Weilheim und Umgebung

Umbau kostet über 400 000 Euro

Betreuung In der Hausmeisterwohnung der Holzmadener Grundschule sollen zehn Krippenplätze entstehen. Ein Kindergarten für fünf bis sechs Gruppen ist an den aktuellen Standorten nicht möglich. Von Anke Kirsammer

Im Zuge des Umbaus der Hausmeisterwohnung zu einer Krippe sollen die darüberliegenden Fenster des Musiksaals erneuert und die Fa
Im Zuge des Umbaus der Hausmeisterwohnung zu einer Krippe sollen die darüberliegenden Fenster des Musiksaals erneuert und die Fassade gedämmt werden.Foto: Carsten Riedl

Bislang konnten Holzmadener Verwaltung und Gemeinderat nur darüber spekulieren, was der Einbau einer Krippengruppe in der bisherigen Hausmeisterwohnung der Grundschule kosten würde. Nun hat das Stochern im Nebel ein Ende: Die Architektin Ulrike Ulmer-Herbrik hat einen Plan samt Zahlen vorgelegt. Laut Kostenschätzung würde sich das gesamte Projekt auf 435 000 Euro belaufen. Die Kommune kann mit Zuschüssen in Höhe von 74 000 Euro rechnen.

Gemäß der jetzigen Planung könnten zehn Kinder in der 80 Quadratmeter großen Krippe Platz finden. Mit gut 36 Quadratmetern ist ein Gruppenraum mit verschiedenen Spielzonen vorgesehen. Daran gliedert sich ein Schlafraum an. Die etwas offener gestaltete Küche bleibt am bisherigen Platz. Das Bad wird mit einer Wickelauflage und einem Kleinkind-WC ausgestattet. Eine Rampe soll einen barrierefreien Eingang ermöglichen. Der Außenbereich wird nicht nur mit Spielgeräten ausgestattet, sondern auch eine Terrasse und eine Pergola bekommen. Auf den Einbau eines Erwachsenen-WCs verzichtet der Plan mangels Platz. Stattdessen sollen die Erzieherinnen die Lehrertoiletten in der Grundschule mit benutzen.

Ulrike Ulmer-Herbrik plädiert für eine Erneuerung der Technik und den Einbau einer Fußbodenheizung. In einem Zug könnten zudem die Fenster des über der Krippe liegenden Musiksaals ausgetauscht, die Westfassade komplett gedämmt und die Personaltoiletten im bestehenden Kindergarten erneuert werden. Sämtliche Elemente sind bereits 50 Jahre alt. Würde man auf die Sanierung des Personal-WCs und den Austausch der Fenster im Musiksaal verzichten, ließen sich 38 000 Euro sparen. Unwägbarkeiten birgt die Statik. Sie kann derzeit aber nicht untersucht werden, weil die Mieter noch nicht ausgezogen sind.

„Der Gemeinderat schluckt. Ich habe auch geschluckt“, bekannte Bürgermeisterin Susanne Jakob angesichts der Kosten. „Aber man muss sich wahrscheinlich an ein neues Preisgefüge gewöhnen.“ Bei einem Neubau bräuchte man zusätzlich Personalräume, gab die Verwaltungschefin zu bedenken. Dass ein Neubau viel teurer wäre, ist auch die Überzeugung von Rainer Stephan (Holzmadener Bürgerliste). Er regte an, die Räume vor einer endgültigen Entscheidung zu besichtigen. Auf seinen Vorschlag hin soll Ulrike Ulmer-Herbrik nun zusätzlich untersuchen, ob es technisch machbar wäre, die künftige Krippe an den Kindergarten Schillerstraße anzudocken, um trockenen Fußes von einer Einrichtung in die andere zu kommen.

Ein Drittel braucht Betreuung

Volker Schempp (HBL) warf die Frage nach Alternativen auf: „Was passiert, wenn uns die zehn Plätze nicht reichen?“ Susanne Jakob geht davon aus, dass ein Drittel der Kinder eines Jahrgangs eine Betreuung benötigen. „Damit würden wir geradeso den Bedarf decken.“ Noch seien die Kinder gar nicht auf der Welt, für die die Krippe eingerichtet werde. Die Bürgermeisterin hält es indes für denkbar, dass Holzmaden irgendwann sechs Kindergartengruppen benötigt. Sie an einem der bisherigen Standorte unterzubringen, sei nicht möglich. Derzeit gibt es in der Urweltgemeinde in zwei Kindergärten jeweils zwei Gruppen.

Dass es sich angesichts der Kosten für die Krippe nicht wie gedacht um eine Übergangslösung handelt, betonte Jörg Molter (Freie Wählervereinigung). „Wenn wir für die nächsten 20, 30 Jahre planen, ist es sinnvoll, zu untersuchen, was noch zu machen ist.“ Seit Jahren werde die Sanierung des Kindergartens Seestraße geschoben. Wichtig sei deshalb, auch zu überlegen, was dort passieren soll. Susanne Jakob verwies auf die Hochwassergefahr. An der Seestraße bekomme man keine fünf Gruppen hin. Sie hielt es für sinnvoller, zwei bis drei Jahre abzuwarten und in aller Ruhe zu überlegen, ob dort künftig zwei oder drei Gruppen benötigt werden.

Noch wurde kein Beschluss gefasst. Die Gemeinderäte nahmen Kenntnis von der Planung. Der nächsten Sitzung vorgeschaltet ist das Besichtigen der Hausmeisterwohnung.

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