Weilheim und Umgebung

Weilheim erneuert Leitplanken für Stadtentwicklung

Prozess Das „Strategische Entwicklungskonzept“ geht in die nächste Runde. Zu Beginn werden die Bürger befragt.

Weilheim. Viele Aufgaben, viele Wünsche, neue Herausforderungen und begrenzte Mittel. So sieht die Realität für die Kommunen aus. Klar ist also: Sie müssen Schwerpunkte setzen. Bereits vor zehn Jahren hat die Stadt Weilheim deshalb gemeinsam mit einem Stadtplanungsbüro, dem Gemeinderat und den ­Bürgern das „Strategische Entwicklungskonzept“ aus der Taufe gehoben - einen Masterplan, der Leitplanken für die künftige Stadtentwicklung setzt. Zwei Auflagen existieren schon. Jetzt hat der Gemeinderat grünes Licht für die dritte gegeben.

Den Prozess in Weilheim von Anfang an begleitet hat Professor Richard Reschl. Im Gemeinderat lobte er die Entwicklung des Städtles: „Weilheim ist es mustergültig gelungen, die übergeordneten Ziele zu erreichen“, sagte er. Gemeint ist damit das parallele Wachstum von Bevölkerung, Wohnungsbau und Arbeitsplätzen. Das neue, aktualisierte Konzept soll nach wie vor die Themen Wohnen, Arbeiten, Kultur und Soziales sowie Mobilität abdecken. Eine größere Rolle kommt künftig der Digitalisierung sowie Umweltfragen und Nachhaltigkeit zu.

Den Auftakt für das „Strategische Entwicklungskonzept 2030“ bildet - wie schon bei den vergangenen Malen - eine repräsentative Bürgerbefragung. Dazu werden Fragebögen an Weilheimer Haushalte verschickt. „Bisher waren es immer 2500, dieses Mal sollen es noch mehr sein“, kündigte Professor Reschl an. Die Befragung sei wichtig und aufschlussreich: „So können wir feststellen, wie die Bürger ticken.“ Die Ergebnisse dienen als Grundlage für den weiteren Prozess. Darüber hinaus wird es eine Klausurtagung des Gemeinderats und Planungswerkstätten geben, bei denen Bürger aktiv mitarbeiten können.

SBV-Gemeinderätin Gerda Schrägle bat darum, besonderes Augenmerk aufs Thema Mobiliät und Wohnen im Alter zu legen. „Wir sollten wissen, ob die Bürger den Verkehr einfach dulden wollen oder ob sie bereit sind, etwas dagegen zu tun.“ Essenziell ist ihrer Ansicht nach auch die Frage, welche alternativen Wohnformen sich ältere Menschen vorstellen können. „Vielleicht sind Mehrgenerationen-Häuser ja ein Thema?“ Ilse Fischer (BDF) erkundigte sich, ob nicht Stadt und Gemeinderat selbst Fragen beisteuern könnten und regte an, die Befragung für alle Bürger zu öffnen. Das lehnte Richard Reschl ab. Themen dürften zwar eingespeist werden. Die Formulierung sei aber Sache der Fachleute: „Sie müssen strengen Kriterien genügen, sonst ist die Umfrage nicht mehr repräsentativ.“ Eine Öffnung der Umfrage für alle berge zudem die Gefahr von Missbrauch und Verfälschungen.

Den Prozess für das neue „Strategische Entwicklungskonzept“ lässt sich die Stadt Weilheim etwas kosten: 60 000 Euro fallen dafür an. Bianca Lütz-Holoch

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