Weilheim und Umgebung

Wegweiser im Berufslabyrinth

Ausbildung Hilfe im Dschungel der beruflichen Möglichkeiten bietet die Messe des Bildungszentrums Wühle in Weilheim. Zahlreiche regionale Betriebe zeigten, welche Wege den Schülern offen stehen. Von Tamara Kandler

Die Teilnehmer der Berufsmesse holen sich Informationen über verschiedene Berufsbranchen. Foto: Tamara Kandler
Die Teilnehmer der Berufsmesse holen sich Informationen über verschiedene Berufsbranchen. Foto: Tamara Kandler

Mutter Conny Hummel hofft, dass sich ihr Sohn in dem Dschungel aus beruflichen Möglichkeiten zurechtfindet. „Hier auf der Messe treffen sie dann zum Beispiel den coolen Typen aus dem lokalen Sportverein und sind beeindruckt, was der so beruflich macht.“ Ihr Sohn stellt keine Ausnahme dar: Denn die meisten Schüler, die die Berufsmesse des Bildungszentrum Wühle mit der Real- und Werkrealschule in Weilheim besuchen, wissen nämlich noch nicht, welche berufliche Richtung sie einschlagen möchten. Doch die vielen bunten Infostände, an denen gefragt und zugeschaut werden kann, bieten Inspiration. Während manche die Gelegenheit nutzen und neugierig auf die Auszubildenden und Lehrmeister zugehen, sind andere noch zurückhaltender.

In solchen Momenten ist es für die Schüler hilfreich, in Begleitung der Eltern zu kommen. Renate Kuck vom Gewerbeverein Weilheim weiß, dass vor allem die schüchternen Schüler mit Rückendeckung eines Elternteils mehr in Kontakt mit den Ausstellern kommen. Das Besondere an dem Konzept der Messe sei, dass sowohl Lehrlinge als auch die Ausbilder selbst vor Ort seien, mit denen sich ungezwungen ein Gespräch führen lässt. So erfahren die Schüler nicht nur Neues aus erster Hand aus dem Azubi-Alltag, sondern hören auch von den formalen Voraussetzungen, die für die Ausbildung benötigt werden. Viele der Auszubildenden, die auf der Berufsmesse ihre Tätigkeit vorstellen, sind ehemals sogar selbst über die Messe auf ihre Ausbildungsstelle gestoßen. „Wir bekommen immer sehr positive Resonanz, sowohl von den Schülern als auch von den Eltern“, sagt Kuck.

Technische Berufe sind gefragt

An den Infoständen werden rege Fragen gestellt, beispielsweise welche Abschlüsse oder Erfahrungen für die Ausbildung notwendig sind. Viele Betriebe laden im Zuge dieser Gespräche dazu ein, in den Ferien bei ihnen vorbeizuschauen und Praxisluft zu schnuppern. Bei einigen Infoständen mit großem Andrang bilden sich Schlangen, und es ist schwierig, überhaupt bis zu den Ansprechpartnern vorzudringen. Dazu gehören in erster Linie die Polizei und überregional bekannte Betriebe. Viel Nachfrage bekommen die weiterführenden Schulen zu spüren.

„Man sieht an der Verteilung vor den Ständen, wie groß das Interesse ist“, schildert Manfred Anhorn von der Kirchheimer Max-Eyth-Schule, der versucht, dem Ansturm gerecht zu werden. Er bemerkt, dass gerade das Interesse an technischen Fächern in den vergangenen Jahre wieder steige. Bei der Vielzahl an anwesenden Branchen werden jedoch auch Interessierte an den Bereichen Wirtschaft, Gesundheit oder Verwaltung glücklich. Während sich vor den Ständen der technischen Berufe vor allem männliche Interessierte sammeln, sind andere Aussteller von Mädchenscharen umringt. Angelika Höger, die den Beruf in der Physiowerkstatt vor allem Schülerinnen vorstellt, schmunzelt: „Auch Jungs kommen zu uns - aber eher, wenn es keiner mitbekommt.“

Neben den Infoständen gibt es Vorträge, bei denen Schüler weiterführender Schulen und Auszubildende von ihren Erfahrungen berichten. Die Informationen, die die jungen Leute sammeln, sind ein erster Schritt in Richtung der späteren Berufswahl. Viele Schüler haben darüber hinaus schon Praktika gemacht oder haben dies zumindest geplant. Die Neuntklässlerin Lisa Tonc musste in dieser Hinsicht bereits die ein oder andere Enttäuschung hinnehmen. Aber wer sich wie sie auf der Messe umsieht, weiß, dass die Möglichkeiten groß genug sind, auch einen völlig anderen Weg einzuschlagen.

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