Weilheim und Umgebung

Vierklang soll das Städtle florieren lassen

Strategie Weilheim möchte sich neben der Innenstadtentwicklung und der Digitalisierung künftig auch verstärkt dem Tourismus und der Wirtschaftsförderung widmen. Von Bianca Lütz-Holoch

Neues touristisches Pfund für Weilheim: In wenigen Wochen soll der Wohnmobil-Stellplatz fertig sein.Foto: Carsten Riedl
Neues touristisches Pfund für Weilheim: In wenigen Wochen soll der Wohnmobil-Stellplatz fertig sein.Foto: Carsten Riedl

Ein Kino, neue Restaurants und Cafés, der Zähringermarkt und Stadtführungen mit thematischen Schwerpunkten - in Weilheim hat sich seit Start der Innenstadtoffensive vor fünf Jahren viel getan. „Eigentlich kann die Stadt stolz sein auf das, was sie geschafft hat“, sagt Dr. Peter Markert, geschäftsführender Gesellschafter der Imakomm Akademie, die den Prozess in Weilheim wissenschaftlich begleitet hat.

Doch nun steht Weilheim vor neuen Herausforderungen. „Es brechen Strukturen weg, die für die Innenstadt und deren Belebung wichtig sind“, sagt Peter Markert und malt ein Szenario, das Weilheim bedroht oder teilweise schon ereilt hat: Kleine Geschäfte geraten immer mehr unter Druck, während großflächige Läden auf der grünen Wiese und Online-Kaufhäuser florieren. Gewerbe- und Marketingvereine haben mit Mitgliederschwund zu kämpfen. Ein Beispiel: In Weilheim hat sich vergangenes Jahr der Stadtmarketingverein aufgelöst, weil die wenigen Ehrenamtlichen zu schwer an den vielen Aufgaben tragen mussten. Nun muss die Stadt selbst die großen, publikumsträchtigen Veranstaltungen wie Kirschblütentag, Künstlermarkt und Einschalten der Weihnachtsbeleuchtung stemmen.

Kurz: Die Stadt braucht ein neues Gesamtkonzept, das den veränderten Bedingungen Rechnung trägt. „Um den Wirtschaftsstandort Weilheim weiter voranzubringen, müssen wir all unsere Kräfte bündeln, mobilisieren und vernetzen“, betont Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle. Der Fokus auf die Innenstadt und die gerade erst festgezurrte Digitalisierungsstrategie allein reichten dazu nicht aus. Johannes Züfle spricht deshalb von einem Vierklang, der neben Innenstadtentwicklung und Digitalisierung auch Tourismus und Wirtschaftsförderung umfasst. „Das eine hängt mit dem anderen eng zusammen“, so Züfle.

Wie genau eine „Offensive Wirtschaftsstandort“ für Weilheim aussehen könnte, wie viel Geld in die jeweiligen Bereiche investiert wird, und ob eventuell sogar eine neue Stelle für einen Wirtschaftsförderer geschaffen wird, ist im Moment noch offen. Entwickelt werden soll die Strategie im Laufe dieses und Anfang nächsten Jahres. „Dabei werden wir auch wieder Einzelhändler und Gastronomen beteiligen“, kündigt Johannes Züfle an. „Nur gemeinsam können wir das schaffen.“

Gut vorstellen kann sich der Bürgermeister zum Beispiel, das Profil der Stadt Weilheim als Portal zum Biosphärengebiet zu schärfen. Dahinter steckt die Hoffnung, dass mehr Tagestouristen und Übernachtungsgäste auch den Einzelhandel und die Gastronomie in der Innenstadt ankurbeln. Mit einem neuen touristischen Pfund wird die Stadt übrigens schon bald wuchern können. Schon in wenigen Wochen soll der Wohnmobil-Stellplatz unterhalb der Limburghalle fertig sein.

Fest steht auch, dass Weilheim sich - wie schon bei der Innenstadtoffensive - Hilfe von außen ins Boot holen möchte. Dr. Peter Markert von der Imakomm Akademie wird die „Offensive Wirtschaftsstandort“ in Weilheim begleiten. Ein Honorar von rund 35 000 Euro ist dafür eingeplant.

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