Weilheim und Umgebung

„TigeR“ kommt gerade recht

Betreuung In Ohmden fehlen Betreuungsplätze für unter Dreijährige. Deshalb kooperiert die Gemeinde mit zwei Tagesmüttern, die in der Hauptstraße eine kleine Kindertagesstätte (TigeR) aufbauen wollen. Von Antje Dörr

Tagesmutter Sabine Rückauer spielt mit ihren Schützlingen. Künftig werden es noch ein paar mehr.Foto: Carsten Riedl
Tagesmutter Sabine Rückauer spielt mit ihren Schützlingen. Künftig werden es noch ein paar mehr.Foto: Carsten Riedl

In Ohmden sind Krippenplätzen für Kleinkinder derzeit sehr beliebt. Die Nachfrage übersteigt das Angebot bei Weitem. Acht Kinder stehen laut Bürgermeisterin Barbara Born auf der Warteliste, Plätze gibt es jedoch erst wieder ab 2020. Freie Räume stehen nicht zur Verfügung, und den Kindergarten zu erweitern, sprengt die finanziellen Möglichkeiten der klammen Gemeinde. Das Angebot zweier Tagesmütter, in Ohmden eine Art kleine Kindertagesstätte aufzubauen, kommt deshalb wie gerufen. Der Gemeinderat hat nun einmütig zugestimmt, dass sich die Gemeinde für knapp 28 000 Euro im Jahr das Belegungsrecht für neun Plätze sichert. Bei der Kindertagesstätte handelt es sich um das Modell „Kindertagespflege in anderen geeigneten Räumen“ (TigeR). Im konkreten Fall schließen sich zwei Tagesmütter aus Ohmden und Holzmaden, Sabine Rückauer und Nadja Wössner, sowie eine Erzieherin zusammen und betreuen gemeinsam neun Kinder. Wird nicht für alle eine Ganztagsbetreuung benötigt, können auch mehr Kinder aufgenommen werden.

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„Die Tagespflege bietet Kindern eine familiennahe, flexible Betreuung, bei der die individuellen Möglichkeiten besonders berücksichtigt werden können“, warb Sabine Rückauer in der Gemeinderatssitzung für das Modell. Kinder, die viele Stunden am Tag betreut würden, müssten keinen Wechsel der Bezugsperson erleben. „Eine Kontinuität, die aus entwicklungspsychologischer Sicht einen wichtigen Aspekt darstellt“, so Rückauer. Geöffnet ist die Kita zwischen 7.30 und 17.30 Uhr. Wie lange das Kind betreut wird, ist Sache der Eltern. 15 Stunden pro Woche sind jedoch Pflicht, „damit die Kinder sich bei uns wohl fühlen und eine Förderung möglich ist“.

Startklar sind die Tagesmütter freilich noch nicht. Die Räume, in denen die Kleinen toben, basteln, essen und schlafen sollen, müssen noch gebaut werden. Auf den bestehenden Garagen der Hauptstraße 22 in Ohmden wird das Dach aufgestockt und die Bühne wird zu einer 90 Quadratmeter großen Kindertagesstätte erweitert.

Die Gemeinde Ohmden zahlt den Tagesmüttern für das Belegungsrecht der neun Plätze 27 600 Euro im Jahr. Darin enthalten sind Mietkosten, Platzpauschalen für die Kinder, Sachkostenzuschüsse und Kosten für eine Vertretungslösung. Der Vertrag ist zunächst auf fünf Jahre befristet. Sollten weniger Plätze für Ohmdener Kinder benötigt werden, dürfen Kinder aus anderen Gemeinden aufgenommen werden. Weitere Einnahmen der Tagesmütter sind die Elternbeiträge, die für die Betreuung der Kinder bezahlt werden müssen, und Zuschüsse des Landratsamts.