Weilheim und Umgebung

Über Wohnen wird lebhaft diskutiert

Baugebiete Der Neidlinger Gemeinderat stimmt dem Vorentwurf zu „Haldenwiesen“ zu. Bürger fordern mehr Innenverdichtung.

Ob Fledermäuse durch das Baugebiet betroffen sind, wird noch überprüft.Symbolbild
Ob Fledermäuse durch das Baugebiet betroffen sind, wird noch überprüft. Symbolbild

Neidlingen. Einstimmig hat der Neidlinger Gemeinderat dem Vorentwurf des Büros „mquadrat“ für das Baugebiet „Haldenwiesen“ zugestimmt. Dort sind neun Baugrundstücke vorgesehen, auf jedem soll ein Einzel- oder Doppelhaus entstehen können. Das Gebiet in der Hanglage wird von der Bergstraße aus erschlossen, mit einer Erschließungsstraße in Richtung Nordwesten.

Dem Vorentwurf ging eine Artenschutz-Voruntersuchung voraus, für diese gab es fünf Begehungen. Sie galten unter anderem den Stand- und Zugvögeln und dem Juchtenkäfer. Für Zauneidechsen gibt es in dem Gebiet keine geeigneten Habitate, für Tag- und Nachtfalter fehlen die Wirtspflanzen. Die Betroffenheit von Fledermäusen wird im weiteren Verfahren geprüft. Weil durch das Baugebiet Alt- und Totholz sowie Baumhöhlen verloren gehen, sind für Vögel entsprechende Ausgleichsmaßnahmen durchzuführen.

Das neue Baugebiet stieß in der Bürgerfragestunde auf erhebliche Kritik. Könne die Gemeinde nicht stattdessen mehr tun, damit leerstehende Gebäude im Ortskern wieder genutzt werden und unbebaute Grundstücke im Innern bebaut werden? Die Gemeinde­verwaltung will zwar Grundstücke im Ortsinnern kaufen, hatte in vergangenen Haushalten dafür erhebliche Mittel eingestellt und hat dies auch 2021 wieder getan. Bürgermeister Klaus Däschler beschrieb jedoch die Schwierigkeiten: „Keiner verkauft derzeit, der das Geld nicht braucht.“ Das sei angesichts von Negativzinsen und der Unsicherheit der weiteren Entwicklung verständlich. Zwang sei nicht möglich: „Wir können niemanden enteignen.“

Ein Zuhörer regte besondere finanzielle Anreize für die Verkäufer an. „Ich kann nicht über Preis kaufen“, entgegnete Klaus Däschler. Die Gemeinde müsse wirtschaftlich handeln, dies werde regelmäßig überprüft. Ein Zuhörer wies auf das harte Vorgehen der Stadt Tübingen hin, um an bisher ungenutzte Innenflächen zu kommen. „Davon bin ich weit weg“, sagte Däschler, man könne Neidlingen nicht mit Tübingen vergleichen. Das Problem sei: „Ein einzelnes altes Haus bringt uns nichts.“ Erst wenn die Gemeinde mehrere angrenzende Grundstücke besitze, sei eine sinnvolle Neubebauung möglich. Peter Dietrich

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