte Gartenparty einfach an einen öffentlichen Platz der Seine-Metropole verlegt hat. Seitdem feiern Städte weltweit das Massenpicknick in weiß - Hannover, Hamburg und Berlin sind nur ein paar deutsche Veranstaltungsorte.

In diese Reihe gesellt sich seit 2015 auch Weilheim. Der Verein Kino Kunst Kultur Weilheim (dreiKW) unter der Leitung von Jens Reichardt hat sich der Organisation angenommen und freut sich jedes Jahr wieder auf diesen Nachmittag. „Bis heute Mittag hatten wir ungefähr 55 Anmeldungen. Es waren schon mehr, aber wir freuen uns trotzdem“, erzählt Jens Reichardt. Jeder, der sich vorher anmeldet hat, bekommt einen Tisch gestellt. Wer spontan dazukommen möchte, darf das natürlich auch.

Jeder Picknick-Teilnehmer bringt seine eigenen Speisen und Getränke mit, Geschirr und Gläser dürfen auch nicht fehlen. Dabei heißt es jedoch: „Was meins ist, ist auch deins.“ Christian und Steffi Thulmann, die von Anfang an dabei sind, erklären das genauer: „Man darf auch gerne einmal tauschen oder bei den Tischnachbarn naschen. Das ist kein Problem.“ Die Gesellschaft ist nämlich das was zählt. „Uns gefällt der Platz, das Wetter ist immer gut und es ist eine schöne Atmosphäre“, erzählt das Ehepaar.

Zu letzterem tragen in diesem Jahr auch Klara und Gloria Gabriel bei. Sie unterhalten die Teilnehmer mit Musik an der Harfe und dem Hackbrett - zwei Instrumente, die die Harmonie der Veranstaltung perfekt unterstreichen. „Ich habe ein Video eines ‚Dîner en Blanc‘ in Brisbane gesehen. Dort hat eine Harfenistin gespielt und ich wusste sofort, das will ich hier auch haben“, sagt Jens Reichardt. Dass Klara und Gloria dazu noch aus Weilheim kommen, ist das Tüpfelchen auf dem i.

Auch Ylfa und Christopher Daerr waren schon öfters beim weißen Dinner dabei. „Es ist einfach mal was anderes“, sagt Ylfa Daerr. „Man trifft nette Leute in einer schönen Umgebung und alles ist sehr stilvoll.“ Dabei ist es nicht immer einfach, sich dem Dresscode anzupassen. „Das ist schon eine Herausforderung“, gibt Christopher Daerr lachend zu.

Wagt man einen Blick unter den Tisch, fällt auf, dass nicht nur die Zweibeiner ihre Sorgen haben, was die Kleidung angeht. Die zweijährige Altdeutsche Hütehündin Lucie fällt mit ihrem schwarzen wuscheligen Fell komplett aus der Reihe. Dank eines weißen Halstuchs, das Frauchen ihr umgebunden hat, kann sie sich aber beruhigt einkuscheln und schlafen, während an den Tischen über ihr weiter das Abendessen genossen wird.