Weilheim und Umgebung

Unternehmen im Landkreis wollen mehr „Speed“

Internet Firmenbefragung der IHK hat ergeben, dass der Breitbandausbau dringend nötig ist.

"Fiber optic cable, isolated on white with clipping path included"
Glasfaserkabel gelten als am besten geeignet für den Breitband-Ausbau. Symbolfoto

Kreis. Der Landkreis braucht dringend ein schnelleres Internet. Das hat eine Umfrage der IHK-Bezirkskammer Esslingen-Nürtingen, der Kreishandwerkerschaft Esslingen-Nürtingen und des Landkreises ergeben. Rund zwei Drittel der teilnehmenden Unternehmen bemängeln die aktuellen Übertragungsraten. Ein Großteil der Betriebe befürchtet die Einschränkung von Digitalisierungsmöglichkeiten, die Behinderung von Expansionen und Unternehmensentwicklung sowie einen möglichen Wegfall von Kunden. Dabei sind nicht nur zukunftsorientierte Geschäftsmodelle, sondern auch bereits bestehende Geschäftsmodelle gefährdet.

„Die Unternehmen wollen und brauchen einen schnellen Internetanschluss. Vielerorts reicht die derzeit verfügbare Bandbreite nicht oder nicht mehr lange aus. Eine möglichst rasch verfügbare Breitbandversorgung im Landkreis Esslingen, insbesondere in den Gewerbegebieten, ist als Standortfaktor für die Zukunftsfähigkeit essenziell“, erklärt der Präsident der IHK-Bezirkskammer Esslingen-Nürtingen, Heinrich Baumann.

Auch Kreishandwerksmeister Karl Boßler sieht es für dringend erforderlich an, dass die Handwerker Zugang zu einem nachhaltigen und zukunftsfähigen Breitbandanschluss haben. „Wichtig sind nicht nur hohe Datenübertragungsraten für den Download, sondern auch für den Upload. Langfristig wird das Handwerk 100 Mbit pro Sekunde und mehr benötigen“. Zudem sei für das Handwerk die Kombination einer leitungsgebundenen und einer mobilen Breitbandinfrastruktur wichtig, um beispielsweise auf Baustellen eine sichere und schnelle Kommunikation mit dem Betrieb zu haben.

An der Unternehmensbefragung haben sich 291 Betriebe aus dem Landkreis Esslingen beteiligt. Spätestens in fünf Jahren spielen im täglichen Geschäft Anwendungen wie Cloud-Computing, regelmäßige Datenfernzugriffe oder Webkonferenzen bei einem Großteil eine wichtige Rolle. Bei rund einem Drittel sollen Anwendungen im Bereich des „Internet of Things“ ein fester Bestandteil sein. Bettina Schmauder, kaufmännische Leiterin der Schmauder und Rau GmbH in Kirchheim befürchtet, dass auch bestehende Geschäftsmodelle in Zukunft bei unveränderter Breitbandversorgung am Standort nicht mehr umgesetzt werden können. Während die meisten Unternehmen ihre Maßnahmen für den Fall, dass sie in fünf Jahren noch keinen Glasfaseranschluss erhalten, nicht abschätzen können, gibt es in allen Unternehmensgrößen Betriebe, die einem Standortwechsel in Betracht ziehen.

Der Landkreis arbeitet mit weiteren Landkreisen und der Landeshauptstadt Stuttgart sowie der Wirtschaftsförderung der Region an einem Konzept für eine nachhaltige Breitbandversorgung. Derzeit wird ein Kooperationsangebot der Deutschen Telekom geprüft, um den Bestand zu ermitteln. Parallel haben 42 der 44 Kreiskommunen einem Beitritt zu einem Zweckverband für die Breitbandversorgung im Landkreis Esslingen im Grundsatz zugestimmt.

Insgesamt sind 221 der 291 teilnehmenden Betriebe bereit, einen einmaligen Betrag für den Anschluss an das Glasfasernetz selbst zu entrichten. Günstiger kann der einzelne Anschluss werden, wenn mehrere benachbarte Unternehmen gemeinsam auf die Versorger zugehen. pm

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