Weilheim und Umgebung

Tout le monde feiert in Ohmden

Festzug Franzosen und Deutsche würdigen in alter Freundschaft zehn Jahre Gemeindepartnerschaft mit Modane mit einem großen Umzug und einem kunterbunten Kinderfest. Von Thomas Krytzner

Für Groß und Klein war am Wochenende in Ohmden viel geboten.Fotos: Thomas Krytzner
Für Groß und Klein war am Wochenende in Ohmden viel geboten. Foto: Thomas Krytzner

Die Partnerschaft mit der französischen Alpengemeinde Modane besteht zwar seit über 40 Jahren, doch die Verbindung zwischen beiden Gemeindeverwaltungen wurde vor zehn Jahren besiegelt. Das war für Ohmden Anlass genug, das traditionelle Kinderfest mit einem Festzug zu eröffnen. Da der letzte Corso - wie die Franzosen zu sagen pflegen - schon Jahre her ist, freuten sich Jung und Alt, einen Teil zum Umzug beizutragen.

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In Kindergarten und Schule bastelten die Kinder Bänder und fahrbare Rollen, die Vereine in Ohmden studierten spezielle Auftritte ein, und die Freiwillige Feuerwehr übernahm Leitung und Schlusslicht des Umzugs. Schon im Vorfeld waren die Kinder ganz aufgeregt. So waren sie froh, als es endlich losging. Der Musikverein Ohmden gab den Takt und die Marschrichtung vor. Die Schüler und Kita-Kinder demonstrierten mit Bändern und Tanz die Freude über die Partnerschaft - wobei sie sich noch mehr aufs anschließende Kinderfest freuten.

Als fitte Ballkünstler zeigten sich die Mitglieder des örtlichen Sportvereins: Der Umgang mit Pingpong- und Fußball stellte keine Schwierigkeiten dar. Da trumpften selbst die jüngsten Fußballer auf. Dass Ohmden eine große Sangesschar hat, ist weitreichend bekannt. Der Chor „Liederlust“ verschönerte den Festzug fröhlich und mit einem speziellen Rad-Taxi. Aus Wendlingen war die historische Radsportgruppe gekommen und zeigte ihre Schätze. Die Zuschauer staunten über die Radfahrkunst auf den alten Drahteseln.

Etwas gemächlicher ging es im großen Pferdewagen zu. Die beiden Ortschefs der Partnergemeinden, Barbara Born und Jean-Claude Raffin, winkten Besuchern zu. Besonders strahlten die extra polierten und herausgeputzten Oldtimer. Da schlug so manches Herz höher. Doch die Biker rissen mit ihren knatternden Maschinen alle jäh aus den Träumen und zeigten, dass sie auf zwei Rädern absolut zu Hause sind.

Auf dem Schulplatz endete zwar der bunt gestaltete Festzug, aber nicht das Fest und die Festlaune. Bürgermeisterin Barbara Born freute sich über das gemeinsame Jubiläum mit Modane. Lob gab es für die Vereine und Schulen: „Alle haben gemeinsam einen großartigen Umzug gestaltet.“

Gemeinsam mit dem Publikum und der musikalischen Unterstützung des Musikvereins Ohmden sang die Festgemeinde das Ohmdener Heimatlied. Dieses stammt aus der Feder von Professor Hans Herzinger, der auch die Geschicke der Gemeindepartnerschaft leitet. Die Musik dazu schrieb Bertram Schattel. Wie Herzinger verriet, schrieb er die Lyrik auf einer längeren Bahnreise durch Kanada.

Die Jungs und Mädels vom Kindergarten hatten ihren großen Auftritt mit dem Bändertanz auf dem Schulplatz und direkt danach war für alle Kinder Action angesagt. Die Spielstraße auf dem Schulplatz hielt so manche knifflige Aufgabe bereit. Da mussten Büchsenpyramiden mit Bällen zerstört werden oder bei der Feuerwehr Schläuche ausgerollt werden. Ein ruhiges Händchen war beim XXL-Mikado gefragt und Teamgeist wurde bei einem Gemeinschaftsspiel gefördert. Nicht nur gefördert, sondern weiter gefestigt haben die Vertreter der Gemeinden Modane und Ohmden jedenfalls ihre Freundschaft.

Foto: Thomas Krytzner
Foto: Thomas Krytzner

Drei Fragen an Hans Herzinger

1.Sie sind Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Ohmden-­Modane: Welche Bedeutung hat die Freundschaft mit Modane?

Die Partnerschaft besteht schon seit 1974 zwischen den Sportvereinen in den beiden Gemeinden. Daraus entwickelten sich viele Freundschaften. Das hat dazu geführt, dass 2006 die Verbindung auch auf Gemeindeebene beschlossen wurde.

2.Wie pflegt man eine Fernbeziehung über 726 Kilometer hinweg?

Es gab eine ganze Reihe offizieller und inoffizieller Begegnungen. Da Modane in der Nähe eines attraktiven Skigebietes liegt, waren wir schon öfters im Winter zu Besuch. Das Ludwig-Uhland-Gymnasium nutzt die bestehende Partnerschaft für den Schüleraustausch mit dem Collège in Modane.

3.Sind solche Partnerschaften heute noch zeitgemäß?

Ja sehr, und sie werden noch intensiver gepflegt. In dieser unruhigen Zeit muss die Basis zusammenhalten, und das kann man nur mit einer Freundschaft, die keine Grenzen kennt. Die Kontakte nach Modane sind mittlerweile familiär und viele besuchen sich auch gegenseitig. Das verbindet und festigt die Freundschaft.kry