Weilheim und Umgebung

Weilheim hält an Freibad-Plänen fest

Sanierung Auch wenn die Kosten wesentlich höher sind als gedacht: Der Gemeinderat spricht sich mit großer Mehrheit für den Umbau des Bads an der Scholderstraße aus. Von Bianca Lütz-Holoch

80 Jahre alt ist das Weilheimer Freibad. Nun soll es für rund vier Millionen Euro umgebaut werden.Archiv-Foto: Carsten Riedl
80 Jahre alt ist das Weilheimer Freibad. Nun soll es für rund vier Millionen Euro umgebaut werden.Archiv-Foto: Carsten Riedl

Einen Baubeschluss gibt es zwar noch nicht. Doch mit seinem Ja zur nächsten Planungsrunde hat sich der Gemeinderat klar positioniert: Das Weilheimer Freibad soll saniert werden - trotz der immensen Kostensteigerung.

In der Bürgerversammlung vergangene Woche hatte das Planungsbüro neue Zahlen auf den Tisch gelegt: 4,5 Millionen Euro müsse die Stadt für die Sanierung des Freibads veranschlagen. Letzter Stand davor waren noch 2,8 Millionen Euro gewesen. Weiterverfolgt wird nun eine etwas abgespeckte Variante, die sich auf etwa vier Millionen Euro belaufen soll.

„Es geht hier nicht mehr um eine Sanierung, sondern um einen Neubau auf dem alten Gelände“, stellte Rainer Bauer (UWV) klar. Der Gemeinderat müsse sich angesichts der gestiegenen Kosten nun die Frage stellen: „Können wir uns das leisten?“ Seine Antwort: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Weilheim verfüge derzeit vergleichsweise hohe Rücklagen. „Wir haben es schon 80 Jahre lang geschafft, den Abmangel für das Bad zu tragen, dann schaffen wir es auch in Zukunft“, so Bauer.

„Das Freibad ist aus Weilheim nicht mehr wegzudenken“, betonte Gerda Schrägle von der SBV und sprach sich klar für den Umbau aus. Sie erinnerte daran, dass sich Weilheims Bürger bei einer Unterschriftenaktion für das Freibad eingesetzt und ihm im Strategischen Entwicklungskonzept oberste Priorität eingeräumt hatten. „Allerdings sollten wir durch Einsparungen einen Betrag unter vier Millionen anvisieren“, sagte sie und schlug einiges vor, wo es sich aus ihrer Sicht sparen ließe.

Auch Karl Mohring (FWV) bekannte sich zum Freibad. Er stellte die Frage in den Raum, ob ein Neubau im Öhrich, wo die Stadt vor knapp 20 Jahren Flächen für einen Freibad-Neubau erworben hatte, eventuell günstiger wäre. Daran mochte in Ratsrund und Verwaltung aber keiner so recht glauben.

Siegfried Lehmann und Dr. Ulrich Mors (beide SBV) wünschten sich, dass das Planungsbüro alternativ zu den Edelstahlbecken die Kosten für eine Folienauskleidung untersucht. Einen entsprechenden Antrag von Dr. Ulrich Mors lehnte das Gremium jedoch ab. Die Bäder-Architektin Heike Klügel hatte zuvor erläutert, dass Edelstahl langlebiger ist und eine rund doppelt so lange Herstellergarantie hat. „Mit Folie kann man außerdem nur intakte Beckenkörper auskleiden“, sagte sie. Weil der alte Beton in Weilheim die Voraussetzungen vermutlich nicht erfülle, müsste der komplette Beton saniert werden - was wiederum hohe Kosten verursacht.

Gerd Sindlinger (UWV) hakte nach, ob der 80 Jahre alte Beton nicht eventuell auch Probleme bei mEinbau von Edelstahlwannen bereiten könnte. Das hielt Heike Klügel jedoch für unwahrscheinlich.

Bedenken äußerte Bernd Kautter (UWV): „Die Sanierung ist eine weitreichende und finanziell große Entscheidung“, sagte er. Die Stadt habe neben einer solchen Freiwilligkeitsleistung in der nächsten Zeit auch noch Pflichtaufgaben von über elf Millionen Euro zu erfüllen. „Wir sollten darauf achten, dass wir kein Bad bauen, das nachher niemandem gefällt“, betonte er und fügte hinzu: „Ein neues Lehrschwimmbecken haben wir dann ja immer noch nicht.“

„Die 4,1 Millionen Euro schmecken keinem“, räumte Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle ein. Er warnte jedoch davor, die Pläne kaputtzusparen: „Das Bad soll nutzerfreundlich und langlebig sein“, betonte er. Bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen beschloss der Gemeinderat einen Sieben-Punkte-Katalog, den die Verwaltung vorgelegt hatte (siehe Info). Der Baubeschluss soll im Februar folgen.

Sieben-Punkte-Katalog für die Freibadsanierung

1. Das Schwimmerbecken bekommt fünf Bahnen, 315 Quadratmeter Wasserfläche und wird zwei Meter tief.

2. Die Fläche des Nichtschwimmerbecken beträgt 270 Quadratmeter.

3. In der Nähe der Umkleiden entsteht ein Kleinkindbereich mit zwei Becken und einem Spielplatz.

4. Statt eines Kassenhäuschens werden ein Ticketautomat und ein Drehkreuz installiert.

5. Für Umkleiden und Technik ist ein kompletter Neubau vorgesehen.

6. Es gibt keinen Kiosk, sondern nur Snack- und Getränke-Automaten. Außerdem wird ein Stellplatz für einen Food-Truck eingerichtet.

7. Es gibt keine vorgelagerten Durchschreite­becken mit Duschen und keine Barrieren um die großen Becken.bil

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