Weilheim und Umgebung

Trubel in der Mensa ist erwünscht

Verpflegung Seit gut einer Woche beliefert ein neuer Caterer die Weilheimer Schulen. Der Anbieterwechsel ist eine der Maßnahmen, um mehr Gäste in die Mensa des Bildungszentrums Wühle zu locken. Von Bianca Lütz-Holoch

Mensa-Kraft Ute Bauer gibt Essen aus - und hofft künftig auf mehr Zulauf. Foto: Carsten Riedl
Mensa-Kraft Ute Bauer gibt Essen aus - und hofft künftig auf mehr Zulauf. Foto: Carsten Riedl

Wenn es nach Ute Bauer ginge, dann dürfte in der Mensa am Weilheimer Bildungszentrum Wühle jeden Tag so viel los sein - am besten noch viel mehr. An diesem Mittag kommt ein Gast nach dem anderen zur Essensausgabe und lässt sich von der Mensa-Mitarbeiterin Nudeln mit Soße oder Reis mit gefüllten Paprika auf die Teller schöpfen. Die meisten Teller kehren leer zum Geschirrwagen zurück: „Die Qualität der Speisen ist jetzt viel besser - das ist gar kein Vergleich zu vorher“, freut sich Ute Bauer.

Allerdings ist dieser Tag kein regulärer. Denn neben einigen Schülern sind auch Mitarbeiter von Stadt und Schulen gekommen, um die Speisen des neuen Caterers zu probieren. Seit gut einer Woche beliefert die Service GmbH der Alb Fils Kliniken die Weilheimer Schulen. Den Vertrag mit dem alten Anbieter hatte die Stadt gekündigt, weil die Unzufriedenheit mit dem Essen immer größer wurde und die Zahl der Abnehmer immer kleiner. „Vielen Lehrern und älteren Schülern hat es nicht geschmeckt“, erzählt Realschulrektor Robin Fehmer.

Gut eine Woche nach Beginn des neuen Schuljahres ist die Schulkantine immer noch schwach besucht. Das soll sich nun ändern: „Unser Ziel ist es, dass die Mensa wieder besser angenommen wird“, sagt die Weilheimer Hauptamtsleiterin Daniela Braun. Dazu sollen - neben dem Catererwechsel - verschiedene Maßnahmen beitragen.

Zum einen dürfen mittlerweile alle Schüler des BZW in der Mensa essen. Damit hat die Stadt einem großen Wunsch vieler Eltern entsprochen. „Bis vor Kurzem hatte sich das Essensangebot nur an diejenigen gerichtet, die das Ganztagsangebot wahrnehmen“, erläutert Robin Fehmer. Grund dafür war die fehlende Aufsicht. „Jetzt steht über Mittag eine Betreuungskraft zur Verfügung“, so der Rektor. „Schule endet nicht mit dem Unterricht“, ergänzt Ulrike Schmid, bei der Stadt für Kindergärten und Schulen zuständig. Wichtig sei nicht nur ein gutes Bildungsangebot. „Auch das Essen ist ein wichtiger Bestandteil.“

Die Besucherzahlen nach oben treiben soll eine weitere Neuerung: Auch städtische Mitarbeiter dürfen die Mensa ab sofort nutzen - als Kantine sozusagen. „Die ersten Mitarbeiter haben sich schon einen Chip geholt“, freut sich Daniela Braun.

Apropos Chip: Wer in der Mensa essen möchte, braucht einen. „Schüler bekommen ihn beim Schulsekretariat, Mitarbeiter der Stadt auf dem Rathaus“, sagt Ulrike Schmid. Darauf wird Geld gebucht. Das Essen lässt sich dann online oder per App bestellen - und zwar bis 24 Stunden vorm gewünschten Essenstermin.

Das Thema Chip sieht so mancher jedoch kritisch: „Ich hoffe, er wird nicht zum Hinderungsgrund“, so Robin Fehmer. Gezeigt hat sich nämlich: Gerade Eltern mit mangelnden Deutschkenntnissen oder kleinem Geldbeutel haben Probleme, mit der App umzugehen oder das Geld aufzubringen, um vorab größere Summen auf den Chip zu laden.

Caterer auf Expansionskurs

Die Service GmbH der Alb Fils Kliniken wurde vor zwei Jahren auf neue Beine gestellt. Sie arbeitet der Klinik am Eichert in Göppingen und der Helfenstein-Klinik in Geislingen zu, ist für Wäsche, Reinigung und Essen zuständig. Insgesamt 400 Mitarbeiter sind dort beschäftigt, darunter fünf Köche und sechs Diätassistentinnen.

2 000 Essen pro Tag werden von der Service GmbH zubereitet. Die Klinik vor Ort wird warm beliefert. Bei den anderen Abnehmern - zu denen auch Kindergärten, Schulen und das Landratsamt in Göppingen gehören - kommt das „Cook-and-Chill“-Verfahren zum Einsatz. Dabei wird das Essen auf drei Grad abgekühlt und am nächsten Tag kalt ausgeliefert. Erhitzt wird es dann vor Ort in speziellen Geräten. Theoretisch gelagert werden können Speisen auf diese Art für 72 Stunden.

Als eigenständige GmbH darf das Unternehmen expandieren. „Das haben wir auch vor“, kündigt Claus Schneider, Leiter der Service GmbH, an.bil

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