Weilheim und Umgebung

Straßensperrung ärgert Autofahrer

Verkehr Die Kreisstraße zwischen Weilheim und Nabern wird für zwei Wochen dichtgemacht. Für viele Verkehrsteilnehmer ist das eine Zusatzbelastung, vor allem weil auch die Egelsbergstraße gesperrt ist. Von Bianca Lütz-Holoch

Zwei Wochen lang müssen Autofahrer, die von Weilheim Richtung Nabern oder umgekehrt fahren wollen, eine Umleitung über Kirchheim
Zwei Wochen lang müssen Autofahrer, die von Weilheim Richtung Nabern oder umgekehrt fahren wollen, eine Umleitung über Kirchheim in Kauf nehmen. Foto: Carsten Riedl

Verkehrsschilder kündigen es an: Ab dem 25. Februar ist die Kreisstraße zwischen Weilheim und Nabern im Waldbereich gesperrt. Grund dafür sind Verkehrssicherungsmaßnahmen, wie das Landratsamt in Esslingen auf Nachfrage mitteilt. Das heißt: Es müssen umsturzgefährdete Bäume entlang der Straße und des Radwegs gefällt werden.

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Dieses Vorhaben sorgt in Weilheim nun für einigen Ärger. Denn seit Anfang Februar ist bereits die Egelsbergstraße wegen Sanierungsarbeiten gesperrt. Wer im südlichen Bereich des Weilheimer Stadtteils wohnt, muss also ohnehin schon einige Umwege in Kauf nehmen. Die Sperrung des Kreisstraße nach Nabern macht das Ganze noch umständlicher. Autofahrer etwa, die vom Egelsberg aus nach Bissingen möchten, müssen jetzt durch die Weilheimer Stadtmitte über Jesingen, Kirchheim und Nabern fahren. „Es darf doch nicht wahr sein, dass sie uns zwei Straßen gleichzeitig dichtmachen“, moniert ein Anwohner. Und auch eine Weilheimerin, deren Sohn jeden Morgen vom Egelsberg nach Nabern fahren muss, kann nur den Kopf schütteln. „Statt fünf Minuten braucht er mit dem Auto dann eine Dreiviertelstunde“, schätzt sie.

Dass die beiden Sperrungen zeitlich unglücklich aufeinandertreffen, hat wohl auch damit zu tun, dass die Verantwortlichen nicht die gleichen sind: Für die Baumfällarbeiten ist der Landkreis zuständig. Die Sanierung der Egelsbergstraße ist eine von langer Hand geplante Baumaßnahme der Stadt Weilheim. „Wir sind überhaupt nicht begeistert von der zusätzlichen Sperrung der Kreisstraße - und auch nicht über die angekündigte Dauer von zwei Wochen“, betont Helmut Burkhardt, Leiter des Weilheimer Ordnungsamts. Seit die Schilder stehen, hagle es auf dem Rathaus Anrufe von aufgeregten Bürgern und Autofahrern.

„Bevor die Bäume auf die Straße fallen, müssen wir sie absägen“, erläutert Peter Keck, Pressesprecher des Landratsamts. Schließlich gehe es um die Sicherheit von Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern. Dass die Straße während der Baumfällarbeiten auf irgend eine Art geöffnet bleibt, schließt er aus. „Wir können die Straße nicht freigeben, wenn Bäume darauffallen.“

Zwei Wochen - also etwa bis zum 10. März - soll die Sperrung voraussichtlich dauern. „Wir hoffen, dass es schneller geht“, sagt Helmut Burkhardt. Der überörtliche Verkehr wird dem Landratsamt zufolge über Kirchheim geschickt. Das gilt jedoch nicht für den öffentlichen Nahverkehr. „Linien- und Schulbusse werden über die alte Bissinger Straße umgeleitet“, so Burkhardt. Das heißt, sie biegen von Weilheim aus gesehen in die Weinsteige ein und fahren gleich wieder rechts die befestigte Straße entlang, die am Federnhof vorbeiführt.

Wer nun denkt, er könne diesen Weg mit seinem Auto ebenfalls als Abkürzung benutzen, hat sich geschnitten. „Zugunsten von Bussen und Radfahrern wird die Straße für den übrigen Verkehr gesperrt“, teilt der Weilheimer Ordnungsamtsleiter mit. „Die Straßenbreite erlaubt keinen Begegnungsverkehr.“ Ausgenommen sind landwirtschaftliche Fahrzeuge.

Auch wenn die alte Bissinger Straße Radfahrern offensteht, bedeutet sie für einige einen ordentlichen Umweg - so auch für den Sohn der Weilheimerin, der vom Egelsberg nach Nabern fahren muss. Eine Alternative wäre, an der Reitanlage vorbei durch den Wald zu strampeln. „Da allerdings bilden sich riesige Pfützen, wenn es geregnet hat“, sagt die Weilheimerin. „Für jemanden, der zur Arbeit muss, ist das auch keine Option.“