Weilheim und Umgebung

Umbau für fast 1,4 Millionen Euro

Infrastruktur Tempo 30 wird es in der Weilheimer Egelsbergstraße auch nach der Sanierung nicht geben. Dafür sollen Bauminseln und Verschwenkungen die Autos ausbremsen. Von Bianca Lütz-Holoch

Eng geht es in der Egelsbergstraße zu, wenn auf der einen Seite Autos parken und auf der anderen Seite der Bus hält. Nach der Sa
Eng geht es in der Egelsbergstraße zu, wenn auf der einen Seite Autos parken und auf der anderen Seite der Bus hält. Nach der Sanierung soll sich die Situation entzerren.Foto: Carsten Riedl

Eigentlich ist es schon seit Jahren der Wunsch der Anwohner, dass in der Egelsbergstraße in Weilheim Tempo 30 eingeführt wird. „Das geht aber nicht“, stellt Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle klar. Für ein solches Tempolimit fehle schlicht die Rechtsgrundlage. „Man kann eine innerörtliche Sammelstraße nicht vergleichen mit den Ortsdurchfahrten in Ötlingen oder Notzingen“, so Züfle. „Die Belastungen sind ganz anders.“ Zum Vergleich: Innerhalb von 24 Stunden passieren 800 Autos die Egelsbergstraße - beide Fahrtrichtungen zusammengenommen. Durch Weilheims meistbefahrene Straße, die Zeller Straße, brausen im gleichen Zeitraum 15 000 Fahrzeuge.

Entlastung möchte die Stadt den Anwohnern der Egelsberg­straße aber trotzdem verschaffen. Im kommenden Jahr wird die Straße zwischen der Einmündung der Teckstraße und dem Katzensteigle komplett saniert. Und wie der Gemeinderat jetzt beschlossen hat - wenn auch mit einigen Gegenstimmen - wird es nicht nur einen frischen Straßenbelag sowie neue Leitungen und Hausanschlüsse geben, sondern auch zusätzliche Umbaumaßnahmen. Diese sollen dafür sorgen, dass künftig langsamer gefahren wird. „Die Fahrbahn werden wir durch Baumquartiere unterbrechen“, erläutert der Weilheimer Stadtbaumeiter Jens Hofmann. Angrenzend da­ran entstehen Parkmöglichkeiten. „Die Zahl der Parkplätze bliebt ungefähr gleich wie jetzt.“ Außerdem wird die Fahrbahn an einigen Stellen verschwenkt.

Gleichzeitig soll sich jedoch der Komfort erhöhen, wenn Autos aneinander vorbeifahren: Die Fahrbahn wird breiter. „In der Kurve ist dann problemlos Begegnungsverkehr möglich“, so Hofmann. Auch wenn Busse auf der Straße halten, dürfte es dann weniger Probleme geben. Ebenfalls breiter wird der Gehweg. Bei dem jetzt beschlossenen Komplettumbau verschwindet nämlich der Grünstreifen zur Straße hin. Leitungen und Kabel, die unterm Rasen liegen, werden dann unter den Gehweg gelegt. Der wird übrigens gepflastert. „Für neuere Gehwege benutzen wir immer Betonpflaster“, sagt Jens Hofmann. So lassen sich darunterliegende, schadensanfällige Kabel unkomplizierter erreichen, als unter einer geschlossenen Asphaltdecke.

Weitere Änderungen: Die Bushaltestellen in der Egelsbergstraße werden barrierefrei umgebaut, und eine Querungshilfe soll den Fußweg zum Lädle und zum Gemeindezentrum sicherer machen.

Kosten wird die umfangreiche Umbauvariante 1,39 Millionen Euro. Sie ist damit 250 000 Euro teurer als eine einfache Sanierung von Leitungen, Straßenbelag und Bushaltestellen. Im Vorfeld schon für den umfangreichen Umbau ausgesprochen hatten sich die Straßenverkehrsbehörde, die Busunternehmen und viele Bürger. Nun stimmten auch die meisten Gemeinderäte für die „große“ Variante. Allerdings votierte die Freie Wählervereinigung nahezu geschlossen dagegen.

Saniert wird die Egelsbergstraße im Laufe des Jahres 2019. Während des Stadtjubiläums herrscht allerdings eine Baupause.

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